Echtzeit-Ethernet »IoT« in der Automatisierung

Das »Internet der Dinge« soll sich in den kommenden Jahren nicht nur in der Unterhaltungselektronik und in der Gebäudeautomatisierung ausbreiten, sondern auch in der Industrieautomatisierung. Doch dort gibt es oft speziellere Protokolle, beispielsweise um die Echtzeitfähigkeit sicherzustellen. Eine neue Special Interest Group soll DeviceNet für das IoT fit machen.

Die Herstellervereinigung ODVA (Open DeviceNet Vendor Association) hat eine neue Special Interest Group (SIG) gegründet, die sich auf die Weiterentwicklung der ODVA-Spezifikationen konzentrieren soll. Diese Spezifikationen ermöglichen eine erweiterte Einführung von Device¬Net bei kostengünstigen, einfachen Industriegeräten, die heutzutage in der Regel in der Steuerungs- und Kommunikationsarchitektur von Industrieanlagen fest verdrahtet sind. Eine entsprechend erweiterte DeviceNet-Spezifikation soll im Jahr 2015 verabschiedet werden.

Weil DeviceNet so bei noch mehr Gerätetypen zum Einsatz kommen kann, sollen Benutzer ihre Investition in DeviceNet schützen und mithilfe des Common Industrial Protocol beziehungsweise »CIP« von ODVA eine nahtlose Konnektivität mit Ethernet/IP sicherstellen können. Dabei steht nach Aussage der Vereinigung das Konzept des Internet of Things (IoT) Pate für neue, »intelligente Dinge« in der Automatisierungswelt. Fakt jedoch ist, dass die Kosten von Ethernet für zahlreiche industrielle »Dinge« oder Geräte noch zu hoch sind, da oft kostspielige und komplexe Gateways nötig sind. Die Benutzer sollen von wirtschaftlicher Konnektivität für Geräte profitieren, die bisher nicht eingebunden werden konnten, sowie für Systeme, die in Zukunft entwickelt werden und die sich parallel zum IoT weiterentwickeln können, während die Kosten für Ethernet weiterhin sinken.

Die erste Sitzung der SIG fand im Zusammenhang mit dem ODVA-Fachkongress 2014 und der 16. jährlichen Mitgliederversammlung statt. Bei der ersten Sitzung hatten sich bereits sechs ODVA-Mitglieder zur Teilnahme an der SIG angemeldet, unter anderem Eaton Electrical, HMS Industrial Networks, Omron, Panduit, Rockwell Automation und Weidmüller Interface. Um die Geschäftsziele zu erreichen, nämlich Senkung der Konnektivitätskosten für einfache, kostengünstige Geräte und Steigerung der Benutzerfreundlichkeit bei der Netzwerkinstallation und Inbetriebnahme, konzentriert sich die SIG in der Anfangsphase auf folgende Bereiche:

  • Ein Verbindungssystem mit einer physikalischen Schicht nach Schutzart IP20, das die Verbindungskosten und Installationszeit senkt. 
  • Ein automatisches Adressierungsschema, in dem keine Knotenadressen mehr festgelegt werden müssen. 
  • Transparenz bei Geräten, die bisher keinerlei Diagnostikfunktionen bieten. 

Anschließend möchte die Arbeitsgruppe dann Verbesserungen für ein Verbindungssystem mit einer physikalischen Schicht nach Schutzart IP67 anstoßen.