Tools & Technologien Display-Troubleshooting

Klaus Wammes ist Vorstandsmitglied im DFF e.V. sowie Gründer des Netzwerkes Wammes & Partner.

Beratungsdienstleistungen werden für die Displaybranche zunehmend wichtiger. Wammes & Partner bieten ein interdisziplinäres Expertennetzwerk und setzen die Beratung auf Wunsch in die Praxis um.

Wenn Komponenten den Anforderungen der Applikation nicht genügen, kann das gravierende Folgen nach sich ziehen: Berechnet der Algorithmus in Touch-Displays die übergebenen Befehle zu langsam reagiert die gesteuerte Maschine zu spät, wodurch der Anwender in Gefahr geraten kann. Wenn Homogenität oder Leuchtkraft bei Displays in der Medizintechnik nachlässt kann das folgenschwere Fehldiagnosen bewirken. Häufig sind solche Fehl­einsätze auf eine Wettbewerbssituation zurückzuführen, in der die Einkäufer unter Druck Komponenten solange gegen günstigere Alternativen ersetzen, wie diese noch die Testkriterien erfüllen. Hierbei wird leicht die Auswirkung des Tausches auf das Gesamtsystem übersehen.

Mit steigenden Regressansprüchen bei unzulänglicher Ware müssen Displays repariert und funktionsfähig gemacht werden. Ziel eines Dienstleisters ist dann nicht nur die Instandsetzung. Die Schadensursache muss geklärt und ein Workaround gefunden werden. Klaus Wammes ist ein international anerkannter Experte im Bereich der Optoelektronik und bietet seine Fachkenntnis weltweit als Dienstleister und Troubleshooter an. Er ist zudem im Vorstand des DFF (Deutsches Flachbildschirm Forum e.V.). Der eigenständige Verein bietet seinen Mitgliedern flexible Dienstleistungen im Bereich solcher Fragestellungen: Zum einen werden akademische Erkenntnisse für die pragmatische Arbeit in der Displaybranche anwendbar gemacht. Zum anderen soll das DFF durch unternehmensübergreifende Aufklärung eine Katalysatorfunktion für die Mitgliedergeschäfte übernehmen.
Spezialisiert auf Forschung und Produktion in der Optoelektronik ging Wammes bisher strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie Siemens, Osram, Philips oder IBM ein. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Entwicklung samt Muster­bau und Herstellung von Flachbildschirmen sowie eingebetteten Systemen für extreme Anwendungsbereiche wurden über einhundert seiner Erfindungen patentiert. Ein Netzwerk aus Entwicklern, Herstellern, Distributoren und akademischen Forschungseinrichtungen löst theoretische und technische Anliegen aus einer Hand, Material wird akquiriert und bereitgestellt, die notwendigen Prozesse werden umgesetzt.

Patente Schmiede

Die Wammes & Partner GmbH wurde 1993 als »Technologieschmiede« gegründet. Es folgten Tochterfirmen mit Fokus auf Entwicklung und Herstellung von Flachbildschirmen und Displays für extreme Anwendungsbereiche wie Investitionsgüter und deren technische Dienstleistungen. Weitere Themen sind Lichterzeugung und -verteilung: Die e³-Plasmalichtquelle ist ein sehr intensiv genutztes Patent (energy efficient excitation). Sie wurde in 15 Jahren Forschungsarbeit entwickelt und kontinuierlich verbessert. Die Spezialleuchtlinge erzeugen unter anderem schattenloses Licht und haben im Gegensatz zu LEDs keine Probleme mit VOCs (Volatile Organic Compounds) oder hohen Temperaturen. Verwendbar sind solche Lichtquellen in Applikationen, die Stabilität der technischen Parameter und der tatsächlichen Betriebslebensdauer fordern. In Gundersheim entstand 2015 das »Electronic Displays Center« mit einer eigenen Forschungsabteilung, Laboren sowie einem optischen Messpark. Das Ziel dieses Centers ist es, Know-how in der angewandten Physik zu bündeln und auf diese Weise neue Unternehmen zu integrieren, die gemeinsam im Bereich Display- und Lichttechnologie forschen und entwickeln.

Sukzessive Lösung

Wammes verfolgt dauerhafte Lösungen: Planerische Anforderungen zur Garantie der Funktionalität mit Entwicklungsbeginn ebenso wie spontane oder unerwartet auftretende Aufgaben. Die erworbene Expertise aus der Produktion wird für Beratungen und Schulungen genutzt, aber vor allem auch für Troubleshooting, Bug Fixing, Fehleranalysen, Materialbeschaffung und Obsoleszenz-Management: Für Letzteres wird in den kommenden Monaten eine eigene Datenbank mit verfügbaren und beschaffbaren Komponenten, Materialien und Prozessen aus den jüngsten 25 Jahren Displaytechnologie und Embedded Systems vorgestellt. Sie adressiert die volle Bandbreite physikalischer Prozesse: Optik, Mechatronik, Thermodynamik, Licht und Elektronik. Dazu zählen auch technische Schwerpunkte wie Optical Bonding, Embedded Displays, Heat Management sowie volumetrische 3D-Darstellungen.

Schritt für Schritt werden die Prozesse anwendungs- und herstellerübergreifend umgesetzt. Kernleistungen sind funktionales Verstehen und Kommunikation, das »Wesen des Problems« muss erkannt werden. Dem Verstehen folgt die Ursachenanalyse. Dabei sind physikalische, chemische und mechanische Grundlagen ebenso bedacht, wie etwaige Material- respektive Personenfehler. Die daran anschließende Beratung zeigt zielorientiert Lösungswege auf. Wichtig ist hier die Betrachtung auf der Metaebene, mit dem Ziel einer dauerhaft funktionalen Lösung. In der Umsetzung liegt der größte Unterschied zu klassischen Ingenieursleistungen: Technische Ansätze und Lösungsvorschläge werden nicht nur theoretisch formuliert oder skizziert, sondern nach Kundenwunsch in die Praxis umgesetzt.(ct)