Ziehl-Abegg Luft nach oben

Die Elektronikerin Vanessa Eichhorn prüft bei Ziehl-Abegg einen Ventilator.
Die Elektronikerin Vanessa Eichhorn prüft bei Ziehl-Abegg einen Ventilator.

Der Ventilatorenbauer Ziehl-Abegg liegt beim Umsatz 7 Prozent über Vorjahresniveau, der Auftragsbestand ist der laut eigenen Angaben »höchste aller Zeiten«, und das trotz Krisen in Absatzländern. Woraus resultieren laut Vorstandsvorsitzendem Peter Fenkl die guten Zahlen?

Bei Ziehl-Abegg brummt das Geschäft. Der Umsatz beim Künzelsauer Motoren- und Ventilatorenbauer liegt im ersten Halbjahr bei 218.281 Mio. Euro (Vorjahr: 204.656). Mit der siebenprozentigen Umsatzerhöhung einher gehe der höchste Auftragsbestand (88,4 Mio. Euro) der Unternehmensgeschichte, meldet das Unternehmen.

Daneben liefert das laufende Jahr gleich noch zwei Produktionsjubiläen dazu: 20 Jahre Produktion im ungarischen Marcali und 50 Jahre Produktion im deutschen Schöntal-Bieringen.

Die guten Zahlen verdankt Ziehl-Abegg weitgehend dem Auslandsgeschäft, doch auch die Vorzeichen aus Deutschland für das zweite Jahr wertet Ziehl-Abegg als »deutlich positiv«.

Nicht mal die Ukrainekrise, die das Geschäft »deutlich« belaste, könne die guten Zahlen trüben. Die direkten Auswirkungen durch die Wirtschaftssanktionen sind laut Vorstandsvorsitzendem Peter Fenkl »eher nachrangig«.

Schwerer würden die Umsatzverluste in Ländern wie Japan oder Tschechien und vor allem in Deutschland wiegen, die aus dem Boykott resultieren. »Wenn in Russland keine neuen Tierställe gebaut werden, können wir auch an unsere deutschen Stallausstatter keine Ventilatoren liefern«, verdeutlicht er.

Kompensation kommt aus dem Süden: Glücklicherweise laufe das Geschäft in »vermeintlichen« Krisenländern wie Italien und Spanien überdurchschnittlich gut. Auch die Wirtschaft in Übersee trage deutlich zum Umsatzwachstum bei.

Angesichts der Krisenherde und der politischen Instabilität in einzelnen Regionen sieht sich Ziehl-Abegg aber nicht in der Lage, den weiteren Geschäftsverlauf »fundiert« zu prognostizieren.

Die globalen Strukturen und komplexer werdender Produkte und Abläufe verlangten eine bessere Vernetzung, auch der Mitarbeiter.. Dazu habe man in diesem Jahr die weltweit tätige Ziehl-Abegg-Akademie gestartet, und »unsere jahrelange Weiterbildungsarbeit in eine solide Form gegossen«, wie Personalvorstand Achim Curd Rägle erklärt. Neben der rein technischen Qualifizierung biete die Akademie auch Angebote zu Fremdsprachen oder der Persönlichkeitsentwicklung.