LED-Außenbeleuchtung Hell, sparsam, grün

Theodor-Heuss-Allee in Bremen, im Vordergrund mit LED-Leuchten, weiter hinten, gelblich, die alte Straßenbeleuchtung
Theodor-Heuss-Allee in Bremen, im Vordergrund mit LED-Leuchten, weiter hinten, gelblich, die alte Straßenbeleuchtung

Rund 840 Millionen Euro geben die deutschen Städte und Gemeinden jedes Jahr für die Beleuchtung ihrer Straßen aus, dass hier ein gewaltiges Sparpotenzial schlummert, haben viele Stadtkämmerer längst erkannt. Doch es ist nicht leicht, an diesem Posten im städtischen Haushalt zu sparen. Schließlich ist eine ausreichende Beleuchtung der Straßen aus Sicherheitsgründen unerlässlich und muss auch zu nachtschlafender Zeit, zu der kaum jemand auf der Straße ist, gewährleistet sein. Der Ersatz der derzeit genutzten Leuchten, die zu einem beträchtlichen Teil noch aus den 60er- und 70er-Jahren stammen, durch moderne, energiesparende Modelle ist ein lohnenswerter Ansatz.

Dabei gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Während Cree sich auf die Zugkraft einer internationalen Initiative namens »LED City« konzentriert, geht beispielsweise Philips eher den direkten Weg zu den Kommunalverwaltungen.

 

Kiel ist seit Ende 2010 als zweite deutsche Stadt nach Bremen Mitglied der »LED City«-Initiative. Dabei handelt es sich um eine globale Initiative, die vom LED-Hersteller Cree ins Leben gerufen wurde und Kommunen dabei unterstützt, die Beleuchtung im öffentlichen Raum auf LEDs umzustellen. Zusammen mit der swb Beleuchtung GmbH, Eigentümer und Betreiber der Straßenbeleuchtungsanlage in Kiel, möchte die Stadt durch die Umrüstung auf LED-Technik neue Energieeinsparpotenziale erschließen.

Im Rahmen des Projekts rüstete die Stadt Kiel 16 Straßenlaternen in der Herzog-Friedrich-Straße auf LED-Technologie um. Durch die Umstellung auf Kompaktstoffleuchten konnte Kiel den Energieverbrauch in der Vergangenheit bereits senken. Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung bedeutet nun eine Reduzierung um weitere 13 Prozentpunkte auf insgesamt 53%. Das Projekt ist Teil eines Erneuerungsprogramms, bei dem seit 2007 bis Ende 2011 insgesamt 65% der Straßenlaternen in Kiel altersbedingt umgerüstet werden. Ab 2011 soll die Landeshauptstadt somit jährlich 3 Millionen kWh Strom und 1600 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Doch auch die Akzeptanz bei den Bürgern ist der Stadt wichtig. Über einen Fragebogen können die Einwohner ihre Meinung zur LED-Teststrecke abgeben.

»Die Reduzierung des Energieverbrauchs hat sich die Klimaschutzstadt Kiel seit vielen Jahren zum Ziel gesetzt. Das jetzt vorgestellte Projekt zeigt, dass eine moderne energieeffiziente umweltfreundliche Straßenbeleuchtung ihren Zweck gut erfüllt, ohne zu Lasten der Gestaltungsansprüche zu gehen«, sagt Peter Todeskino, Bürgermeister von Kiel (Bündnis90/Die Grünen). »Die Kieler Bürgerinnen und Bürger haben jetzt die Möglichkeit, den Einsatz der LED-Leuchten zu begutachten. Für die Stadt bietet sich die Chance, die Einsatzmöglichkeiten von LED-Leuchten unter ökologischen, gestalterischen und wirtschaftlichen Aspekten zu prüfen und den Energieverbrauch weiter zu optimieren«.

Auch die Stadt Bremen, die seit April 2010 zur LED-City-Initiative gehört und ebenfalls nach einer EU-weiten Ausschreibung den Betrieb der Straßenbeleuchtung in die Hände der swb Beleuchtung gegeben hat, baut ihre LED-Kompetenz weiter aus. Diesmal hat swb sich die Theodor-Heuss-Allee zwischen Hauptbahnhof und Bremen Arena ausgesucht und geht auf eine Höhe von 8,50 Metern. Die neuen LED-Leuchten sorgen für eine Energieersparnis von 43,5%. Dies bedeutet für das kleinste Bundesland eine C02-Entlastung von jährlich mindestens 7000 kg. Ein weiterer Vorteil ist das eingebaute Dimmsystem, wodurch der Verbrauch von Energie und CO2 in den verkehrsarmen Stunden um weitere 20 bis 30 Prozent gesenkt werden kann. »Hierbei sind verschiedene Szenarien möglich«, sagt Alexander Fischer, Projektleiter swb Beleuchtung. »Wir werden mit dem Amt für Straßen und Verkehr diese Versuchsstrecke etwa ein Jahr beobachten und danach eine Auswertung erstellen, auf deren Grundlage sich weitere Aktivitäten entwickeln können«. Durch den Einsatz von insgesamt drei verschiedenen Techniken hat swb Beleuchtung mittlerweile eine interessante Bandbreite an LED-Technik im Testbetrieb. Darauf kann das Unternehmen bei weiteren geplanten Projekten in Bremen, Bremerhaven und Kiel aufbauen.