Ladesteckverbinder für Elektroautos im Feldversuch

FCT electronic hat Ladesteckverbinder für die Netzintegration von Elektrofahrzeugen entwickelt. Derzeit findet die Felderprobungsphase in Israel statt. Das Projekt soll bei erfolgreichem Abschluss auf weitere Länder ausgeweitet werden.

Bei der Entwicklung und Felderprobung der Ladesteckverbinder für Elektroautos und deren weltweiter Netzintegration hat ein führendes internationales Unternehmen zusammen mit FCT electronic ein Entwicklungs- und Infrastrukturprojekt für Elektrofahrzeuge gestartet: Die Arbeitspakete des Projektes umfassen nicht nur die Entwicklung geeigneter Steckverbinder, sondern auch die landesweite Bereitstellung von Ladestationen bzw. Wechselstationen für Batterien. Nach nur dreimonatiger Entwicklungszeit konnte der komplett neu entwickelte Ladesteckverbinder in Israel in die Felderprobungsphase gehen. Die von FCT electronic entwickelten Steckverbinder sind sowohl in den Ladestationen als auch direkt im Fahrzeug zu finden.

Der Ladeanschluss

Bedingt durch die kurze Umsetzungszeit innerhalb des Projektes ergab sich auf deutscher Ebene ein Harmonisierungs- und Konsolidierungsbedarf in Hinblick der Kompatibilität der Ladesteckverbinder, der elektrischen Eigenschaften und der Netzarchitektur. Auf ein bestehendes Normenwerk für diese Belange konnte man nicht zurückgreifen.

FCT electronic als Mitglied des internationalen Normenausschusses arbeitet gemeinsam mit verschiedenen Vertretern von Automobilherstellern und Energieversorgern an einer normierten Grundlage. Innerhalb des Regelwerkes der IEC 62196-2 (German Proposal) werden unter anderem auch die elektrischen Eckwerte festgelegt. Berücksichtigt sind ein- und dreiphasige Anschlüsse von 16 A bis 63 A. Die Hochstromkontakte haben einen Durchmesser von 6 mm. Die Signalkontakte für die Datenkommunikation sind in 3-mm-Ausführung realisiert. Eine integrierte Widerstandscodierung sorgt für die Kennung und Anmeldung am Elektrofahrzeug bzw. der Ladestation.

Ferner gewährleistet ein mechanischer Verriegelungsmechanismus die notwendige Fixierung und Sicherheit während des Ladevorgangs. Über eine Frequenzmodulation lässt sich zusätzlich die Datenkommunikation zwischen Fahrzeug, Ladestation und Netzanbieter realisieren.

Die Erprobungsphase

Bevor die von FCT electronic neu entwickelte Kupplung für den Ladevorgang in die Erprobungsphase gehen konnte, waren umfangreiche Tests und Zertifizierungen notwendig. So zum Beispiel konnte beim Österreichischen Verband für Elektrotechnik im Dezember letzten Jahres eine Konformitätserklärung nach IEC 60309-1:1999 + A1:2005 für den Ladesteckverbinder 16 A erzielt werden.

Die Anforderungen in der Automobilindustrie gelten hinlänglich als sehr anspruchsvoll, weil neben den extremen Klimabedingungen auch verschärfte Einsatzbedingungen, wie zum Beispiel durch Salz und Sand, getestet werden müssen. FCT electronic hat daher eine geeignete Kontaktbeschichtung erprobt und eingeführt.

Nach der erfolgreichen Felderprobung mehrerer hundert Ladestationen nebst Elektrofahrzeugen der Hersteller Renault und Nissan in Israel ist der flächendeckende Auf- und Ausbau der Infrastruktur für die E-Mobility geplant. Das Ziel ist es, mehrere hunderttausend Ladestationen landesweit aufzustellen. Mit der Verabschiedung eines einheitlichen Standards in Form eines Normen- und Regelwerks gemäß IEC 62196-2 kann die Einführung von E-Mobility auch in Westeuropa und dem Rest der Welt erfolgen.

Das Hauptaugenmerk und der Schlüssel für den Großserieneinsatz von Elektrofahrzeugen und deren Netzintegration ist die Einigung der nationalen und internationalen Interessenvertreter auf eine kompatible und standardisierte Schnittstelle für das Laden der Fahrzeuge.