M12-Steckverbinder Mit X-Codierung bis zu 10 GBit/s im Feld

Nach der Einführung des X-codierten M12-Steckverbinders stellt sich die Frage, wofür neben dem A-codierten Steckgesicht eine weitere Codierung nötig sei. Betrachtet man jedoch den Fortschritt mit seinen neue Applikationen und Datenraten bis 10 GBit/s, muss man nicht lange nach Antworten suchen.

Von Falk Daniel Clemens, Produktmarketing Industrial Field Connectivity bei Phoenix Contact.

Gegenwärtige Wachstumsraten bestätigen eindeutig den steigenden Bedarf an breitbandigem Ethernet für die Automatisierungstechnik. Unterschiedliche Applikationsfelder in Industrie und Infrastruktur lassen sich mit einem Rundsteckverbinder wie dem X-codierten M12 bequem erschließen. Hilfreich hierbei ist vor allem der normative Unterbau, der dem Anwender eine hohe Sicherheit gibt, sein Vorhaben erfolgreich umzusetzen.

Die 10-GBit/s-Technologie im M12-Steckverbinder kommt in unterschiedlichen Applikationsfeldern zum Einsatz. Hierzu gehören die industrielle Bildverarbeitung zur Prozessüberwachung, die Backbone-Verkabelung in industriellen Gebäuden und Automatisierungsanlagen sowie anspruchsvolle Echtzeitanwendungen mit einer schnellen Mensch-Maschine-Kommunikation. Aber auch Applikationen abseits des klassischen Maschinen- und Anlagenbaus eröffnen Wachstumsfelder für den »schnellsten« M12 – die Bahnindustrie oder die Videoüberwachung öffentlicher Plätze seien hier nur beispielhaft genannt. Gemeinsam haben alle Applikationen einen enormen »Datenhunger« – und so wird immer mehr Bandbreite benötigt und nachgefragt.

Zusätzlichen Auftrieb erfährt die 10-GBit/s-Technologie durch die Aufnahme des X-codierten M12 als standardisiertes Steckgesicht nach der M12-Steckverbindernorm IEC 61076-2-109. Unterstützend dazu haben sowohl die Profibus & Profinet International (PI) und die Profibus Nutzerorganisation (PNO) sowie auch die Open DeviceNet Vendor Association (ODVA) den X-codierten M12 zertifiziert. Damit steht dem Einsatz des Rundsteckverbinders mit dem namensgebenden Schirmkreuz im Steckgesicht für die Übertragung von 4-paarigem Profinet als auch EthernetIP nichts mehr im Wege (siehe auch Kastentext).

Wichtige Normen für den Einsatz des X-codierten M12 

Einer der großen Vorteile des X-codierten M12-Steckverbinders im Vergleich zu anderen Datensteckverbindern ist die durchgängige Normung durch unterschiedliche Gremien sowie das Erfüllen der daraus resultierenden Anforderungen. Zu den Normen zählen unter anderem:

- Rundsteckverbinder-Norm DIN EN 61076-2-109: regelt die Bauartspezi­fikationen und sichert somit eine Interoperabilität zwischen den M12-Steckverbindern unterschiedlicher Hersteller.

- Übertragungseigenschaften gemäß Cat6A nach ISO/IEC 11801:2002: sichert dem Anwender eine gleichbleibend hochwertige Bandbreite für seine Applikationen zu.

- Aufnahme in die Profinet-Guideline: Die Profinet Cabling and Interconnection Technology unter Berücksichtigung der IEC 61918 und IEC 61784-5-3 garantiert dem Endanwender den problemlosen Einsatz der Steckverbinder zum Aufbau seines Netzwerkes mit Profinet.

- Im Jahr 2013 hat die ODVA den X-codierten M12 in die Richtlinie übernommen: The CIP Networks Library Volume 2 EtherNet/IP Adaptation of CIP. Dadurch wird dem Steckverbinder auch im amerikanischen Markt der Rücken gestärkt. Das 4-paarige EthernetIP in Rundsteckverbinder-Ausführung muss somit ebenfalls auf den X-codierten M12 setzen.