Innenbeleuchtung Stilvolles Licht

Da es bei modernen Autos kaum mehr möglich ist, einen Ölwechsel selber durchzuführen oder gar den Keilriemen durch einen Nylonstrumpf zu ersetzen, muss sich der ambitionierte Bastler andere Betätigungsfelder suchen. Die Innenraumbeleuchtung bietet sich an.

Lichtleisten und Akzentleuchten können die Attraktivität des Fahrzeuginneren durchaus erhöhen. Entscheidet man sich jedoch bereits beim Kauf für schicke, aber in der Praxis funktionslose Elemente aus dem Sonderzubehör, so treibt das den Anschaffungspreis enorm in die Höhe.

Günstiger ist es, solche Spielereien nachträglich einzubauen, wobei Osram sogar ein Nachrüst-Kit (Bild 1) auf den Markt gebracht hat.

Der wesentliche Unterschied zur Sonderzubehör-Lösung ist die Stromversorgung: Da man das moderne Bordnetz nicht so ohne weiteres anzapfen sollte, sind die drei LED-Module des »LEDambient«-Kits akkubetrieben. Die Montage erfolgt einfach mit einem Klettband oder Magneten. Darüber hinaus verfügen alle Module über vier voreingestellte Helligkeitsstufen und lassen sich via Fernsteuerung bedienen.

Die Türeinstiegsleiste (Bild 2) lässt die Türschwelle erstrahlen und aktiviert sich automatisch, sobald die Autotür geöffnet wird. Der sogenannte »Wallwasher« taucht größere Bereiche im Innenraum, beispielsweise Fahrzeugsäulen oder den Fußraum, in das gewünschte Licht, und der Spot eignet sich dank des flexiblen Lichtleiters zur Akzentuierung von Linien im Autoinnenraum und bringt das Licht auch an unzugängliche, enge Stellen und Zwischenräume.

Generell setzt Osram auf die Kombination aus »kaltem« und »warmem« Licht. Dabei soll das bläulich-weiße Licht, an verschiedenen Stellen im Innenraum platziert, belebend wirken. Entsprechend gilt es als Sicherheitsfeature, denn kaltes LED-Licht soll die Müdigkeit vertreiben und die Konzentration schärfen. Osram spricht damit besonders Berufs- und Vielfahrer an. »Warmes« Licht soll Komfort und Luxus suggerieren; der Hersteller konzentriert sich damit besonders auf ältere Autofahrer.

Funktion und Ambiente

Einen ähnlichen, doch durchaus unterschiedlichen Ansatz verfolgt Hella. Das Unternehmen setzt auf den Trend zur zunehmenden Individualisierung. Dies wurde Ende vergangenen Jahres anhand verschiedener Fahrzeugklassen, vom kleinen Stadtwagen bis zum luxuriösen SUV, demonstriert. Das Opel-Modell »Adam«, der »Golf« von Volkswagen, der »Leon« von Seat sowie der »Range Rover« und der »Range Rover Sport« wurden mit speziellen Innenlichtkonzepten ausgerüstet. Die Designer greifen auf ein Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten zurück: von langgezogenen Lichtleitern, die um die Mittelkonsole herum oder in Türdekore integriert sind, bis hin zu diffusem, den Fußraum oder die Kartentaschen ausleuchtendem Licht.

Im Oberklasse-SUV Range Rover kann der Fahrer sein Ambiente selbst kreieren (Bild 3). Dabei wählt er in der höchsten Ausstattungsvariante zwischen zehn verschiedenen Farben. Auf Knopfdruck beleuchten Lichtleiter den Fahrzeuginnenraum in der gewünschten Farbe. Diese Lichtbänder sind sowohl in den Kartentaschen der Türen verbaut als auch in die Mittelkonsole integriert. Technisch setzt Hella diese Funktion mit insgesamt acht RGB-Modulen um. Jedes Modul besteht aus drei unterschiedlich farbigen LEDs (Rot, Grün, Blau), deren Licht in die Lichtleiter eingekoppelt wird.

Eine LIN-Steuerung realisiert die gewünschte Farbe durch Mischen der drei Farben, außerdem steuert sie auch die Helligkeit. Die Farbselektion der LEDs, also die Sortierung nach Farbintensität und Helligkeit, erfolgt während des Fertigungsprozesses. Nach der Vermessung wird auf Basis dieser Daten eine Korrekturmatrix für jeden einzelnen Chip erstellt, die sicherstellt, dass der gesamte Fahrzeuginnenraum in einem einheitlichen Farbton ausgeleuchtet wird. Ergänzt wird das ambiente Lichtpaket des Fahrzeugs durch sieben Kleinleuchten, die jeweils mit drei weißen LEDs ausgestattet sind und durch Dimmen beziehungsweise Zu- und Abschalten der LEDs zwei Funktionen realisieren: So wird das Willkommenslicht beim Starten des Fahrzeugs durch Dimmen von zwei der drei LEDs zu einem ambienten Schein, der den Fußraum des Fond ausleuchtet.

Im Seat Leon ist die indirekte Beleuchtung in die Türverkleidung integriert. Ein zweifarbiges LED-Modul ermöglicht dabei die Ausleuchtung des Innenraums in Abhängigkeit vom gewählten Fahrprofil – im Komfort- und Eco-Modus klares Weiß, im Sport-Modus intensives Rot. Aufgrund der beidseitigen Einkopplung des Lichts in die Lichtleiter, die in die Türverkleidung integriert sind, entsteht ein besonders homogener Eindruck.

Beim aktuellen VW Golf ist die Farbe der dimmbaren Ambientbeleuchtung abhängig vom Fahrzeugmodell. Die Lichtleisten an den Türen leuchten im Golf weiß, im Golf R blau sowie rot im Golf GTI. Die Besonderheit liegt dabei in der nur einen Millimeter hohen Design-Konturlinie.

Daneben entwickelte und fertigte Hella auch für den Opel Adam Innenbeleuchtungen. Fahrer des Adam können bei Auswahl des optionalen LED-Lichtpakets »MultiColor« acht verschiedene Farben flexibel einstellen, von »True Green« über Amber bis »Opel Red«. In diesen Farben leuchten dann jeweils die Mittelkonsole, die Kartentaschen in den Türen sowie der Fußraum des Beifahrers. Neu ist die optionale Hinterleuchtung der Frontabdeckung des Handschuhfachs, bei der ein leuchtender Sternennebel sichtbar wird. Diese Funktionen werden, ebenso wie der optional in das Dach integrierbare LED-Sternhimmel, über ein neuartiges Lichtsteuergerät realisiert. Das von Hella entwickelte »ALCM« (Ambient Light Control Module) verbindet Elektronik mit Lichtdesign. Die Besonderheit dieses Komfortsteuergerätes liegt darin, dass es die Innenlichtfunktionen völlig unabhängig vom Zentralsteuergerät des Fahrzeugs umsetzt.

Leuchtdioden im Auto 
Der Trend zur LED im Automobil ist seit rund 20 Jahren ungebrochen, was vor allem die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Scheinwerfer und Heckleuchten zeigen. So bietet der Einsatz von LEDs neue Design- und Gestaltungsmöglichkeiten und unterstützt damit die zunehmende Individualisierung von Fahrzeugen maßgeblich. Im Fahrzeuginneren setzt sich diese Entwicklung fort und beschreitet einen Weg weg von der reinen Funktion hin zu mehr Ästhetik. Dies ist nicht zuletzt auf neue Technologien zurückzuführen, welche die Punktlichtquelle LED in langgezogene leuchtende Bänder verwandelt.