Logistik in der Katalogdistribution

Laut Jürgen Lampert, Geschäftsführer von RS Components, »gilt es generell, an der Kostenstruktur in der Logistik wie auch an der Liefergeschwindigkeit zu arbeiten«. Festzustellen sei zudem, dass das »Preisbewusstsein bei den Versandkosten steigt«. Als weiterer Trend sei europaweit in der Katalogdistribution eine Zentralisierung zu beobachten, zudem würden immer mehr Distis Kunden im EU-Ausland bedienen.

Was das Preisbewusstsein und die Versandkosten anbelangt, habe RS Components mit der bereits 2002 erfolgten Inbetriebnahme des modernen Distributionszentrum in Bad Hersfeld den Grundstock gelegt und somit längst seine Hausaufgaben gemacht. Jürgen Lampert: »Das erlaubt es uns, neuerdings auf die Berechnung der Kostenpauschale für den Standardversand bei Bestellungen über unseren Webshop zu verzichten.«

Auch was die Liefergeschwindigkeit betrifft, liege laut Lampet der Optimierungsbedarf »eher« bei der unmittelbaren Konkurrenz. Die gute Lage des Zentrums mit der lokalen Verwurzelung in Bad Hersfeld und die Nähe zum Paketlogistiker GLS, der mit 57 Depots in Deutschland eine gute Flächendeckung hat, ermögliche auch »dank kurzer Wege« hohe Liefergeschwindigkeiten. Bei keinem der Mitbewerber könne werktags noch bis 22 Uhr eine Bestellung aufgegeben werden, »die dann noch am selben Tag bearbeitet wird und den Kunden am nächsten Tag erreicht«, versichert Lampert. Überdies entwickle sich das Distributionszentrum »zunehmend« zu einer Drehscheibe für die Versorgung europäischer Märkte wie die Benelux-Staaten, die Schweiz und Dänemark. Die Herausforderung bei zentralisierten Lagerstandorten sei dabei, »Service und Kundennähe zu gewährleisten«.

Um die täglich rund 3.500 Pakete kosteneffizient für den Versand fertig zu machen, hat RS Components von Beginn an im Gebäude mit immerhin 21.000 m2 Geschossfläche die Infrastruktur auf Teilautomatisierung der Prozesse ausgelegt. Wo immer möglich, werden etwa bei der Einlagerung der Produkte technisch unterstützte Standards genutzt: »Die Ware wird mit mobilen Datenterminals erfasst und grundsätzlich nur im komplett geschlossenen Behälter zum Lagerfach bewegt«, erläutert Lampert. Nach der Einlagerung erfolgt das Einlesen der Kennzeichnung des Fachbodens. Bei einer eventuellen Abweichung gibt das mobile Terminal sofort eine Fehlermeldung aus. Auch bei der Bestandskontrolle sorgen die neuen Prozesse für einen Qualitätsfortschritt: Gerade Bestandsabweichungen durch Zulagerung an einem falschen Lagerort seien heute »deutlich seltener«, wodurch auch alle Folgefehler wie Fehlkommissionierungen oder Fehlbestände weitestgehend vermieden würden.