Future Electronics: Deutlich größere Kundenbasis angepeilt

Weltweit gehört die kanadische Future Electronics (FE) zu den Top 3. Gerhard Meier, Marketing Manager Germany bei FE, will die Kundenbasis des Distributors hierzulande deutlich erweitern und erwartet für 2010 eine einstellige Steigerung.

Markt&Technik: Die deutsche Tochter von Future Electronics gehört in Deutschland zu den wenigen Distributoren, die keine einschneidenden Maßnahmen wie Entlassungen oder Kurzarbeit für nötig halten. Wie schaffen Sie es, das Schiff durch den Sturm der aktuellen Krise zu manövrieren, und welche nicht so einschneidenden Maßnahmen haben Sie in der Wirtschaftsflaute ergriffen?

Gerald Meier: Durch stetiges Optimieren unserer Prozesse arbeiten wir wie schon in guten Zeiten sehr effektiv. Das zeigt auch unser hoher Umsatz pro Kopf. Des Weiteren ist jetzt besonders Kostensparen angesagt. Dazu gehört auch, nicht alle offene Stellen im Moment sofort neu zu besetzen.

Wie ist das erste Quartal 2009 in Deutschland verlaufen – mussten Sie analog zu manchem Mitbewerber in Branchen wie Automotive bis zu 30 und mehr Prozent Umsatzeinbußen hinnehmen?

Wir konnten im ersten Quartal Marktanteile in Deutschland hinzugewinnen. Aber auch wir mussten Umsatzeinbußen hinnehmen, aber eben geringere als die meisten Wettbewerber.

Verlief das zweite Quartal ähnlich? Konnten Sie Ihren Marktanteil weiter vergrößern?

Ja, wir haben erneut leicht Marktanteile gewinnen können.

Welche Erwartungen haben Sie insgesamt für 2009?

Wir gehen, wie jeder andere auch, davon aus, dass wir 2009 unser Ergebnis von 2008 nicht erreichen werden. Ziel ist es nun, den Rückgang so klein und erträglich wie möglich zu halten. Der zurzeit leicht zu verspürende Aufschwung ist unserer Ansicht nach mit Vorsicht zu genießen. Es könnte sich auch um ein Auffüllen der vollkommen leer gepumpten Supply Chain handeln oder auch um eine Reaktion auf gestiegene Lieferzeiten in einigen Produktbereichen. Ob dieser Aufschwung wirklich den Markt widerspiegelt und somit beständig ist, bleibt deshalb fraglich. Stabilität auf dem jetzigen Niveau ist eher realistisch.

Sie sprechen von gestiegenen Lieferzeiten: Sehen Sie die Gefahr einer Allokation?

Nein, davon kann sicherlich keine Rede sein. Belegbarer Fakt ist aber, dass es in einigen Bereichen zumindest zu deutlich erhöhten Lieferzeiten kommt. Die Kapazitäten sind auf ein Minimum runtergefahren, die Supply Chain ist leer. Da reicht eine Stabilisierung des Endmarkts bzw. ein leichter Aufschwung, und es kommt bereits zu solchen Ergebnissen. Darauf sollte jeder gefasst sein. Dezidierte Beispiele auf Artikelbasis gibt es heute schon.

Zu Ihrer grundsätzlichen Strategie und Aktionen: Wie sehen diese aus? Wie unterscheiden sie sich vom Mitbewerb?

Da sind zunächst unsere drei Klassiker, auf denen der langjährige Erfolg von Future beruht. Erstens Logistik: Hier kann uns kaum einer etwas vormachen. Wir können alle gewünschten Systeme darstellen und unterstützen die Supply Chain mit einer ungewöhnlich hohen Lagerhaltung. Zweitens Lagerhaltung: Wir haben prozentual das größte frei verfügbare Lager. Das ist und bleibt unsere Stärke. Drittens technischer Support: 48 Prozent unseres Umsatzes basiert auf FAE-Arbeit. Das Verhältnis Außendienst zu technischem Personal ist 2:1. Damit kann man uns als »Demand Creation«-Distributor bezeichnen.

Viele Distributoren sehen sich zunehmend als Lösungsanbieter mit verstärktem Fokus auf Referenz-Designs.

Unsere System Design Centers (SDCs) offerieren eine breite Palette an Referenz-Designs zum Ausprobieren und Nachbauen. Außerdem adressieren wir vertikale Märkte: Kaum ein anderer Distributor hat sich derart zum Lighting-Experten gemausert wie wir. Unsere Abteilung »Future Lighting Solutions« (FLS) ist zur Referenz geworden, wie mit dem Thema Licht umgegangen werden muss. Kompetente Experten, Lösungen, Retrofit und vieles weitere wird seit vielen Jahren mit offenen Armen am Markt empfangen.