Distributionsmarkt stellt traurigen Rekord auf

Der europäische Markt für Halbleiterdistribution hat im zweiten Quartal 2009 um 32,6 Prozent nachgegeben und damit einen traurigen Rekord in der DMASS-Geschichte aufgestellt. Deutschland und Italien wurden von dem Rückgang am härtesten getroffen.

Noch nie wurde seit Gründung der Organisation vor 20 Jahren ein größerer Downturn registriert als in den ersten sechs Monaten 2009. Q2/2009 endete mit einem Umsatz von 869 Mio. Euro, was einem Rückgang von 32,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. »Berücksichtigt man den Auftragseingang 2008 und Anfang 2009, war klar, dass das zweite Quartal in einem Desaster enden würde, quer durch alle Regionen und Produktgruppen«, so DMASS-Chairman Georg Steinberger. »Unsere Hoffnungen für das verbleibende Jahr sind allerdings weniger pessimistisch.

Die Book-to-Bill-Ratios im Juli waren stellenweise hoch, und wir sind vorsichtig optimistisch, dass sich der Markt wieder erholen könnte.« In einigen Fällen rechne man sogar mit Problemen bei der Verfügbarkeit. Allerdings, so Steinberger, werde es einige Jahre dauern, bis die Umsätze der Distribution das Rekordniveau von Anfang 2007 wieder erreichen, das um 40 Prozent höher lag als im zweiten Quartal 2009.

In Italien sanken die Umsätze in der Distribution um 40,3 Prozent, in Deutschland um 34,3 Prozent. Unter den Schlüsselregionen waren die beiden Länder damit am stärksten vom Umsatzrückgang betroffen. In Frankreich gingen die Umsätze um 27 Prozent zurück und in UK um 28 Prozent. Die Schweiz musste ein Minus von 38,4% hinnehmen, Osteuropa ein Minus von 36,6 Prozent, Benelux von 23,6 Prozent. In Spanien und Portugal gab der Markt um 28,7 Prozent nach, in Österreich um 29,6 Prozent.

In absoluten Zahlen erzielte der deutsche Markt einen Umsatz von 282 Mio. Euro im zweiten Quartal, Italien von 99 Mio. Euro, UK von 80 Mio. Euro und Frankreich 78 Mio. Euro. »Die Krise hat alle Regionen erfasst. Es ist bemerkenswert, zu sehen, dass Low-Cost-Regionen wie Osteuropa stärker betroffen sind als die Schlüsselregionen, denn das bedeutet, dass die Amplitude durchschnittlich stärker ausschlägt, je weiter man in der Wertschöpfungskette geht«, so Steinberger. Bestes Beispiel für diese These ist Israel, dessen Umsatz in der ersten Jahreshälfte 2009 lediglich um 21 Prozent zurückging und damit um 8 Prozent unter dem EMEA-Durchschnitt lag.

Alle wichtigen Produktgruppen mussten im zweiten Quartal 2009 massive Einbrüche gegenüber dem Vorjahresquartal hinnehmen. Lediglich Speicher mit einem Rückgang von 18,2 Prozent und die programmierbare Logik mit -25 Prozent wichen davon ab. Analoge und MOS Micro Logic – die größten Produktgruppen – gaben um 30,5 Prozent bzw. 37 Prozent nach. Zu den größten Verlierern zählen das Power-Segment mit –40,4 Prozent, die Diskreten mit –38,2 Prozent und die Standardlogik mit –39,1 Prozent.