Beck Elektronik wird Vishay-Distributor: Spannender Neuanfang nach 15-jähriger Trennung

Nach der Übernahme von Roederstein durch Vishay war das Tischtuch zwischen Beck Elektronik und Vishay lange Zeit zerschnitten. Nun haben beide Seiten mit einem Distributionsvertrag für passive und optoelektronische Bauelemente wieder zusammengefunden – für Alexander Beck, Geschäftsführer der Beck-Firmengruppe, eine geradezu ideale Ergänzung des Produktsortiments.

Seit der Übernahme von Roederstein durch Vishay und der Kündigung des Distributionsvertrags gingen Vishay und Beck Elektronik getrennte Wege. Was hat Sie gut 15 Jahre später wieder zusammengeführt?

Alexander Beck: Wir haben natürlich über die Jahre die Entwicklung von Vishay zu einem führenden Hersteller von elektronischen Bauteilen verfolgen können. Für eine Erweiterung unseres Produktsortiments im Bereich der passiven und optoelektronischen Bauteile haben wir Vishay als neuen Wunschkandidaten identifiziert. Schön, dass beide Seiten die Vergangenheit ruhen lassen konnten und konstruktiv den Blick nach vorne richten. Erfreulicherweise hat sich auch schnell eine gewisse »alte«  Vertrautheit in den ersten Abstimmungsgesprächen eingestellt. Man kannte sich zum Teil noch persönlich von früher, und schnell waren die zwischenmenschlichen Brücken wieder geschlagen.

Vishay ist ein absoluter Broadliner. Führt eine Vertriebsvereinbarung da nicht zu massiven Überschneidungen mit Ihrem bisherigen Distributionsspektrum? Werden Sie als Konsequenz dieses Deals andere Vertriebsvereinbarungen beenden oder teilweise reduzieren?

Gerade weil Vishay ein absoluter Broadliner ist, war Vishay für uns so interessant. So gelingt es uns, mit nur einem zusätzlichen Lieferanten eine strategische Verstärkung in unseren Kompetenzbereichen passiver und optoelektronischer Bauelemente zu bekommen. Sicherlich kommt es hier zu der einen oder anderen Überschneidung, aber sowohl Vishay als auch Beck haben den Fokus auf Design-in und Neuprojekte gesetzt und nicht auf Umsatzverlagerung. Vielmehr können wir in dem riesigen Produktprotofolio von Vishay viele Komponenten finden, die eine ideale Ergänzung und Abrundung unseres derzeitigen Sortiments darstellen

Ihre Vertriebsvereinbarung bezieht sich auf Kondensatoren, Induktivitäten und Optoelektronik. Gibt es Produktbereiche, die Sie besonders stärken oder neu in Ihr Vertriebsprogramm aufnehmen?

Welche sinnvolle Ergänzung Vishay für uns bedeutet, möchte ich kurz am Beispiel Optoelektronik spezifizieren: Vishay bietet ein riesiges Programm an LEDs in allen denkbaren Ausprägungen an. LEDs haben wir aber schon von vier weiteren Anbietern im Programm, aber nicht nach der Spezifikation AECQ-101 qualifiziert oder in BIN-Klassen und Selektionen verfügbar, wie sie von anderen marktführenden Herstellern vorgegeben sind. Den oberen Leistungsbereich mit Power LED 3 W oder größer, den Vishay derzeit noch nicht abdeckt, können wir dafür mit unseren Lieferanten LG Innotek und EOI erschließen.

Bei High-Speed-Optokopplern mit Übertragungsraten bis zu 25 MB konnten wir bisher mit unseren Lieferanten nur einen Teil der Wettbewerbstypen von Avago austauschen. In dem weit verbreiteten Bereich von 5 bis 10 MB hat Vishay gerade diese Optokoppler, die wir vorher nicht anbieten konnten. Diese Auflistung ließe sich beliebig fortsetzen. Ich möchte nochmals meine vorstehend gemachte Aussage bekräftigen: Wir sehen in Vishay viel mehr eine Ergänzung als eine Überschneidung unserer Produktpalette.