»Die Beschaffungswege ändern sich radikal«

Mark Larson, President des US-Distributors Digi-Key, gilt als Verfechter der Online-Distribution: Web-Support statt Außendienst, Direktversand aus USA statt europäischem Warehouse. Zugeständnis an europäische Kunden: Die Frachtkosten wurden drastisch gesenkt. Für 2008 rechnet der Distributor in Europa mit einem Umsatz von 65 Mio. Euro.

Herr Larsen, Sie sind nach wie vor davon überzeugt, dass Sie in Europa nicht mit Warehouses oder Sales-Niederlassungen präsent sein müssen?

Ja, wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass es von Vorteil ist, alle Produkte von Digi-Keys Distribution-Center in Nordamerika aus zu liefern. Wir versenden die Produkte am gleichen Tag, an dem uns die Bestellung des Kunden erreicht. Binnen 48 Stunden ist die Ware beim Kunden in Deutschland. Digi-Key liefert seinen Kunden die weltweit breiteste Produktpalette elektronischer Bauelemente, und das funktioniert nur, indem
wir von einem einzigen Lager aus liefern. Das große Versandvolumen, das wir über unser Distribution-Center abwickeln, senkt die Fixkosten und wirkt sich damit auch sehr positiv auf die Preise aus, die wir unseren Kunden bieten können.

Der europäische Distributionsmarkt wird 2008 aller Voraussicht nach - genauso wie in 2007 - bis auf wenige regionale Ausnahmen flach bleiben. Wie haben sich Digi-Keys Umsätze in Europa entwickelt?

Wir können in Europa eine exzellente Wachstumsrate vorweisen: Bis April 2008 lagen unsere Umsätze in Europa um 40 Prozent höher als im gleichen Zeitraum 2007. Die Umsätze in Deutschland sind im gleichen Zeitraum um mehr als 35 Prozent gestiegen, und dieser Wachstumstrend setzt sich offenbar fort. Wir werden in Europa in diesem Jahr voraussichtlich einen Umsatz von mehr als 65 Mio. Euro erzielen.

Vor anderthalb Jahren hat Digi-Key seinen Start in Italien und Osteuropa angekündigt. Wie ist der Status quo, und welche Länder stehen als nächstes auf Ihrer Agenda?

Wir haben unseren ersten Katalog in Italien zu Beginn des Jahres 2007 präsentiert, und die Umsätze in Italien entwickeln sich mit einer Steigerungsrate von 42 Prozent gegenüber dem letzten Jahr. In den osteuropäischen Ländern erzielen wir Zuwächse von über 66 Prozent, sie stellen aber immer noch den geringsten Teil des Gesamtumsatzes dar. Wir sind dabei, unseren Service in diesen Märkten weiter zu verbessern.