Die Leuchtdiode erobert die Straße

Eines der ersten Einsatzgebiete hell in Rot, Gelb und Grün leuchtender Dioden war die Verkehrsampel. Effiziente weiß strahlende Typen schicken sich jetzt auch an, ganze Straßenzüge auszuleuchten.

Eines der ersten Einsatzgebiete hell in Rot, Gelb und Grün leuchtender Dioden war die Verkehrsampel. Effiziente weiß strahlende Typen schicken sich jetzt auch an, ganze Straßenzüge auszuleuchten.

Es sind vor allem die Kommunalbehörden, die sich über die Beleuchtung der innerorts verlaufenden Straßen und Wege Gedanken machen und ihre Wünsche an die Industrie richten. Und es hat sich in diesen Kreisen mittlerweile herumgesprochen, dass Leuchtdioden einen starken Beitrag zur Energie-Einsparung liefern können.

Alfred Hesener, der beim Halbleiterhersteller Fairchild für das europäische Marketing von Treiberschaltungen zuständig ist, kennt die Erwartungen der Gemeinden gut: »Der Hauptkostenpunkt in der Straßenbeleuchtung für die Gemeinden ist die Energierechnung. Die Stromversorgung muss außerdem klein und spar-sam sein und sich nahe an der LED befinden, um die EMV in den Griff zu bekommen.« Rick Hamburger, beim Leuchtdiodenhersteller Philips- Lumileds für das strategische Marketing Außenbeleuchtung zuständig, bringt es auf den Punkt: »Die Kommunalbehörden haben das Thema ToC (Total Cost of ownership) verstanden.«

Und in Sachen ToC kann die Leuchtdiode nicht nur beim Energieverbrauch punkten: Denn einen weiteren großen Kostenblock bilden die Wartungskosten. Die sinken erfahrungsgemäß stark, wenn die Lebensdauer der Leuchte lang wird. Kunden fordern oft 100.000 oder mehr Betriebsstunden, damit die Straßenlaterne praktisch 25 bis 30 Jahre wartungsfrei bleibt. Und gerade in puncto Lebensdauer ist die Leuchtdiode unschlagbar.

Gerhard Schröter, Mitgründer und Mitinhaber des deutsch/taiwanischen Leuchtdiodenherstellers Alder, schränkt aber ein: »Die LED ist da kein Problem. Die halbe Helligkeit ist das Exituskriterium. Wenn Sie den Chip unter 60 Grad halten, hält sie 100.000 Stunden. Wenn man mit 30 Prozent überdimensioniert, reicht das End-of-Life-Kriterium von 50 Prozent. Das sind locker 80.000 Stunden. Für die Stromversorgung ist diese Forderung aber nicht trivial.«

Auch Hamburger warnt vor Euphorie und betont den ganzheitlichen Aspekt: »Lebensdauer ist vor allem eine Systemeigenschaft«, und zieht einen Vergleich: »Wer ein gutes Essen kochen will, kann alles mit einer falschen Zutat verderben. Die Leuchtdiode ist nur eine der Zutaten in einem Gesamtrezept.«

Es dürfte sich aber trotz erheblicher technischer Herausforderungen lohnen, diesem Marktsegment große Aufmerksamkeit zu widmen. Zwar weiß niemand auch nur annähernd, wie viele Straßenlaternen es in Deutschland oder gar weltweit gibt, jedoch gehen die meisten Leuchtdiodenhersteller von einer dreistelligen Millionenzahl aus. Vermutlich schwankt diese Zahl aber stark, auch je nachdem, wie man Straßenleuchten definiert (nur innerorts oder auch außerorts? Einschließlich aller Parkflächen? etc.).