Die 3-Mrd.-Dollar Sparte von Tyco Electronics

Die Geschäfteinheit Communication, Computer & Consumer Electronics steuert jährlich rund 3 Milliarden Dollar zum Konzernumsatz von Tyco Electronics bei. Mehr als die Hälfte davon kommt aus Asien. Dennoch bleibt Europa der wichtigste Entwicklungsstandort. Dirk Bartels, Vice President, im Gespräch mit Markt&Technik.

Die Unternehmenssparte CCCE ist in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gewachsen. Sie ist heute die zweitgrößte Sparte von TE hinter Automotive. Worin liegt das Erfolgsgeheimnis?

Dirk Bartels: Entscheidend ist die globale Ausrichtung von TE. Bei uns ist es Standard, innerhalb weniger Wochen einen Steckverbinder in Europa zu entwickeln und die Massenfertigung in Asien zu starten. Das heißt, dass wir das Know-how heute ohne Zeitverzögerung in die entsprechende Region transferieren können. Das unterscheidet uns auch von unseren Wettbewerbern am Markt. Außerdem sind wir innerhalb von TE der Bereich, der die meisten neuen Produkte im Jahr entwickelt.

Die Branchen, die Sie adressieren, sind sehr schnelllebig. Es ist sicherlich heute eine Herausforderung, mit den schnellen Entwicklungszyklen mitzuhalten …

… und gleichzeitig enorme Stückzahlen zu liefern. Genau das ist nämlich die Schwierigkeit. Wir müssen die Abläufe und Prozesse exakt aufeinander abstimmen, von der Entwicklung, der Volumenfertigung bis hin zum Produktmarketing und Qualitätsmanagement. Das gelingt uns als TE sehr gut, denn wir sind in der Lage, innerhalb von nur sechs Wochen aus einer Idee ein Massenprodukt zu fertigen. Die Grundvoraussetzung dafür ist eine gute Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Kollegen aus der ganzen Welt. In Europa verfügen wir über ein ausgedehntes Global- und Key-Account-Management. Außerdem haben wir so genannte »Customer Focus Teams« etabliert, um unsere Kunden noch schneller und besser unterstützen zu können.

Rund 60 Prozent des Umsatzes generieren Sie in Asien, und davon wiederum die Hälfte in China. Welche Bedeutung hat also noch Europa für Sie als Standort?

Dafür gibt es eine einfache Antwort: »No Design-in here, no Business in Asia«. Die europäischen Entwicklungsaktivitäten bilden sehr oft die Basis für unser Geschäft in Fernost. Über 50 Prozent der Produkte, die wir in Europa verkaufen, importieren wir aus Asien – oder zu einem geringen Teil aus den USA. Im Bereich des Mobilfunks und bei Funknetzwerken sind unsere europäischen Kunden führend in der Welt. Daher hat Europa für uns einen sehr großen Stellenwert hinsichtlich der Entwicklungsaktivitäten. Etwas anders verhält es sich im Bereich der Computer- und Consumer-Elektronik. Hier sind asiatische Produktentwicklungen seit längerer Zeit entscheidend. Es werden zwar noch Computer in Europa hergestellt – und zunehmend auch Fernsehgeräte –, unsere asiatischen Kollegen realisieren allerdings das Design-in.