Distributoren setzen auf Embedded

Das Geschäft mit Embedded-Lösungen brummt trotz Krise. Die Distribution widmet sich dem Thema mit den unterschiedlichsten Ansätzen. Embedded hat nach Einschätzung der Distributoren durchaus das Potenzial, sich neben Halbleitern, passiven Bauelementen und der Elektromechanik zu einem weiteren lukrativen Standbein der Branche zu entwickeln.

Das Geschäft mit Embedded-Lösungen brummt trotz Krise. Die Distribution widmet sich dem Thema mit den unterschiedlichsten Ansätzen. Embedded hat nach Einschätzung der Distributoren durchaus das Potenzial, sich neben Halbleitern, passiven Bauelementen und der Elektromechanik zu einem weiteren lukrativen Standbein der Branche zu entwickeln.

»Zu den Wachstumstreibern im Bereich Embedded-Komplettsysteme zählen vor allem der Industriemarkt, aber auch die Medizinelektronik sowie Kiosk- und Digital-Signage-Systeme«, so Frank Bittigkoffer, Leiter der Discomp-Tochter Rutronik. Kaum ein anderer Markt hat in den letzten Jahren so stabil zugelegt wie der für Embedded-Systeme. 2008 prophezeite die BITKOM, der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, den Anbietern von Embedded-Systemen ein Umsatzvolumen von über 4 Mrd. Euro. Wachstumsträger im Umfeld von Embedded-Systemen ist der Dienstleistungsbereich, der mit rund 14 Prozent deutlich stärker wächst als der Hardware-Bereich mit 10 Prozent. Auf den Dienstleistungsbereich entfielen laut BITKOM in 2008 rund 1,8 Mrd. Euro.

Wird 2009 die hohen Erwartungen in dieses Segment enttäuschen? »Nein«, meint Stephan Ziegler von BITKOM. »Wir gehen davon aus, dass der Embedded-Markt nicht so stark unter der Krise leiden wird wie andere Marktsegmente. Man kann Embedded als eine Art Innovationsmotor betrachten. Wenn Unternehmen aus der Automobilbranche oder dem Maschinenbau weiterhin Weltmarktführer bleiben wollen, können sie das Thema trotz Wirtschaftskrise nicht aus ihrer Entwicklung ausklammern, sonst würden sie ihren Weltmarktführerstatus verlieren«, erläutert Ziegler. »Zwar werden die Stückzahlen nach unten gehen, aber ich denke nicht, dass sich Firmen aus der Embedded-Entwicklung zurückziehen werden.«

Welches Umsatzvolumen der Embeddedmarkt für die Distribution bereithält, ist nur schwer abzuschätzen. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen, was alles zu Embedded zählt. »Gerade die Vielfalt der angebotenen Embedded-Systeme macht klar, dass das Marktsegment Embedded nicht ganz so scharf umrissen und definiert ist wie etwa Automotive«, sagt Detlef Kaminski, Direktor technisches Marketing, Spoerle. »Aber wir sind überzeugt, dass dieses etwas diffuse Marktsegment wegen seiner technischen Komplexität für die Distribution an Bedeutung gewinnt, weil gerade jetzt viele Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Situation nur begrenzte Entwicklungsressourcen zur Verfügung haben.«

Wird sich der Embedded-Bereich zu einem der Schlüsselelemente der Distribution entwickeln? »Je nach Definition ist dieses Marktsegment eines mit dem stärksten Wachstum und wird sich auch weiter auf diesem Niveau entwickeln. Da der Embedded-Markt auch in andere Segmente hineindiffundiert, ist parallel mit dem eigentlichen Wachstum durchaus auch mit Verschiebungen zwischen den Segmenten zu rechnen«, so Kaminski.