Arbeitskontakt wird Ruhekontakt

Zum Patent angemeldet ist eine Erfindung, die einen herkömmlichen Reed-Arbeitskontakt funktionstechnisch in einen Ruhekontakt umwandelt, was viele Anwendungen dieser Schaltelemente vereinfacht oder überhaupt erst praktikabel macht.

Zum Patent angemeldet ist eine Erfindung, die einen herkömmlichen Reed-Arbeitskontakt funktionstechnisch in einen Ruhekontakt umwandelt, was viele Anwendungen dieser Schaltelemente vereinfacht oder überhaupt erst praktikabel macht.

Der in Olching bei München ansässige und durch mittlerweile mehrere hundert zum Patent angemeldete Erfindungen bekannt gewordene „Ideenschmied“ Bruno Gruber (www.brunogruber.de) hat ein schalttechnisches Problem auf unkomplizierte Weise gelöst: die Invertierung der Funktion eines herkömmlichen Reedkontaktes.

Zweiter Magnet löst das Problem

Bekannte Reed-Kontaktschalter bestehen aus zwei ferromagnetischen Schaltungen, die sich bei Annäherung eines Permanentmagneten schließen und so die Funktion eines „Arbeitskontaktes“ realisieren. Ist das durch den Permanentmagneten gebildete Magnetfeld nicht vorhanden, ist der Kontakt geöffnet. Viele Anwendungen erfordern jedoch eine invertierte Schaltfunktion, benötigen also die Funktion eines Ruhekontaktes, beispielsweise zur Signalisierung des offenen Zustandes von Fenstern und Türen oder zur Beleuchtung von Schaltschränken bei geöffneter Tür (Prinzip der „Kühlschrank-Beleuchtung“), wenn mechanische Schalter nicht verwendet werden können: Hier muss der Kontakt zum Einschalten der Beleuchtung geschlossen werden, wenn sich durch das mechanische Öffnen einer Tür der Magnet entfernt und damit das Magnetfeld am Reedkontakt nicht wirkt.

Derartige Ruhekontakt-Reedschalter gibt es zwar in Form von Reed-Umschaltkontakten (Wechsler); hier ist der Ruhekontakt aus nichtmagnetischen Materialien gefertigt, die nur mit sehr geringen Spannungen und Strömen belastet werden können, auch sind sie sehr aufwendig zu fertigen und teuer.

Um jedoch einen preisgünstigen Reed-Arbeitskontakt als Ruhekontakt betreiben zu können, seine Funktion also zu invertieren, wird zum Beispiel bei Fenster/Tür-Alarm-Anordnungen zusätzlich eine invertierende (Transistor-) Schaltung verwendet, die aber einen Ruhestrom erfordert und evtl. genutzte Batterien belastet.

In dem nun zum Patent angemeldeten Konzept werden herkömmliche Reed-Arbeitskontakte als Ruhekontakte verwendet, erlauben deshalb das Schalten hoher Spannungen und Ströme, benötigen keine Transistorschaltungen, funktionieren ohne Ruhestrom und sind auch noch preisgünstiger und störungsfreier.

Das „Geheimnis“: ein zweiter und am Reed-Arbeitskontakt angebrachter Permanentmagnet, der den Ruhekontakt bei nicht vorhandenem schalt-auslösendem Extern-Magnetfeld geschlossen hält (Bild 1). Dies ist beispielsweise der Zustand, in dem eine Tür geöffnet und der an der Tür angebrachte Magnet auf Distanz ist. In diesem Fall bewirkt der geschlossene Arbeitskontakt eine gewünschte Einschaltfunktion.

Nähert sich nun der bewegliche Magnet dieser Anordnung in richtiger Polarität an (Bild 2), kompensiert er das Magnetfeld des im Reed-Kontakt bereits vorhandenen Dauermagneten, so dass der Schaltkontakt öffnet. Da keine zusätzlichen elektronischen Bauteile erforderlich sind, ist dieses Schalterkonzept sehr störunanfällig, es kann auch größere Ströme schalten und erspart beispielsweise in explosionsgefährdeten Bereichen einen sehr teuren mechanischen Schalter.

Eine Fortführung dieses Konzeptes kann beispielsweise positionsabhängiges oder richtungsabhängiges Schalten möglich machen (Bild 3): Nähert sich der bewegliche Magnet in anderer Polarität (umgekehrter Positionierung), wird die Schaltfunktion nicht ausgelöst. Dies könnte z.B. auch zum Detektieren der Bewegungsrichtung von Gegenständen genutzt werden. ha