Mittelständische Distributoren: Mit Flexibilität und Ideen durch die Krise

Sowohl der DMASS als auch der FBDi mussten eine ernüchternde Bilanz des zweiten Quartals ziehen - die Umsätze sanken um rund 32 Prozent. Davon blieben auch die kleinen und mittelständischen Distributoren nicht verschont.

Allerdings fiel der Umsatzrückgang im Vergleich zum Markt bei diesen Firmen deutlich geringer aus. Mit viel Flexibilität, zusätzlichem Standbeinen, und dem Fokus auf innovativen Nischensegmenten meistern die Firmen den Downturn und halten nach neuen Wachstumsfeldern Ausschau. Auch die Stimmung scheint sich aufzuhellen: die meisten der von uns befragten Firmen gehen davon aus, dass die Talsohle erreicht ist.

eCOUNT

»Natürlich hatten auch wir Monate mit deutlichem Rückgang im Auftragseingang, seit Juli sind die Bookings allerdings wieder steigend und wir sehen viele neue Projektanfragen für 2009 und 2010«, so Geschäftsführer Friedrich Schnürpel.

Um der Krise gegenzusteuern runde man das Portfolio der eCOUNT ständig mit neuen Herstellern ab, die auf die Kunden und zukünftige Märkte zugeschnitten seien. »Darüber hinaus«, so Schnürpel, »investieren wir Zeit und Geld in Wachstumsmärkte und – was sehr wichtig ist – auch in die richtigen Mitarbeiter und gute Kontakte«. Trotz der Marktsituationen mussten keine Entlassungen vorgenommen werden.



Neue Trends und Entwicklungen sieht man bei ecount im Bereich Umwelt, Energie, Lichttechnik, und Automatisierung. »Hier sind eine Vielzahl neuer Technologien und Unternehmen entstanden. Die Commodity-Industrie wird nicht mehr lange der Hauptmotor der Electronik sein«, ist Schnürpel überzeugt, dessen Unternehmen sich derzeit auf diese Märkte vorbereitet und bereits an interessanten Projekten in der Entstehungsphase beteiligt ist.

Ist das Schlimmste vorüber? »Ob die Krise in der Elektronik vorbei ist, kann wohl niemand voraussagen, aber es zeigt sich allgemein ein leichter Trend nach oben. Liegt das nun am Weihnachtsgeschäft oder an einer globalen europäischen Erholung? Wer weiß…« 

setron

Dramatischer Umsatzrückgang? »’Dramatisch’ ist ein Begriff der zum Theater gehört«, kritisiert Michael Klammer, Geschäftsführer der setron. »Natürlich sind auch bei uns die Umsätze zurückgegangen und das ist ohne Frage ernst. Aber wir profitieren von der breiten Fächerung unseres Kundenklientels und der Unabhängigkeit von den ganz großen Key-Accounts«, so Klammer weiter.

Bedingt durch seine Größe ist der Braunschweiger Distributor noch gut manövrierbar und kann strategische Kursänderungen zeitnah umsetzen. »Ändern sich die Fakten müssen wir an unserer Ausrichtung arbeiten, Trends adaptieren oder neue Geschäftsfelder eröffnen. Unsere innovativen Produktlinien sind dafür ein gutes Beispiel.

Parallel investiere man in Mitarbeiter und »Werkzeuge«: Mit einer neuen ERP, Qualifizierungsmaßnahmen und einer entsprechenden strategischen Ausrichtung erarbeite man sich neue Geschäftsfelder und Märkte. »Wir stehen nicht in den Startlöchern und warten auf den Startschuss«, so Klammer, »diesen haben wir schon lange selbst abgegeben, indem wir unsere Prozesse verbessern und unsere Webservices permanent auf den aktuellsten Stand bringen.