Kabel und Zubehör Kabelverschraubung bewährt sich in Kreislauf-Atmengeräten

Hundertprozentig funktionierende Kabelverschraubungen kommen zum Einsatz auch in modernen Atemsystemen.
Hundertprozentig funktionierende Kabelverschraubungen kommen zum Einsatz auch in modernen Atemsystemen.

Kaum etwas ist so faszinierend und zugleich lebensfeindlich wie das Erkunden von tiefen Gewässern. Damit Menschen dorthin vordringen können, braucht es lebenserhaltende Systeme, die unter widrigen Bedingungen hundertprozentig funktionieren. Dabei tun Kabelverschraubungen zuverlässig ihren Dienst.

Von Walter Lutz, freier Journalist.

Horst Dederichs, Geschäftsführer der Dive2gether Tauschsport GmbH in Jüchen bei Mönchengladbach, konstatiert: „An unseren Systemen sind alle Komponenten sicherheitsrelevant“. Denn fällt ein Bauteil aus oder es wird undicht, so gerät ein Taucher bei Wassertiefen von 100 m sofort in größte Not. „Während ein Sporttaucher aus wenigen Metern Tiefe einfach auftauchen kann, ist die Situation eines technischen Tauchers ungleich schwieriger, muss er doch beim Auftauchen aus großen Tiefen Dekompressionspausen zwingend einhalten, um den entstandenen Stickstoff im Blut wieder abzuatmen. Auch sind für die unterschiedlichen Wassertiefen verschiedene Atemgase mitzuführen. „In der Vergangenheit musste ein Taucher daher mehrere große Gasflaschen umschnallen“, erklärt Dederichs. Denn unter Druck erhöht sich der Gasverbrauch des Tauchers enorm, und bei Tiefen bis 100 m sind vier unterschiedliche Gasgemische – also vier Gasflaschen – überlebensnotwendig.

Um diesen Aufwand zu reduzieren, entwickelte der engagierte Taucher mit seinem Team vor einigen Jahren eigene Kreislaufatemgeräte und gehört damit heute zu einer Handvoll international erfolgreicher Unternehmen in der „Diver-Szene“.

Kreislauf-Atemgeräte mit Elektroniksteuerung

Das Prinzip der Neuentwicklung: Der Taucher atmet dabei nicht mehr ins Wasser aus, sondern in das Gerät, in dem das schädliche CO2 mittels Atemkalk gebunden wird. Anschließend ersetzt das Gerät nur den verbrauchten Sauerstoff auf das jeweils eingestellte Niveau. „Damit konnten wir unsere Atemgeräte sehr kompakt bauen und erreichen dennoch wesentlich längere Tauchzeiten“, so Dederichs. Zum Vergleich: Während eine herkömmliche 10-l-Tauchflasche in 100 m Tiefe gerade mal für knapp zehn Minuten Tauchzeit reicht, kann der Taucher mit dem D2G-Gerät mehrere Stunden unter Wasser bleiben. „Die Tauchzeit wird meist eher durch das Auskühlen des Tauchers bei tiefen Wassertemperaturen begrenzt als durch unsere Atemgeräte.“

Diese Geräte hat der Gesetzgeber als persönliche Schutzausrüstung in der höchsten PSA3-Kategorie eingestuft – zu zertifizieren nach EN 14143:2013. „Nicht nur unsere Systeme, sondern auch deren Fertigung unterliegt einer permanenten Qualitäts- und Produktionsüberwachung“, stöhnt Horst Dederichs angesichts des damit verbundenen Aufwands. „Aber wir können uns kein technisches Versagen erlauben, denn dann wäre unser Ruf in der Taucherszene schnell ruiniert.“

Dichtigkeit nur mit hochwertiger Kabelverschraubung

Damit der Taucher sein Atemsystem und die relevanten Tauchdaten stets im Blick hat, trägt er am Handgelenk einen Mini-Bildschirm. Dieser zeigt Tiefe, Zeiten und andere Systemdaten an: Sind die Anzeigen grün, ist alles OK. Rot signalisiert Fehler und Gefahr. Die Anzeige am Handgelenk ist mit dem Atemgerät auf dem Rücken des Tauchers per Kabel verbunden.

Für eine zuverlässige Kabeleinführung am dicht vergossenen Elektronikgehäuse im sogenannten „Kopf “ des Atemgerätes sorgt eine hochwertige Kabelverschraubung von Pflitsch, die blueglobe in der Größe M12. „Bei der Entwicklung unseres Kreislaufgerätes haben wir uns auf dem Markt nach einer sicheren Kabeleinführung umgeschaut und stießen dabei immer wieder auf diese Produktlösung“, erinnert sich Horst Dederichs. Schon die Testinstallationen mit der blueglobe überzeugten. Und die Entscheidung sollte sich als richtig herausstellen, denn: „Wir hatten in den ganzen Jahren keinen Ausfall oder gar Reklamationen.“

Die Kriterien für die Kabelverschraubung an den D2G-Geräten vom Typ SF2 ECCR sind hoch: Sie muss sicher abdichten und unter allen Umständen einen Wassereintritt verhindern. Langlebigkeit, Druckstabilität und Salzwasserbeständigkeit sind ebenso gefordert wie eine hohe Zugentlastung, die verhindert, dass das Kabel bei mechanischer Zugbelastung aus der Verschraubung rutscht. Auch die Abstimmung mit dem verwendeten Kabel nebst stabiler Außenhülle, das trotzdem flexibel ist und über einen speziellen längswasserdichten Aufbau verfügt, lief von Anfang an problemlos.

Schon serienmäßig erreicht die blueglobe sehr hohe Dichtigkeitswerte: IP68 bis 15 bar – das entspricht dem Druck bei 150 m Wassertiefe. Patrick Vittinghoff von der zuständigen Vertretung Wagner aus Wülfrath erklärt, wie Pflitsch das erreicht: „Bei der blueglobe sorgt ein kugelförmiger Dichteinsatz aus spezialmodifiziertem TPE-Kunststoff für die sichere und langlebige Abdichtung. Denn anders als bei herkömmlichen Verschraubungen schont diese großflächige Kontaktierung das Kabel und verhindert wirkungsvoll, dass der Kabelmantel irreparabel eingeschnürt wird.“ Dadurch ergebe sich auch eine im Vergleich zu vielen Standardverschraubungen um gut 150 Prozent bessere Zugentlastung nach EN 50262 Klasse B. Durch den guten Kraftschluss zwischen Kabel und Dichteinsatz werden neben großen statischen auch dynamische Kräfte aufgenommen. „Was sich beim Tieftauchen bewährt, funktioniert natürlich in den klassischen industriellen Einsatzfeldern unserer Kunden“, unterstreicht Vittinghoff.