Beschleunigungssensor Notruf bei Kollision

Die automatische Notruffunktion in Fahrzeugen wird allen Bedenken der Datenschützer zum Trotz bald zwingend vorgeschrieben. Damit möglichst wenig Fehlalarme vorkommen, benötigt ein solches System äußerst präzise Messdaten.

Automobilzulieferer arbeiten an Systemen, die bei einem Zusammenstoß oder einem Problem am Fahrzeug automatisch einen Notruf auslösen. Die Anwendung kann dem Notdienst potenziell lebensrettende Detailinformationen geben, beispielsweise über den Standort des Fahrzeugs sowie die geschätzte Schwere des Problems oder Unfalls. Beispiele für solche Dienste sind Onstar (USA), eCall (Europa) und ERA Glonass (Russland).

Der 3-Achsen-Beschleunigungssensor »AIS3624DQ« von STMicroelectronics mit digitalem Ausgang bietet einen Messbereich von ±24 g und erfüllt gleichzeitig die strengen Zuverlässigkeitskriterien der Automobilindustrie nach der Norm AEC-Q100. Zu den wichtigsten Parametern, an denen die Schwere einer Kollision abgeschätzt werden kann, gehören die Verzögerungen, die im Moment des Zusammenstoßes in allen drei Raumrichtungen auftreten. So schreibt die ERA-Glonass-Spezifikation für den russischen Markt vor, dass longitudinale Beschleunigungen bis zu ±24 g mit hinreichender Genauigkeit gemessen werden können.

Das Bauelement bietet zwei digitale Ausgangsleitungen (Interrupt-Generatoren) und einstellbare Messbereiche von ±6 g, ±12 g und ±24 g. Es stehen neun vom Anwender wählbare Ausgangsdatenraten zur Verfügung. Der 16-Bit-Datenausgang unterstützt die Protokolle SPI und I²C. Der Sensor verfügt über verschiedenen Betriebsarten sowie einen eingebauten Selbsttest. Er ist bis 10 000 g stoßbeständig und arbeitet im Temperaturbereich von -40 °C bis +105 °C. Derzeit sind Entwicklungsmuster im QFN-24L-Gehäuse (4 mm x 4 mm x 1,8 mm) verfügbar. Der Beginn der Massenproduktion ist für das vierte Quartal 2014 vorgesehen.