HF-Steckverbindungen Dichtungskonzepte für Koax-Stecker

Verbindungsstellen in Koaxialsteckverbindern müssen vor Umwelteinflüssen, besonders Feuchtigkeit, geschützt werden, denn sie verändern die HF-Übertragung maßgeblich. Im Folgenden soll auf die verschiedenen Arten von Dichtheit bei Koax-Steckern eingegangen werden: Längs-, Quer- und Einbaudichtigkeit.

Bei koaxialen Steckern oder Buchsen kann im nicht gesteckten Zustand die Notwendigkeit einer Längsdichtung bestehen. Diese verhindert, dass Gase und Feuchtigkeit in axialer Richtung durch das gegebenenfalls offenliegende Steckgesicht dringen.

Es gibt zwei gängige Methoden, um die Längsdichtigkeit zu gewährleisten: zum einen durch eine zweistufige O-Ring-Dichtung oder durch eine einfache Scheibendichtung. Bei der Abdichtung mit zwei O-Ringen werden jeweils ein O-Ring zwischen Gehäuse und Isolierung und ein O-Ring zwischen Isolierung und Kontaktbuchse angebracht (Bild 1). Beide O-Ringe werden mit Eigendruck verbaut und zusammen mit Isolierung beziehungsweise Kontaktbuchse in das Gehäuse eingeführt. Um den Gehäuse-Isolierung-Dichtring nicht zu beschädigen, ist im Gehäuse eine Einbauschräge eingelassen. Eine weitere Möglichkeit zur Längsdichtung ist die Verwendung einer Dichtscheibe. Diese Scheibe dichtet sowohl zwischen Gehäuse und Dielektrikum sowie zwischen Innenleiter und Isolator.

Der Vorteil der Scheibe liegt darin, dass sie zwei O-Ringe ersetzen kann. Um eine Dichtscheibe benutzen zu können, ist jedoch ein konstanter Druck vom unteren Isolator nötig. Ohne diesen Anpressdruck könnte ein Luftspalt entstehen, der zu möglichen Leckstellen und zu schlechten Rückflussdämpfungswerten führen kann. Wegen höherer Kosten der Dichtscheibe und der guten Dichtwerte der O-Ringe ist die Ausführung mit zwei O-Ringen üblicher.

Querdichtigkeit

Auch – beziehungsweise besonders – im geschlossenen Zustand muss eine Steckstelle gegen Umwelteinflüsse geschützt werden. Im Steckgesicht zwischen Stecker und Buchse schließt eine Dichtung, sobald beide Steckverbinder miteinander gekoppelt werden. Um den Außenleiter des Steckers ist dazu ein Dichtelement angebracht, das vom Außenleiter der Buchse gedrückt wird (Bild 2). Diese zwangsgedrückte Dichtung hält bis 2,5 bar dicht.

Die Anforderungen an die Dichtheit einzelner Verbindungen oder nicht gesteckter Verbinder gilt natürlich im gleichen Maße auch für das gesamte Stecksystem (Bild 2). Um eine Querdichtigkeit in einem Stecksystem zu erreichen, muss sich an allen Verbindungsstellen eine entsprechende Dichtung befinden. Die Verbindungsstellen befinden sich zwischen Stecker und Buchse und jeweils an den Übergängen zu den Kabeln.