Die Portablen und Handhelds: Leistung im Kompaktformat

In Embedded Designs und der Automotive- oder Automatisierungstechnik stellt sich mehr und mehr die Aufgabe, Busse auf Herz und Nieren zu überprüfen. Und so nimmt auch die Zahl der auf die Bus-Protokoll-Decodierung zugeschnittenen Scopes laufend zu.

Neuestes Beispiel ist die neue Oszilloskop-Familie DPO3000 von Tektronix (Bild 1), sie gibt es in sechs Varianten als Zwei- und Vierkanal-Versionen mit Bandbreiten zwischen 100 MHz und 500 MHz sowie mit einer Abtastrate von 2,5 GS/s - recht umfassend in diesem Zusammenhang das Angebot an Decodier-Tools für die Arbeit mit seriellen Industriestandard-Bussen, wie I2C, SPI, RS-232/422/485/UART, CAN und LIN. Eine Standard-Aufzeichnungslänge von 5 MWorten auf allen Kanälen erlaubt die Erfassung langer Zeitfenster einer Signalaktivität mit einer sehr hohen Auflösung. Das Durchsuchen solch großer Aufzeichnungen kann dann mit dem Wave Inspector erfolgen - eine Signalsuchfunktion, mit der man die erfassten Kurvenformen nach spezifischen Ereignissen durchsuchen und automatisch markieren kann.

Im Lieferumfang der Scopes ist eine kostenlose Basisversion der National-Instruments-Entwicklungsumgebung LabVIEW SignalExpress Tektronix Edition LE enthalten. Ein Upgrade auf die volle Programmversion mit über 200 Mess-, Erfassungs-, Analyse- und Berichtsfunktionen ist gegen einen Aufpreis von 826 Euro möglich. Die Listenpreise reichen von 3690 Euro für das DPO3012 mit zwei Kanälen bis 9050 Euro für das DPO3054 mit vier Kanälen. Diese Scopes sind nur 4 kg leicht, sie können mit einer Gehäusetiefe von 135 mm sowie mit serieller Triggerung, Protokolldecodierung, einer PC-Plug-and-Play-Anbindung über die USB-Schnittstelle sowie einem 9-Zoll-WVGA-Display aufwarten.

Die Geräte lassen außerdem das Einstecken eines USB-Memory-Sticks (Thumb Drive) an der Frontplatte zu, so dass Screenshots, Konfigurationen und Signaldaten schnell auf einen PC übertragen werden können. Alle Modelle verfügen über einen Ethernet- und USB-Anschluss (TMC) auf der Geräterückseite. Außerdem gibt es bei allen Modellen eine TekVPI-Tastkopfschnittstelle für die Kommunikation zwischen dem Gerät und den Tastköpfen des gleichen Herstellers: Verfügbar sind verschiedene Spannungs- und -Stromtastköpfe.

Sehr kompakt und gut in der Hand liegend zeigen sich die ScopeMeter-Handhelds von Fluke aus der Serie 120. Hieraus erwähnenswert ist der bereits im Markt eingeführte Typ 125 (Bild 2), er verfügt über erweiterte Funktionen zur Fehlersuche bei (Feld-) Bussen (AS-I-, CAN-/Profibus, Foundation-Feldbus, Ethernet) sowie elektrischen Anlagen und ist eigentlich Oszilloskop (40 MHz Bandbreite), Echteffektiv-Digitalmultimeter und papierloser Zweikanal-Schreiber in einem Messgerät. In der Betriebsart Bus-Stabilitätsprüfung erkennt das Gerät Defekte wie fehlerhafte oder fehlende Klemmen, falsche Kabelabgänge, fehlende Verbindungen, falsche Leitungsbelastung, Leitungsunterbrechungen, Kurzschlüsse und Reflexionen.

Es zeigt die Übertragungsgeschwindigkeit des Busses an und misst die Signalqualität. Bei Messungen an Antrieben sind die Oberschwingungsanalyse, Leistungsmessungen in 1- und 3-Phasen-Systemen, die Erfassung des Effektivwerts der Pulsbreitenspannung an geregelten Motorantrieben und die Prüfung von Motorwicklungen mit einer Auflösung von 0,01 Ohm in einem Bereich bis 50 Ohm nützlich. Zum Lieferumfang gehören ein Netzadapter, Messleitungen, ein 40-MHz-Spannungstastkopf, ein NiMH-Akku (bis zu 7 h Betrieb) und eine Stromzange bis 400 A sowie die FlukeView-Software und ein optisches USB-Schnittstellenkabel.