10 km Steuer- und Versorgungsleitungen halten den Betrieb am Laufen

Die Erzeugung von Biogas stellt eigene Anforderungen an das Equipment. Innerhalb der Bio-Erdgasanlage im bayrischen Schwandorf kommen rund 10 Kilometer Leitungen der Stuttgarter Lapp-Gruppe zum Einsatz.

Europas größte Bio-Erdgasanlage steht in Schwandorf in der Oberpfalz: Schmack Biogas errichtete dort gemeinsam mit E.ON Climate & Renewables und E.ON Bayern Wärme eine technisch hochmoderne Anlage. Diese reinigt das Rohbiogas so, dass es die gleiche Qualität wie Erdgas hat und somit in das Erdgasnetz eingespeist werden kann.

Bio-Erdgas ist vielseitig und kann sowohl zur Erzeugung von Wärme als auch zur Erzeugung von Elektrizität unabhängig vom Ort der Produktion genutzt werden. Die Leistungen der im Frühjahr 2008 eröffneten Anlage sind beeindruckend! Jährlich verarbeitet sie ca. 80.000 Tonnen Mais, Gras und sonstige Zwischenfrüchte. Die liefern ca. 200 Landwirte aus der Umgebung von Schwandorf. Das Gelände der Anlage ist ca. 4,5 ha groß. Das Biogas wird dort in vier Durchflussfermentern mit je 1000 Kubikmetern Inhalt und vier Grubenspeicherfermentern erzeugt. Daraus lassen sich nach aktuellem Stand der Technik rund 16 Mio. m³ Biogas gewinnen.

Das reicht, um etwa 5000 Haushalte mit Energie zu versorgen. Die Anlage setzt außerdem neue Maßstäbe in der Bioerdgas-Produktion. Die Produktionsleistung beträgt ca. 10 MW (Gaserzeugung). Das produzierte Biogas wird nach der Aufbereitung in das bestehende Erdgasnetz eingespeist.

Ein wichtiger Kabel-Zulieferer bei Biogasanlagen ist seit Jahren die Stuttgarter Lapp-Gruppe - auch bei der Bio-Erdgasanlage in Schwandorf, wobei dort rund 10 Kilometer Leitungen zum Einsatz kommen.

Josef Bleyer, Mitarbeiter der Elektroabteilung bei Schmack Biogas: »Um fehleranfällige Klemmstellen zu vermeiden, verlegen wir die Kabel in einer Länge. Dabei werden sie durch unterschiedliche Bereiche gezogen. Aus diesem Grund muss der Außenmantel entsprechend der verschiedenen Verhältnisse hohen Anforderungen entsprechen.«

Wichtig bei der Verlegung: Die Steuer-, Leistungs- und Versorgungskabel werden getrennt in einem Kabelgraben in der Erde zum Technikraum und dem Schaltschrank verlegt. Für die Verkabelung der Rührwerke und Messstellen liegen die Leitungen dagegen offen und müssen den Witterungsbedingungen wie Eis und Schnee sowie UV-Einstrahlung standhalten. Zwischen den einzelnen Anlagenteilen werden die Leitungen in getrennten Kabelrinnen verlegt. Für diese feste Verlegung, auch für direkte Erdverlegung, kommen die Ölflex-Classic-110-Black-Leitungen zum Einsatz. Sie sind flammwidrig sowie UV- und witterungsbeständig.

Am sogenannten Beschicker, der sich beim Befüllen und Entleeren bewegt, am Separator, der betriebsbedingt vibriert oder in Bereichen, wo durch möglichen Gasaustritt eine chemische Beständigkeit erforderlich ist, werden ebenfalls die Ölflex-Classic-110-Black-Leitungen verwendet. Sie sind bei gelegentlichem, flexiblem Einsatz und bei normaler mechanischer Beanspruchung eine gute Wahl.

Noch viel höher werden die Anforderungen an das Kabel im Güllebehälter selbst. Hier bewegen das Tauchmotorrührwerk spezielle Ölflex-Robust-Leitungen, die besonders mechanisch und chemisch beständig sind. Öle, Fette, Wachse auf pflanzlicher, tierischer oder synthetischer Basis oder deren Emulsionen sowie Temperaturen im Güllebehälter von rund 40 °C können ihnen nichts anhaben.

Für die Verkabelung der Schalter, Steckdosen und Lampen verwendete Schmack NYM-Leitungen sowie NYY-Erdkabel für die Versorgungsleitungen im oberen Querschnittbereich (120 mm bis 240 mm). Bei der Datenübertragung werden dagegen die Profibusleitungen Unitronic Bus L2/Yv und die Datenleitung Unitronic Li2YCYv (TP) bevorzugt.