LED-Treiber mit DALI-Schnittstelle Digitale Lichtsteuerung

Mit DALI steht bei den LED-Stromversorgungen eine digitale Schnittstelle für das Lichtmanagement zur Verfügung. Mit einem geeigneten Steuergerät lassen sich die Beleuchtungslandschaften im digitalisierten Heim vom Sofa aus per Smartphone-App steuern.

Seit kurzem hat Emtron die LED-Treiber von Cincon im Programm, die das Stromversorgungsspektrum bei den DALI-Netzteilen (Digital Adressable Lighting Interface) abrunden. Durch die Konzentration auf die DALI-Netzteile gibt es keine große Überschneidung mit dem Angebot von Mean Well, dem anderen großen Stromversorgungshersteller, dessen Produkte Emtron vertreibt.
Ein verbreitetes Verfahren zur »intelligenten« LED-Ansteuerung bietet das DALI-Protokoll. Es ist in den Standards EN 60929 beziehungsweise IEC 60929 Abschnitt E.4 sowie IEC 62386 festgeschrieben und kann bis zu 64 Verbraucher individuell ansprechen. So unterstützt DALI unter anderem das Zusammenfassen von LEDs zu Gruppen zwecks gemeinsamer Ansteuerung sowie viele weitere Funktionen. Die Kombination aus LED-Treiber mit Dimm-Funktion und DALI-Schnittstelle liegt daher nahe. Deshalb bieten die LED-Treiber von Mean Well beides: Je nach Ausführung sind die Geräte der Produktfamilie »LCM« wahlweise mit einem Analog-Eingang oder mit einer DALI-Schnittstelle versehen. Die Analog-Ausführungen lassen sich über eine Gleichspannung (0 V bis 10 V) oder über ein PWM-Signal steuern. Die Varianten mit DALI-Schnittstelle werden natürlich über das digitale Protokoll gesteuert.
Die LED-Treiber der Serie »HLG, Typ B« von Mean Well sind mit einer Dimm-Funktion ausgestattet, die sich wahlweise über drei analoge Eingangsgrößen steuern lässt: per Steuerspannung von 1 V bis 10 V, über ein PWM-Signal mit einer Amplitude von 10 V oder durch ein Potentiometer. Der LED-Treiber kann PWM-Signale im Frequenzbereich zwischen 100 Hz und 3000 Hz verarbeiten.

Eine interessante Designstudie zeigt die Steuerung der HLG-Serie durch eine Smartphone-App (Bild 1). Das PWM-Ausgangssignal eines Singleboard-Computers lässt sich direkt in den Dimm-Eingang des Treibers einspeisen. Über eine Bluetooth-Tochterplatine auf einem »Arduino«-Steuerrechner wird die Verbindung zu jedem Bluetooth-fähigen »Android«-Smartphone hergestellt, von dem aus nun die LED-Beleuchtung gesteuert werden kann. Über eine App lässt sich nun also der Ausgang des HLG-LED-Treibers steuern, wobei die Reichweite der Funkstrecke vom verwendeten Bluetooth-Modul abhängt.

Zwei identische Ausgangskanäle

Für Anwendungen, in denen zwei identisch ausgelegte Ausgangskanäle erforderlich sind, hat Cincon die »CLD50D«-Familie entwickelt (siehe 
Anlaufbild). Sie liefert an ihren beiden Ausgängen einen konstanten Strom: je nach Typ pro Ausgang je 600 mA mit maximal 25,2 W oder 1000 mA bei 24 W. Die Stromversorgung zeichnet sich durch einen Wirkungsgrad von 85%, einen Leistungsfaktor von über 0,9 und eine Brumm- und Rauschspannung am Ausgang von unter 300 mV (Spitze-Spitze) aus. Mit ihrem Profil von 36,1 mm x 24,5 mm (B x H) lässt es sich fast überall einbauen, etwa bei linearen LED-Leuchtkörpern zum Ersatz von Leuchtstoffröhren direkt im Lampenkörper. Die CLD50D verarbeitet Eingangsspannungen zwischen 90 V und 264 V (AC). Für Sicherheit sorgen außerdem die Zertifizierungen gemäß UL 8750, IEC/EN 61347-1, IEC/EN 61347-2-13 und PSE Mark sowie der Schutz gegen Kurzschlüsse und Überspannungen; der Betriebstemperaturbereich reicht von -20 °C bis +50 °C. Auf Wunsch ist eine Ausführung mit DALI-Eingang zum Dimmen erhältlich.

