Deutronic: Aus Niederbayern zur globalen Marktführerschaft

Mit Stromversorgungslösungen für die Telekommunikation groß geworden, hat die Deutronic ihren Kundenkreis über viele Industriezweige ausgedehnt und in einzelnen Bereichen wie der automobilen Ladetechnik sogar die weltweite Marktführerschaft übernommen.

Wenn jemand angesichts des 25-jährigen Firmenjubiläums davon spricht, das Unternehmen stehe noch am Anfang und er habe noch eine ganze Menge vor, dann nennt man das im Allgemeinen charmantes Understatement. Im Fall des Stromversorgungsspezialisten Deutronic und seines Gründers Eduard Wanzke trifft das nur teilweise zu. Wanzke setzt auf Wachstum, und zwar auf die klassische Form des organischen Wachstums. Gleichzeitig setzt er auf die Stärkung der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, um sich mit technisch anspruchsvollen Lösungen nicht nur vom Wettbewerb abzusetzen, sondern in erster Linie, um seinen Kunden Kostenvorteile auf der Systemebene zu verschaffen. Um den Deutronic-Erfolg in die Zukunft fortzuschreiben, wird der Unternehmenssitz, der derzeit 6300 m2 beträgt, 2009/10 noch einmal um rund 4000 m2 vergrößert. Deutlich steigern will Wanzke auch die Produktionskapazität im Power-Equipment-Bereich, sie soll bereits bis 2009 verdoppelt werden.

Begonnen hat die Deutronic-Story eigentlich bereits Ende der 1970er-Jahre: Eduard Wanzke, damals Product Marketing Mitarbeiter bei Texas Instruments, erkannte, dass schrittweise ein immer größerer Markt für kompakte, im Idealfall leiterplattenmontierbare Wandler entstehen wird. In seinen Augen wäre dieser Markt für TI mit seinem umfangreichen Analog-Know-how geradezu prädestiniert. Er trägt seine Konzeption dem deutschen Management vor, doch im fernen Dallas richtet man zu diesem Zeitpunkt alle Aufmerksamkeit auf den entstehenden Mikrocontrollermarkt und wirft darum alles Geld und Know-how für den erhofften Erfolg der TI9900-Serie in die Waagschale.

Wanzke bleibt noch ein Jahr bei TI, dann entscheidet er sich für den Schritt in die Selbstständigkeit und gründet zusammen mit seiner Frau die Deutronic. Schnell wird klar, dass seine Kunden mehr als nur Handelsware benötigen, und so beginnt schon im Gründungsjahr, in kleinen Räumen einer Gastwirtschaft in Adlkofen bei Landshut, wie sich Wanzke schmunzelnd erinnert, die Produktion von Stromversorgungslösungen.

Schon drei Jahre später können die Mitarbeiter des jungen Unternehmens Deutronic dann die eigenen Produktionshallen des neuen Firmengebäudes beziehen. Kamen die Kunden in den Anfangsjahren großteils aus der Telekommunikation, so dehnte sich der Kundenkreis mit der Zeit über viele Industriezweige hinweg aus. Heute konzentrieren sich die Entwicklungs- und Produktionsanstrengungen in Adlkofen vor allem auf vier Bereiche: Automation, Stromversorgungen, Fahrzeugwandler und Automotive.