»gamma 2008«: In 3,5 Sekunden auf 100 km/h

Bei der »Formula Student Germany 2008« auf dem Hockenheimring raste der Rennwagen »gamma 2008« als Siebter in der Gesamtwertung durchs Ziel. Das Besondere daran: Nachwuchs-Konstrukteure der TU Darmstadt haben den Rennwagen selbst entwickelt und mit leistungsfähigen Komponenten ausgestattet.

Das von RS Components unterstützte DART Racing Team der TU Darmstadt erzielte bei diesem Motorsport-Event für Nachwuchs-Konstrukteure den 7. Platz in der Gesamtwertung und erhielt zudem einen Sonderpreis für den leistungsstärksten Motor. Das Team DART Racing wurde bereits im Jahr 2005 von Studenten verschiedener Fachbereiche der Technischen Universität Darmstadt gegründet.

In der Saison 2008 ging DART Racing mit einer Innovation an den Start: Die Querlenker des Boliden mit dem Namen »gamma 2008« wurden aus Karbon gefertigt, genauso wie die selbsttragende Konstruktion des Monocoques und die Felgen. So konnte das Team die anspruchsvollen Gewichtsvorgaben einhalten. In Sicherheit und Technik steht der »gamma 2008« der Formel 1 in nichts nach. Die Fahrleistungen sind berauschend: In 3,5 Sekunden wird der Fahrer aus dem Stand auf 100 km/h katapultiert. Die Spitzengeschwindigkeit liegt jenseits von 200 km/h.

Das Leistungsniveau der einzelnen Fahrzeuge nähert sich immer weiter an. Ähnlich wie bei der »großen« Formel 1 wird die Zuverlässigkeit daher auch bei der so genannten »Formula Student« immer wichtiger: »Entscheidend war, dass wir nicht mit einem technischen Defekt ausgefallen sind. Das verdanken wir unter anderem einer zuverlässigen Fahrzeugelektrik, wozu auch die Steckverbinder von RS gehören«, erklärt Team-Mitglied Tobias Berghäuser. Insgesamt sind in diesem Jahr 78 Teams verschiedener Technischer Hochschulen gegeneinander angetreten. Der technisch versierte Nachwuchs kam nicht nur aus Deutschland zum badischen Motodrom, sondern auch aus den USA, Australien, Kanada und Japan.

In der gesamten Konstruktion kommen Steckverbinder von RS zum Einsatz. Dieses Jahr haben die jungen Spezialisten die Verkabelung modular ausgeführt. Modifikationen sind dadurch leicht möglich. Auch die Fehlersuche wurde so vereinfacht. Die Elektrik (Steuergeräte, Relais, Sicherungen) brachten sie in wasserdichten Gehäusen unter dem Sitz und am Heckrahmen unter. An dieses Herzstück sind alle weiteren Komponenten wie Lenkrad, Bedienknöpfe, motorfremde Sensoren und Datenlogger mit Hilfe von Steckverbindungen angeschlossen. Auch die eigentliche Verschaltung/Pinbelegung passiert erst in den Gehäusen.

Bei der »Formula Student« stellen Studenten in Teamarbeit einen einsitzigen Formelrennwagen her, um damit bei einem Wettbewerb gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. Es gewinnt nicht einfach das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion und Rennperformance, Finanzplanung und Verkaufsargumenten. Der Anspruch der Formel Student ist die Ergänzung des Studiums um intensive Erfahrungen in den Bereichen Konstruktion und Fertigung sowie mit den wirtschaftlichen Aspekten des Automobilbaus. Die Branchenorganisation Verein Deutscher Ingenieure (VDI) richtet den Wettbewerb aus. In den USA gibt es solche Wettbewerbe bereits seit 1981.

Seinen nächsten Grand Prix-Auftritt könnte der »gamma 2008« auf der anderen Seite der Erdhalbkugel haben. Die Teilnahme an den australischen Entscheidungsläufen in Melbourne ist geplant. Im kommenden Jahr sind neben dem obligatorischen Antreten auf dem Hockenheimring auch Beteiligungen an den Rennen in Italien und Großbritannien angedacht. Für diese ehrgeizigen Pläne wünscht RS-Geschäftsführer Jürgen Lampert dem Team alles Gute: »Das von den Studenten entwickelte Fahrzeug ist ein echtes Beispiel deutscher Ingenieurskunst. Der Wettbewerb stellt für RS als Förderer technischer Innovation ein ideales Umfeld dar. Hier treten wir in Kontakt zu einer für uns sehr wichtigen Zielgruppe.«