Displays & Beleuchtung / Interview Neue Entwicklungen in der Displaytechnik

In der Displaytechnik sind widersprüchliche Anforderungen allgegenwärtig. Robbi Teichfischer, Field Marketing Manager Displays & Client Peripherals bei Dell, wägt die wichtigsten Parameter im semiindustriellen Segment ab.

DESIGN&ELEKTRONIK: Im Verbrauchersegment ist der Trend zu „Immer-höherer-Auflösung“ Realität. Im industriellen Einsatz müssen sich Investitionen rechnen: In welchen industriellen Märkten sehen Sie FHD-, und UHD-Displays rentabel?

Robbi Teichfischer: Full-HD-Displays eigenen sich ideal für klassische Büroarbeiten. Aber auch schon hier spielt der Trend zur höheren Auflösung eine wichtige Rolle, da die Nutzer immer häufiger mehrere Anwendungen gleichzeitig verwenden und so mehr Möglichkeiten zum Anzeigen brauchen.

Gerade die höheren Auflösungen sind in der Kreativbranche gefragt - so etwa im Media- und Entertainmentbereich für Postproduktion, Bildbearbeitung oder die Gestaltung von Druckunterlagen, aber auch im Bereich Produktdesign. Hierbei ist allerdings nicht nur die Auflösung, sondern auch die entsprechende Farbraumabdeckung und Kalibrierbarkeit für eine konsistente Farbdarstellung wichtig. Dell bietet das beispielsweise mit seiner Ultrasharp-PremierColor-Reihe.

Ein weiterer Bereich, in dem Monitore mit höheren Auflösungen zum Einsatz kommen, ist das Laborumfeld. Hier ist die hochauflösende grafische Darstellung von Diagrammen oder Messergebnissen sehr wichtig. Außerdem setzen wir nicht zuletzt wegen der Größe der Geräte für Konferenzraummonitore auch auf eine 4K-Auflösung.

D&E: Nutzen wir Displays heutzutage anders als im Jahr 2009?

RT: Unternehmen geht es um Produktivität, und Monitore sind typische Produktivitäts-Geräte. Dort hat sich nicht viel verändert. Allerdings sehen wir einen Trend zu mehr Multi-Monitor-Arbeitsplätzen als früher, da der Produktivitätsanstieg bei Verwendung mehrerer Monitore höher ist als bei anderen Hardware-Investitionen.

Parallel dazu wollen Anwender aber auch einen aufgeräumten Arbeitsplatz – wenige Kabel und größere Bildschirmdiagonalen wie 32-, 34- oder 38-Zoll als Alternative zum Dual-Monitor-Setup. Das hängt freilich auch mit der Neigung zur immer höher werdenden Auflösung zusammen. Eine QHD- (2560 x 1440) und 4K-Auflösung (3840 x 2160) ist immer öfter anzutreffen, insbesondere im Zusammenspiel mit 27-Zoll - oder noch größeren Geräten.

Im Bereich der Eingabe hat sich in den letzten Jahren ebenfalls einiges geändert. Die Touch-Eingabe, die man vor allem von Tablets oder Smartphones kennt, setzt sich im kommerziellen Bereich mehr und mehr durch, da die Eingabe direkter ist als mit einer Maus und damit im besten Fall auch intuitiver. Die entsprechende Optimierung der Betriebssysteme für Touch-Eingabe sorgt für weitere Synergien. Hauptsächlich werden Touch-Geräte für Konferenzräume oder in Bildungseinrichtungen wie Schulen genutzt.

D&E: Sehen sie Konnektivität auch als Thema für Displays. Welche Rolle spielt das bei Dell-Produkten in spezifischen Applikationen? Wie viel Konnektivität kann man in ein Display packen?

RT: Konnektivität ist ein wichtiges Thema bei Displays, und es ist vor allem wichtig, zukunftssichere Konnektivität zu liefern. Der Trend bei vielen unserer Kunden in Bezug auf die Neugestaltung ihrer Arbeitsplatzkonzepte geht weg von analogen Anschlüssen und hin zu digitalen Ports wie DisplayPort (DP) und HDMI.

Dabei wird die Standardisierung auf DP im Bereich der Monitore und PCs bevorzugt. HDMI stammt ja aus dem Konsumentenumfeld und ist daher auch auf Konnektivität mit entsprechenden Geräten wie TVs oder Spielekonsolen fokussiert. DP hat aus unserer Sicht vor allem im Umfeld kommerzieller Monitore eine vielversprechende Zukunft. Deshalb berücksichtigen wir diesen Faktor auch bei der Produktentwicklung von PCs, denn die Multi-Monitor-Lösung, die im kommerziellen Bereich häufig anzutreffen ist, profitiert beispielsweise von dieser Bandbreitenerweiterung. Für uns als Hersteller ist es natürlich wichtig, dass Geräte innerhalb unseres Ökosystems tadellos funktionieren und von den Anschlüssen her kompatibel sind.

Außerdem kann DP auch über USB-Type-C übertragen werden, was wiederum Kabel spart, da dieser USB-Typ auch Strom übertragen kann. Es geht also nicht unbedingt um die Vielzahl von Anschlüssen, sondern um Kompatibilität und Zukunftssicherheit, die derzeit zum Beispiel USB-Type-C als Industriestandard bietet.