»Die Ergebnisse können sich sehen lassen«

Obwohl Deutschland unangefochten Europas größter Einzelmarkt ist und sich ein deutlicher Trend abzeichnet, Produktionsstandorte wieder in die Nähe der Hauptabnehmermärkte rücken zu lassen, dämpfen die weltweit schlechten Konjunkturprognosen den Optimismus.

Obwohl Deutschland unangefochten Europas größter Einzelmarkt ist und sich ein deutlicher Trend abzeichnet, Produktionsstandorte wieder in die Nähe der Hauptabnehmermärkte rücken zu lassen, dämpfen die weltweit schlechten Konjunkturprognosen den Optimismus.

Rund 62 Prozent des deutschen Distributionsumsatzes entfielen 2007 auf die zehn größten Distributoren. Damit konnten die Top Ten ihren Marktanteil gegenüber 2006 in Summe um 2 Prozent steigern. Für die Spezial- und Nischendistributoren errechnete Europartners einen Anteil von immerhin 11 Prozent am DTAM.

Insgesamt beziffert Europartners den Distributionsumsatz 2007 in Deutschland auf rund 4,1 Mrd. Euro. Die dabei herangezogenen Distributoren repräsentieren etwa 75 Prozent des DTAM. Das Ergebnis liege im Rahmen der vom ZVEI veröffentlichten Zahlen des gesamten deutschen Bauelementemarktes mit einem Minus 1,8 Prozent.

Der Umsatzrückgang gegenüber 2006 belief sich damit auf 1,4 Prozent. Mit diesem Wert bräuchten sich die Distributoren nicht hinter den Ergebnissen zu verstecken, so Ingo Gürtler, Europartners Deutschland. Immerhin konnte der Umsatz in den letzten drei Jahren um insgesamt 13 Prozent gesteigert werden.

Hauptursache des leichten Rückgangs 2007 sei der Dollar-Wechselkurs, der im letzten Jahr zum Höhenflug angesetzt habe. Aber auch die weltweite Konjunkturverlangsamung war 2007 bereits spürbar und wird in den kommenden zwei bis drei Jahren die Zahlen weiter belasten. »Grundsätzlich ist die gesamtwirtschaftliche Stimmung durch die Inflation und die Auswirkungen der Finanzkrise im deutschen Markt nach wie vor verhalten. Den Unternehmen machen vor allem die hohen Energiepreise zu schaffen«, meint Eric Schuck, Managing Director, Arrow Central Europe.

Experten der Dresdner Bank, so Ingo Gürtler von Europartners, rechnen damit, dass die globale Wachstumsrate erstmals seit vier Jahren unter 3 Prozent absinken werde. Erst ab 2010 wird wieder mit einer Erholung gerechnet.

»Sicher zeigt der Markt eine leichte Tendenz nach unten, wobei Deutschland noch gut wegkommt im internationalen Vergleich «, ist Georg Steinberger überzeugt, Vice President Communications, Avnet Electronics Marketing EMEA. Da die Elektronikkonjunktur immer zeitversetzt zur normalen Konjunktur vorauslaufe, könnte im positiven Fall das Schlimmste bereits überstanden sein. Im negativen Fall wäre ein einstelliges Minus in 2008 zu erwarten.

Im Ranking der deutschen Top-Distributoren hat es unter den ersten zehn Firmen 2007 wenig Bewegung gegeben. Laut aktueller Studie von Europartners Deutschland wurde der Markt unvermindert von Avnet (– 0,8 Prozent) angeführt, gefolgt von Arrow und Rutronik mit einem Umsatzplus von 1,4 Prozent bzw. 3,1 Prozent, dahinter MSC mit +0,2 Prozent. Auf dem fünften Platz der deutschen Distributoren rangierte die kanadische Future, die im letzten Jahr ein Plus von +9,4 Prozent vorweisen konnte.

Mit einer Umsatzsteigerung von 27 Prozent hat Spezial Elektronik aus Bückeburg die Firma Betronik, mittlerweile Teil der Avnet, vom zehnten Platz verdrängt. Kräftige Zuwächse gab es auch bei der Firma Ineltek, die gemäß Europartners auf Platz 7 mit einem Plus von 20,5 Prozent punkten konnte.

Ein kräftiges Wachstum von 37 Prozent wies laut Europartners der Spezialist ECOMAL vor. Die Braunschweiger setron konnte ihren Umsatz um 17 Prozent steigern. (cs)