Innovationstreiber Industrie 4.0 Für Automatisierungskonzepte optimierte Schalter und Schutzelemente

Industrie 4.0 ist die Innovation nicht nur in der Automatisierung-Branche.
Industrie 4.0 ist die Innovation nicht nur in der Automatisierung-Branche.

Wer in jüngster Zeit auf Industriemessen wie der SPS IPC ­Drives verschiedene Firmenstände besucht hat, der wurde unweigerlich mit dem Schlagwort Industrie 4.0 konfrontiert. Selbst Firmen, die unter anderem mit elektromechanischen Komponenten Geld verdienen, schmücken sich vorrangig mit Innovationen, welche die Automatisierung der Automatisierung voranbringen sollen.

Keine Frage: Die vierte industrielle Revolution auf Basis von Cyber-physical Systems, die gerne mit Industrie 4.0 abgekürzt wird, hat immense Auswirkungen auf die Gesellschaft rund um den Globus. Zwangsläufig konzentrieren sich auch alle Fachmessen mit Schwerpunkt Industrieelektronik auf diese Themen. Es gibt wohl keine Firma, die als Aussteller diese Messen besucht und dabei nicht herausstellt, dass sie mit interessanten Neuheiten an dieser Wirtschaftsentwicklung – auch monetär – teilhaben will. Gerade Firmen wie Cherry, E-T-A, Harting oder Wago, die jahrzehntelang mit mechanischen bzw. elektromechanischen Komponenten wie Tastaturen, Klemmen und Steckverbindern wirtschaftlich groß geworden sind, ordnen ihre Entwicklungsaktivitäten neu. Harting zum Beispiel präsentierte während der in der eigenen Smart Factory „HAII4YOU“ Lösungen zur Fertigung individualisierter Produkte zu Konditionen einer Massenfertigung. Oder die Firma Weidmüller, die mit Reihenklemmen und Industrie-Steckverbindern groß geworden ist, stellte Produkte wie u-link als webbasierte Fernwartungslösung oder u-remote als flexibles Remote-I/O-Sub-Bus-System in den Vordergrund. Eine Reihe weiterer interessanter Beispiele sind Gegenstand der folgenden Zusammenfassung.

Energieautarke Funkschalter

Die Firma Cherry Industrial Solutions beispielsweise existiert seit 1953 – damals noch als Cherry Electrical Products – und wurde 2008 von ZF Friedrichshafen übernommen. Erstere wurden bekannt als Hersteller von Mikroschaltern und produziert seit der Übernahme auch Touch Controls und Sensoren. 

Die aktuellsten Produkte indes sind energieautarke Funkschalter (Bild 1) für industrielle Anwendungen, die in zwei standardisierten Gehäusevarianten verfügbar sind: als Wippschalter für die Betätigung durch Menschenhand und als Schnappschalter für die mechanische Betätigung (z.B. durch eine Maschine als End-/Positionsschalter). Beide Varianten sind ausgelegt für europäische 868-MHz- oder nordamerikanische 915-MHz-Frequenzbänder, ferner für eine Reichweite bis 30 m in Gebäuden sowie mindestens 100.000 Schaltspiele. Ein mit den Funkschaltern kompatibles und gehäustes Standard-Empfänger-Modul ist mit diversen Ausgangsschnittstellen sowie einer eigenen Stromversorgung lieferbar und auch für die Wandmontage geeignet.

 

Ein flexibles Pairing erlaubt den Betrieb mehrerer Empfänger mit einem Schalter (und umgekehrt). Eine „Unique ID“ schließt aus, dass es zu einer unerwünschten Beeinträchtigung beim Betrieb mehrerer Funkschalter kommt. Die energieautarken Funkschalter sind eine sinnvolle Alternative zum Überwachen und Steuern von Industrieanlagen. Sie benötigen keinerlei Wartung und bieten für die Gebäude- und Industrieautomation mehr Flexibilität bei der Planung, da keine aufwendige und teure Verkabelung notwendig ist.

Optionsmodul für Sicherheitsschalter- und Schlüsseltransfersysteme

Die Firma E. Dold & Söhne wurde bereits 1928 gegründet und produziert seit 1936 Relais. Später kamen Motorbremsgeräte und Sicherheitslösungen für die industrielle Fertigung hinzu. Das aktuellste Produkt im Firmen-Portfolio ist ein robustes Optionsmodul aus Edelstahl für das Sicherheitsschalter- und Schlüsseltransfersystem Safemaster STS (Bild 2). Es ermöglicht die einfache Einbindung von Befehls-, Melde- und Not-Halt-Funktionen sowohl in neue als auch in bestehende Sicherheitskonzepte. Das STS-System fungiert also als Steuerzentrum, von dem aus Befehlsfunktionen, Zustandsanzeigen, Freigaben sowie Haupt- und Wartungszugänge kontrolliert werden können.