Sie sind hier: HomeRubrikenDistributionSonstiges

Kommentar: Ist die Distribution fit für die digitale Transformation?

Der Online-Handel und Verkaufs-Plattformen wie Amazon oder Alibaba bringen auch für den Handel mit elektronischen Bauelemente neue Herausforderungen. Geschäftsmodelle à la »Mee too« werden in Zukunft für einen Distributor nicht mehr zum Erfolg führen.

Karin Zühlke, Markt&Technik Bildquelle: © WEKA FACHMEDIEN GmbH

Karin Zühlke, Leitende Redakteurin, Markt&Technik

»Bauelementedistribution war 2015 ein stabiles Geschäft, wenngleich der Druck auf die Profitabilität anhielt und das Geschäftsmodell von Distributoren aller Größen weiterhin herausgefordert wird«, fasst Georg Steinberger in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des FBDi und Chairman der DMASS in seinem Jahresaus- und -rückblick für die Markt&Technik (erschienen in Ausgabe 1/2) zusammen.

Das Distributionsgeschäft ist längst kein Selbstläufer (mehr). Der Online-Handel und Verkaufs-Plattformen wie Amazon oder auch Alibaba bringen auch für den Handel mit elektronischen Bauelementen Herausforderungen mit sich, die derzeit in Gänze noch gar nicht absehbar sind. Die Grenzen zwischen B2B und B2C sind in einigen Bereichen nicht mehr klar zu ziehen und Distributions-Geschäftsmodelle, die rein auf »Mee-too« aufsetzen, werden in Zukunft nicht mehr oder zumindest nicht mehr gut funktionieren. Wer sich im B2B-Distributionsumfeld positioniert bzw. halten möchte, muss echten Mehrwert oder ein Alleinstellungsmerkmal bieten. 

Wir genießen in der DACH-Region glücklicherweise immer noch den Vorzug eines sehr vielseitigen und vielschichtigen Distributionsumfeldes – von ganz klein bis ganz groß. Das zeigt: Wer sich anstrengt und sein 

Geschäftsmodell diversifiziert, hat Erfolg – ganz unabhängig von seiner Größe und Ausrichtung. Distribution ist bekanntlich ein Verdrängungsmarkt, aber der Kuchen ist trotzdem groß genug für viele, zumal der Bedarf an Elektronik dank des digitalen Wandels in allen Lebensbereichen weiterhin stark steigen wird: Smarte Elektronik ist in Zukunft (fast) überall zu finden: vom smarten Zuhause bis zum smarten Postboten, alias Drohne, der künftig über strukturschwachen Gebieten die Post aus der Luft zustellen könnte. Wie man das findet, bleibt wohl Geschmacksache … 

Eben diese digitale Transformation mit Schlagworten wie dem »Internet der Dinge«, »Industrie 4.0«, »Big Data« und der »Cloud« kurbelt jedenfalls den Komponentenumsatz auch in diesem Jahr weiter an, darin sind sich die von Markt&Technik befragten Unternehmenslenker und Strategen aus der Distribution weitgehend einig. Bei vielen gehört »Smart«, »IoT« oder »Industrie 4.0« inzwischen zur Unternehmensstrategie.

Aber auch die Supply Chain wird sich verändern, zum einen – wie eingangs schon erwähnt – durch neue Player und Zielgruppen, zum anderen werden die Anforderungen an eine smarte Logistik steigen. Es wird also für einen Distributor nicht ausreichen, andere auf dem Weg zur smarten Elektronik zu unterstützen, die digitale Transformation muss auch intern gelebt werden. Vor diesen smarten Herausforderungen steht natürlich nicht nur die Distribution, sondern die gesamte Industrie. Es bleibt spannend … !