Displays für die vernetzte Gesellschaft

Sharp Microelectronics steht vor allem für führende Display-Technologie. Auch wenn sich das Unternehmen seit seinem Markteintritt in Europa einen Namen als LSI-Lieferant und Hersteller leistungsfähiger optischer Komponenten und RF-Lösungen gemacht hat, dominiert auch in Europa das Display-Geschäft.

Nachdem sich Sharp in Europa lange Zeit nur auf den Vertrieb (Hamburg) und seine R&D-Aktivitäten in Oxford konzentriert hat, begann man Anfang 2007 mit einer LCD-TV-Produktion in Torun bei Warschau. Zu den Besonderheiten zählt, dass der Umsatz vor allem auf Komponenten basiert. Während die Sharp Corporation weltweit zwei Drittel ihrer Umsätze mit fertigen Produkten erzielt, liegt dieser Anteil in Europa bislang lediglich bei knapp 46 Prozent. So vielfältig die Aktivitäten auch sein mögen, dominiert wird das weltweite Geschäft mit elektronischen Komponenten ganz klar von LCDs. Sie machen 60,5 Prozent des Umsatzes aus. Der zweite homogene Block sind die Solarzellen mit einem Umsatzanteil von 16,8 Prozent. LSI, optoelektronische Komponenten und RF-Lösungen machen zusammen 22,9 Prozent des Umsatzes aus.

Als bislang einziges Unternehmen bietet Sharp ein LCD-Spektrum an, das von Modellen mit Bilddiagonalen von 1,5 bis 108 Zoll reicht. Mit dem vorgezogenen Produktionsstart der LCD-Fab der 10. Generation in Sakai City schafft das Unternehmen die technischen Voraussetzungen, um eine wirkliche Serienproduktion von LCD-Geräten mit 108 Zoll Bilddiagonale zu ermöglichen.

Im Zusammenspiel mit den LCD-Fabs Kameyama I und II wird mit der Inbetriebnahme des Werks in Sakai City allein das Produktionsvolumen für großformatige LCDs innerhalb von sechs Jahren um den Faktor 16 gesteigert. Durch die Fokussierung auf Displays mit Diagonalen von 40, 50 und 60 Zoll, werden in den Fabs der 6. Generation Kapazitäten für kleine und mittlere Displaygrößen frei.

Displays werden nach Überzeugung des 51-jährigen Sharp-Presidenten Mikio Katayama die Grundlage für die neue vernetzte Gesellschaft der Zukunft bilden. Um dies zu ermöglichen, arbeitet das Unternehmen intensiv an der Umsetzung der Sharp Original System On Panel Vision. Ihr Ziel ist es, eine maximale Integration von Funktionen auf Glasträgern zu realisieren. So ist es Sharp inzwischen bereits gelungen, hochauflösende Displays mit Dicken von nur 0,68 mm zur realisieren. Erfüllt ist inzwischen auch die Forderung, CPUs auf Glassubstraten abzubilden. Ebenso ist es gelungen, Audio-Schaltkreise auf Glasträgern zu realisieren und durch die Nutzung von piezoelektrischen Effekten Glas als Lautsprechermembran zu nutzen. Ein drahtloses Interface soll die Übertragung von Power und Daten übernehmen und optische Sensoren in jedem Pixel des Displays eine sehr leistungsfähige Multipoint-Touch-Lösung ermöglichen.

Bis diese Zukunftsvision marktreif ist, konzentriert man sich bei Sharp auf die Befriedigung existierender Marktbedürfnisse. Schon alleine das dürfte eine Herausforderung für die LCDHersteller werden. So soll sich nach Einschätzung von Marktforschern der Anteil der LCD-TVs an weltweit verkauften Fernsehgeräten von heute 50 Prozent bis 2012 auf 74 Prozent erhöhen. Sharp begründet den nun früher als ursprünglich geplanten Produktionsbeginn in Sakai City unter anderem mit der stark gestiegenen Nachfrage nach LCD-Fernsehgeräten in China.