Bauelemente-Distributionsmarkt wieder schwächer

Der deutsche Bauelemente-Distributionsmarkt (gemäß FBDi e.V.) gibt im dritten Quartal 2008 um 4,8 Prozent nach. Die Auftragslage wird schwächer. Die Book-to-Bill-Rate lag bei 0,96.

Wieder einmal zeigt sich der deutsche Bauelemente-Distributionsmarkt robuster als der Rest von Westeuropa. Der Umsatz ging im dritten Quartal 2008 um 4,8 Prozent (Europa: -8 Prozent) auf 606 Millionen Euro zurück. Der Auftragseingang ging im gleichen Zeitraum um 10,8 Prozent auf 582 Millionen Euro zurück.

Recht einheitlich zeigte sich die Lage in den großen Produktbereichen. Während die Halbleiterprodukte um 4,6 Prozent auf 423 Millionen Euro zurückgingen, fielen die passiven Bauelemente um 7,9 Prozent auf 92 Millionen Euro. Die elektromechanischen Bauelemente landeten mit -4,4 Prozent bei rund 71 Millionen Euro. Lediglich die Kategorie »Andere Bauelemente« (Displays, Stromversorgungen) wuchsen um 12,4 Prozent, was allerdings auf die Gesamtzahlen kaum Auswirkungen hat, da diese Kategorie umsatzmäßig nur rund 3 Prozent zum gesamten Kuchen beiträgt. Halbleiter machen etwa 70 Prozent der FBDi-Marktstatistik aus, passive Komponenten 15 Prozent und die Elektromechanik schließlich 12 Prozent.

FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet EM) revidiert seine Einschätzung von Mitte des Jahres: »In früheren Zyklen ging es teilweise zweistellig abwärts, 2008 bisher eher langsam. Noch steht die deutsche Bauelemente-Distribution mit -5,9 Prozent im europäischen Vergleich recht gut da, mit Ausnahme vielleicht einiger Länder in Osteuropa. Mit der Weltfinanzkrise kann sich jedoch die Lage deutlich verschlimmern. Die Auswirkung der Bankenkrise auf das allgemeine Vertrauen ist weithin sichtbar, die Zurückhaltung der Kunden sowohl in den Endmärkten als auch in den Ausrüstermärkten deutlich spürbar in der Auftragslage. Zwar hat die unsere Branche schon Schlimmeres gemeistert, aber als einer der letzten in der High-Tech-Nahrungskette können wir kaum die Befindlichkeit des Endverbrauchermarktes ändern. Wir setzen jedoch darauf, dass das Vertrauen zurückkehrt. Immerhin ist Deutschland weltweit nach wie vor eines der wettbewerbsfähigsten Technologieländer.«