Vergleich von Meßgeräten HMI-Philosophie bei Oszilloskopen

DESIGN&ELEKTRONIK befragte zwei BestPractice-Kandidaten des Oszilloskopsegments nach ihrer zugrunde liegenden HMI-Philosophie. Rohde & Schwarz entwickelte seine Geräte konsequent für die Touchbedienung, bei Keysight Technologies erfolgte die Evolution um die Triggerfunktion herum.

Rohde & Schwarz 

Als wir 2010 unsere ersten Oszilloskope vorgestellt haben, war unsere Benutzeroberfläche wesentliche Innovation im Markt: Denn sie wurde speziell für Touchscreen-Bedienung entwickelt und nicht als Add-on zur Mausbedienung »dazugebaut«. Das Gerät lässt sich intuitiv wie ein Smartphone bedienen – für Anwender eine Einladung, die Funktionen spielerisch-intuitiv kennenzulernen und schnell zu den gewünschten Messergebnissen zu gelangen. 

Zwei Beispiele für die Touchscreen-optimierte Entwicklung: Die Menüleiste ist unten am Bildschirm positioniert (Bild  1) – wäre sie oben, würde die Hand das sich öffnende Menü verdecken. Und, alle Berührungspunkte sind groß genug für Fingerbedienung, in den grafischen Darstellungen sind die Fangbereiche entsprechend dimensioniert.

Eine weiteres Muss für Touchscreen-Benutzerfreundlichkeit: ein großer Bildschirm im kompakten Gerätdesign.

Dank einer neu eingeführten Farbcodierung wurde mehr Platz für das Display gewonnen, indem wir die Zahl der vertikalen Drehräder reduzierten; je nach angewähltem Kanal ändert sich der Fokus und die entsprechende Kanalfarbe der LEDs um die Drehräder. Man sieht sofort, welcher Kanal genutzt wird. Das Farbkonzept wird weiter konsistent in den Darstellungen und Dialogen am Bildschirm fortgeführt.

R&S ist Vorreiter bei dieser Gestaltung, die inzwischen im Markt immer mehr Verbreitung findet. Die Bild- und Symbolsprache ist klar und eindeutig, und wir haben sie kontinuierlich verbessert und an Kundenwünsche angepasst. So enthalten beispielsweise die Einstelldialoge anschauliche Grafiken, eingängige Schaltdiagramme (Bild 1) oder auch Fotos.

Unser Smart-Grid-Konzept erlaubt es, die Messdiagramme und Ergebnisse individuell zu platzieren: Der Bildschirm lässt sich mehrfach vertikal und horizontal aufteilen, um mehrere Kanäle getrennt betrachten zu können. Das Design der Diagramme sowie die Schriftgröße sind frei konfigurierbar.

Ein besonderes Highlight: Die »Selektive Transparenz« zeigt die aufgerufenen Diagramme transparent (Bild 2), somit sieht der Anwender die Änderungen sofort im Hintergrund.

Dass unsere Oszilloskope heutzutage in der Benutzerfreundlichkeit herausragen, hängt zum einen damit zusammen, dass wir die intuitive Touchscreen-Bedienung von Anfang an in den Vordergrund gestellt haben. Zum anderen tragen unsere Nähe zu Kunden sowie das Annehmen von Kundenfeedback dazu bei, die Geräte konsequent weiterzuentwickeln und die Bedienung immer intuitiver und besser zu machen.  

Gerd Bresser und Guido Schulze, Rohde & Schwarz  

Keysight Technologies

Infiniium-Oszilloskope sind vor über 20 Jahren auf den Markt gekommen. Sie sollten besonders leistungsfähig sein, dabei aber auch besonders einfach zu bedienen. Über die Jahre haben Bandbreiten und Analysefähigkeiten erheblich zugenommen, aber die einfache Bedienung wurde daneben nie aus den Augen verloren.

Symbolsprache

Ein Oszilloskop ist in erster Linie ein Messgerät, um Signale zu visualisieren. Die Funktion, bei der die grafische Darstellung vermutlich die größte Rolle spielt, ist der Trigger. In Bild 3 wird ein Trigger auf die Pulsbreite eingestellt. Auf den ersten Blick macht das Symbol klar, dass es dabei um einen schmalen Impuls geht.

Übersichtliche Datenvisualisierung 

 Eine weitere wichtige Funktion von Oszilloskopen ist die Erfassung von Messwerten. Bild 4 zeigt ein Beispiel für die Darstellung von Messwerten mitsamt statistischer Auswertung. Der Anwender kann die Statistikspalten editieren und wahlweise viele oder wenige Spalten anzeigen lassen. 

Bild 5 zeigt die gleichen Messwerte mit weniger Statistik. Der gewonnene Platz auf dem Bildschirm wird automatisch für eine zweite Messwertespalte verwendet, damit der Anwender möglichst nicht zu scrollen braucht.Bild 6 zeigt gleichzeitig Messwerte und Marker. Der Anwender kann die Spaltenbreite individuell so einstellen, wie er es möchte. 
 

Anpassung der Fenstergrößen 
 
Manchmal braucht man mehrere Fenster für die Anzeige verschiedener Daten. Bild 7 zeigt ein Beispiel, bei dem neben dem analogen Signal in einem zweiten Fenster FFT-Kurven dargestellt sind. Der Anwender kann die Größe jedes Fensters individuell ändern und somit so viel oder so wenig anzeigen lassen, wie er es möchte. In Bild 7 sind die Fenster vertikal angeordnet. Man kann sie auch nebeneinander oder als Tabs hintereinander darstellen lassen (Bild 8). Bei Bedarf lassen sich Fenster sogar auf einen externen Bildschirm hinüberziehen. 

Primärziel Produktivität

Mit der Weiterentwicklung seiner Oszilloskope und der Entwicklung neuer Mess- und Analysefunktionen verbessert Keysight auch die Bedienschnittstelle seiner Oszilloskope ständig. Über die Jahre haben sich auch die Anforderungen der Anwender an die Bedienschnittstelle fortentwickelt: Heute wünscht der Anwender etwa Multi-Touch-Funktionen und Sprachsteuerung. Unser Ziel bleibt, die Bedienschnittstellen so weiterzuentwickeln, dass unsere Kunden unsere Geräte so produktiv wie möglich einsetzen können.

Doug Beck, Keysight