Mit den Stromversorgungen der Serie »LDP« hat Cincon außerdem LED-Konstantstromquellen entwickelt, die sich laut Emtron in einem breiten Spektrum gängiger LED-Anwendungen im Leistungsbereich von 25 W bis 60 W einsetzen lassen (Bild 2). Sie bieten eine kompakte Bauweise, einen Eingangsspannungsbereich von 90 V bis 305 V (AC), sowie besonders geringe Einschaltströme kleiner 5 A. Optional ist das Gerät auch dimmfähig für zwei verschiedene Methoden zur Ansteuerung lieferbar: Steuerspannung zwischen 1 V und 10 V oder per PWM. Je nach Konfiguration der nachgeschalteten LED-Ketten sind die LDP-Treiber mit geregelten Ausgangsströmen von 530 mA bis 2500 mA lieferbar. Alle Ausführungen, auch IP67 ist möglich, zeichnen sich durch verschiedene Schutzfunktionen und einen Wirkungsgrad von 86% aus. Die aktive PFC sorgt für einen Leistungsfaktor besser als 0,9.

Mehr als nur Distribution 

Aber nicht nur die enge Zusammenarbeit mit den Herstellern zeichnet Emtron aus (siehe Kasten).

Hersteller hören auf den Distributor 
Emtron hat mehrere Stromversorgungshersteller im Programm, darunter Nischenanbieter wie Crane Interpoint und Martek Power. Dominierend sind die Linien von Mean Well und Cincon, die den Hauptanteil des Umsatzes ausmachen. Damit zählt die Firma heute zu den führenden Anbietern von Stromversorgungskomponenten wie Netzteilen und DC/DC-Wandler im deutschsprachigen Markt.  In Europa zählt Emtron zu den stärksten Distributoren für Mean Well. Zwar unterhält Mean Well in Europa ein Lager und eine kleine Niederlassung in Amsterdam, aber die wichtige Vor-Ort-Arbeit beim Kunden erfolgt über die Distributoren und eben durch Emtron.
Auch hört Mean Well in Sachen Qualitätsmanagement auf das Feedback von Emtron. Auch wenn es um neue Produktmerkmale bzw. Weiterentwicklungen geht, ist die Meinung des Spezialdistributors gefragt. So wurde z.B. auf Betreiben von Emtron die Hutschienen-Serie weiterentwickelt von einer einphasigen über eine zweiphasige bis zu einer dreiphasigen Serie. Mean Well und auch die leistungsstarke Linie Cincon fragen immer wieder nach, was der Markt fordert, dies besonders im Hinblick auf den LED-Bereich. 

Auch die technische Unterstützung der Kunden ist dem Spezialdistributor wichtig. So ist applikationsunterstützende Beratung selbstverständlich. Seit 2004 verfügt die Firma in Nauheim auch über ein eigenes Applikationslabor, das als einziges von Mean Well autorisiert ist, Modifikationen an den Modulen des Herstellers vorzunehmen. Darüber hinaus übernimmt das von Mean Well jährlich geschulten Kräften geführte Labor auch Analysen und Reparaturen.
Lassen sich die Anforderungen des Kunden nicht mit einem Standardprodukt lösen, kann Emtron über Mean Well auch kundenspezifische Lösungen anbieten. Dabei entstehen dem Kunden bei entsprechendem Abnahmepotenzial weder Einmal- noch Zulassungskosten. Aber auch für kleinere Stückzahlen gibt es eine Lösung: durch kundenspezifische Anpassungen an bestehenden Produkten.
Die Technik ist die eine Seite, aber auch als Spezialdistributor kann Emtron mithalten, wenn es um die Logistik geht. Die Bestände werden in einem ERP-System abgebildet. Mit einigen Kunden wurden bereits Online-Schnittstellen umgesetzt und in Kürze kann auf der Webseite in Echtzeit auf den Lagerbestand zugegriffen werden. Die Online-Bestellung gibt es bereits, dies soll aber auf keinen Fall den persönlichen Kontakt und die Kundenbetreuung ersetzen. Sie wird beispielsweise verwendet, wenn es um Wiederholungsbestellungen geht, für die der Kunde keinen weiteren Support benötigt.

Über den Autor: Siegfried W. Best ist freier Journalist.