Friedhelm Loh Group Integrationsprojekt für Flüchtlinge macht Schule

In der Rittal Ausbildungswerkstatt in Eschenburg-Wissenbach erlernen die Flüchtlinge im Vorbereitungspraktikum Grundfertigkeiten der Metall- und Elektrotechnik.
In der Rittal Ausbildungswerkstatt in Eschenburg-Wissenbach erlernen die Flüchtlinge im Vorbereitungspraktikum Grundfertigkeiten der Metall- und Elektrotechnik.

Im Sommer 2015 hat die Friedhelm Loh Group mit dem Lahn-Dill-Kreis ein Pilotprojekt zur Qualifizierung von Flüchtlingen durchgeführt. Nun macht das Projekt landesweit Schule. Denn den Förderantrag, der sich aus den Erkenntnissen des Projekts speist, hat das Land Hessen nun genehmigt.

Als wegweisend bezeichnete Andreas Tielmann, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill, im August 2015 die Maßnahmen zur Qualifizierung von Flüchtlingen in der Friedhelm Loh Group: »Wir werden uns dafür einsetzen, dass weitere Unternehmen diesem Beispiel folgen.« Mit einem Pilotprojekt hatte die Firmengruppe in Kooperation mit dem Lahn-Dill-Kreis das Thema Qualifizierung von Flüchtlingen für eine Ausbildung angestoßen. Das Familienunternehmen ermöglichte acht hochmotivierten jungen Flüchtlingen ein dreimonatiges Praktikum bei Rittal, der größten Tochtergesellschaft der Friedhelm Loh Group. Unterstützt von engagierten Ausbildern, Azubi-Paten und einer Deutschlehrerin der Loh Academy erlangten alle acht Praktikanten im Juli 2015 ihre Ausbildungsreife, zwei von ihnen sind seit September in der Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer bei Rittal.

Andere Unternehmen sollten von den Erfahrungen aus dem Pilotprojekt profitieren – das war von Beginn an eine Zielsetzung: »Unser Pilotprojekt soll ein Mut machendes Zeichen sein für alle, die sich engagieren und Verantwortung übernehmen wollen«, so Friedhelm Loh. Daher stellten die Kreise Lahn-Dill und Limburg-Weilburg auf Basis der Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt einen Förderantrag an das Land Hessen: Es brauche vollständige Qualifikationsprofile für die Auswahl der Praktikanten, begleitende berufs- und betriebsbezogene Sprachkurse und eine sozialpädagogische Unterstützung. Im Oktober 2015 kam bereits die Nachricht: Das Land hat den Antrag bewilligt – und das Projekt »Chance Arbeitsmarkt« ins Leben gerufen.

»Das Berufsleben bietet eine gute und schnelle Möglichkeit der gesellschaftlichen Integration. Schließlich ist Arbeit essenzieller Bestandteil eines sinnerfüllten Lebens«, so Friedhelm Loh, Inhaber und Vorsitzender der Geschäftsführung der Friedhelm Loh Group, über die Notwendigkeit der Qualifizierung von Flüchtlingen: »Nur durch Arbeit können Menschen ihr Engagement und Know-how unter Beweis stellen, sich eine Existenz aufbauen und einen Beitrag für die Gesellschaft leisten.«

Bilder: 4

Integrationsprojekt für Flüchtlinge macht Schule

Im Sommer 2015 hat die Friedhelm Loh Group mit dem Lahn-Dill-Kreis ein Pilotprojekt zur Qualifizierung von Flüchtlingen durchgeführt. Nun macht das Projekt landesweit Schule. Denn den Förderantrag, der sich aus den Erkenntnissen des Projekts speist, ha

Ein Konzept für die Zukunft

Mit dem Projekt »Chance Arbeitsmarkt«, das von den Kreisen Lahn-Dill und Limburg-Weilburg durchgeführt wird, betreten andere Unternehmen nun nicht länger Neuland, wenn sie Flüchtlinge fit für eine Ausbildung machen wollen. »Zielgruppe des Projektes sind Flüchtlinge mit einer positiven Bleibeperspektive in Deutschland mit dem Ziel, sie schnellstmöglich in den regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren«, erklärt Sozial- und Integrationsminister Stefan Grüttner. Dies trage mittelfristig zur Fachkräftesicherung in den regionalen Betrieben bei und eröffne den Flüchtlingen die Möglichkeit der eigenständigen Existenzsicherung, persönlicher Unabhängigkeit und sozialer Teilhabe.

»Chance Arbeitsmarkt« beinhaltet drei Kernelemente: Die Erfassung der berufsbiografischen Erfahrungen als Grundlage für die weitere Förderung der Flüchtlinge, eine auf sie angepasste Potentialfeststellung sowie Qualifizierungseinheiten bei der GWAB und GAB sowie Kooperationsbetrieben.

»Auf der Grundlage der Erfahrungen, die wir mit dem Pilotprojekt der Friedhelm Loh Group sammeln konnten, ist ein tragfähiges Konzept für die Zukunft entstanden«, so Stephan Aurand, Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen (GWAB), die an der Erstellung des Förderantrags maßgeblich beteiligt waren: »Wir möchten den Flüchtlingen in unserem Land bessere Chancen auf die Integration in den Arbeitsmarkt und damit auf ein besseres Leben bieten.«