Fachkräftemangel Ziehl-Abegg »exportiert« Duales Studium nach Ungarn

Max Borek (rechts) überprüft mit Ausbilder Jens Münch eine elektrische Schaltung. Max Borek absolviert bei Ziehl-Abegg in Künzelsau ein Duales Studium Elektrotechnik. In Ungarn wird es bei Ziehl-Abegg nun ab kommendem Jahr auch die Möglichkeit zum Dualen Studium geben.
Max Borek (rechts) überprüft mit Ausbilder Jens Münch eine elektrische Schaltung. Max Borek absolviert beim Unternehmen in Künzelsau ein Duales Studium Elektrotechnik. In Ungarn wird es bei Ziehl-Abegg nun ab 2016 auch die Möglichkeit zum Dualen Studium geben.

»Das erfolgreiche Modell eines dualen Studiums wird nach Ungarn exportiert«, sagt Achim Curd Rägle, Personalvorstand bei Ziehl-Abegg. Jetzt hat das Unternehmen die entsprechenden Verträge mit der der Hochschule Dunaújváros und der Universität Pécs unterschrieben.

»Die Probleme in Ungarn gleichen denjenigen in Deutschland«, sagt Rägle über den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel und die Abwanderung junger Menschen in die Großstadt. Ziehl-Abegg ist davon in seinem Werk in Marcali ebenfalls betroffen. Denn die Nachwuchsgewinnung in dem ländlichen Umfeld ist schwer. Der erste Schritt gegen diese Entwicklung war die Einrichtung einer Lehrwerkstatt nach deutschem Vorbild im Jahr 2013 – aktuell absolvieren dort 16 junge Menschen ihre Ausbildung zum Industriemechaniker, 24 zum CNC-Dreher. »Das duale Studium war nur die logische Konsequenz aus den guten Erfahrungen mit der dualen Ausbildung«, erklärt der Personalvorstand.

Eng eingebunden war die Geschäftsleitung des ungarischen Werks. Ferenc Szijarto, Geschäftsführer von Ziehl-Abegg in Marcali, freut sich: »Wir bieten den jungen Menschen nun gleich zwei erprobte Wege ins Berufsleben an.« Durch den dualen Weg ergibt sich eine starke Anbindung an das Unternehmen. »Wir investieren in die jungen Leute und hoffen, dass wir sie für eine weitere Tätigkeit bei Ziehl-Abegg begeistern können.« Das Unternehmen ist in Marcali der größte Arbeitgeber und mit mehr als 700 Mitarbeitern das weltweit größte Werk des deutschen Industrieunternehmens.

Ziehl-Abegg bietet in Ungarn im Jahr 2016 als Auftakt das Fach Maschinenbau für die Dualen Studenten an der Hochschule Dunaújváros und der Universität Pécs an. Bis zum Bachelorabschluss werden die jungen Leute wöchentlich zwei Tage sowie die Semesterferien im Werk in Marcali verbringen. Das gibt nach der Regelstudienzeit ein Verhältnis von 20:80 von Theorie zu Praxis. Wie in Deutschland gibt es während der gesamten Studienzeit eine monatliche Vergütung. »So wie wir allen deutschen Auszubildenden und Dualen Studenten einen Auslandsaufenthalt anbieten, so gilt dies auch für die dualen Studenten in Ungarn«, unterstreicht Vorstand Rägle die internationale Komponente.