Rutronik setzt auf ein breites Relais-Portfolio

Vor allem der Industriebereich ist laut Norman Majer, Product Sales Manager Relais bei Rutronik, »Hauptabsatzmarkt der Distributoren«. Das facettenreiche Relais-Segment zur Steuerung von Bahnsignalen, Windkraftanlagen oder medizinischen Geräten werde verstärkt nachgefragt.

»Hier können vor allem Distributoren mit einem breiten Portfolio punkten, das den vielfältigen Anforderungen mit einer großen Produktauswahl entgegenkommt.« Die hohe Nachfrage fördert zum einen Innovationen in der Produktentwicklung, wie etwa Omrons G2RL-1A-E-CV, eine Hochtemperaturversion der G2RLSerie oder Fujitsus Hochfrequenz-Relais FTR-B3-RF, das mit minimalen Abmessungen glänzt.

Zum andern sorgt die hohe Nachfrage Majer zufolge »auch für einen erfinderischen Umgang« mit existierenden Relais: So sind Telekom-Relais nicht selten in der Medizinelektronik anzutreffen, und Signalrelais stecken vermehrt in Netzwerken, wo sie die Ethernetports schalten.

SSR übertrumpfen EM-Relais 

In puncto Nachfrage bewegt sich der Stellenwert der Relais in Europa prinzipiell auf einem »konstant hohen« Niveau von rund 1 Mrd. Euro mit steigender Tendenz. Das betrifft sowohl die klassischen elektromechanischen Relais (EM) als auch die Solid-State-Relais (SSR). Doch letztere übertrumpfen mit Wachstumszahlen von zuletzt rund 10 Prozent die EM-Relais. Der Grund: »SSRs bieten oft eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu den EM-Relais, denn sie kommen ohne bewegte Teile aus und haben daher eine fast unbegrenzte Lebensdauer.« Das verringert den Aufwand, der durch den bisweilen erforderlichen Austausch von EM-Relais entsteht. Überdies zeichnen sich SSRs durch geringe Abmessungen, hohe Leistungsfähigkeit und Geräuscharmut aus.

Derzeit teilt sich der gesamte Absatzmarkt zu etwa gleichen Teilen auf in die Bereiche Telekommunikation, Industrial und Automotive – mit leichtem Schwerpunkt auf der Automotive-Branche. Für diese prognostizierte das Marktforschungsinstitut Venture Development Corporation (VDC) noch vor kurzer Zeit ein Ansteigen des Marktvolumens von 345 (2006) auf 445 Mio. Euro (2012). Angesichts der Wirtschaftskrise, die das Kfz-Segment besonders stark trifft, sei allerdings fraglich, »ob diese Voraussage haltbar ist«.