IC abgekündigt – kein Problem

Das amerikanische Unternehmen Tekmos bietet Mikrocontroller, FPGAs, ASICs und andere Standard-Bauteile an, die bereits abgekündigt wurden und die es nicht mehr zu kaufen gibt.

Wenn ein Hersteller ein bestehendes Design weiter nutzen will, es die Original-Bausteine jedoch nicht mehr gibt, wird es schwierig. Genau an diesem Punkt setzt Tekmos an. Das 1997 gegründete Unternehmen aus dem texanischen Austin bietet Re-Designs für Mikrocontroller, FPGAs, ASICs und andere Standard-Bauelemente. Diese Re-Designs sind Pin-, Code- und Timing-kompatibel zu ihren Vorgängern.

Tekmos übersetzt dazu die Netzliste des Kunden bzw. die Binary-Bitstream-Daten aus dem FPGA in ein auf den eigenen Bibliothekselementen basierendes Design. Nach der Evaluierung des Timings der Schaltung werden verschiedene Simulationen durchgeführt und bei Bedarf Scan-Vektoren hinzugefügt. Falls erforderlich, erfolgt eine JTAG- und Programmdaten-Emulation. Die Netzliste wird anschließend in einem Gate Array implementiert und die Prototypen werden an den Kunden zur Freigabe geschickt.

Ein Beispiel für so einen Nachbau ist der TK80C51FA, der 8051-Mikrocontroller ohne ROM ersetzen kann. Diese Mikrocontroller wurden von einigen Herstellern bereits abgekündigt. Er ist kompatibel zum 80C51FA von Intel und kann auch andere Familien von NXP, Atmel oder Temic ersetzen.

Ein besonderer Trick, den Tekmos bei der Fertigung nutzt, um Kosten zu sparen, ist, dass verschiedene Designs auf einen Chip gebracht werden. Je nach Kunde werden dann die für ihn relevanten Teile des Chips aktiviert, der Rest wird deaktiviert und ist so auch für die anderen Kunden nicht nutzbar.

Gefertigt werden die Bausteine in einem CMOS-Prozess bei X-Fab. Die Prototypen der ICs sind meistens bereits nach vier bis acht Wochen fertig. In Deutschland wird Tekmos von der ED-V Gesellschaft für Elektronik & Design In mbh vertreten.