Design-Praxis Internet-of-Was?

Sie wissen immer noch nicht, was mit dem »Internet der Dinge« anzustellen ist? EnOcean zählt für Sie die wichtigsten »Use-Cases« auf!

Das Internet der Dinge wächst exponentiell. Studien sprechen von 20 Milliarden mit dem Internet verbundenen Geräten im Jahr 2020 und 30 Billionen »Dingen« in 2030. Die Hauptanzahl dieser »Dinge« werden Sensoren sein. Diese erfassen die für die Informationsverarbeitung wichtigen Daten und sind somit die Sinnesorgane des IoT. Montiert werden sie beispielsweise an Fenstern, Türen, Wänden, Grünflächen und Pflanzen. Diese Lösungen sind vor allem für die Anwendungen interessant, die viele Sensoren benötigen, beispielsweise für die Gebäudeautomatisierung sowie zur Datenerfassung von Verkehrs- und Nutzflächen. Um den unterschiedlichen Anforderungen zu entsprechen, müssen Sensoren klein, unauffällig und einfach zu montieren sein.
Für die überwiegende Anzahl der IoT-Sensoren kommt damit eine Verbindung zum Internet mittels Kabel praktisch nicht in Frage, sie werden drahtlose Funksensoren sein.
Die Energieversorgung dieser Trillionen Funksensoren lässt sich mit Batterien aufgrund des Wartungsaufwands sowie der Kosten des Austausches und Entsorgung der Batterien nicht realisieren. Der Einsatz batterieloser Funktechnologie ist hier die konsequente Schlussfolgerung.  

Smart-Home-Applikation

Innovationen wie der Rasenmäher, der fortlaufend den Rasen auf Ideallänge hält und der Staubsauger, der selbstständig die Wohnung saugt, wurden noch vor einigen Jahren belächelt und erfreuen sich heute dennoch zunehmender Beliebtheit. Einige dieser Geräte lassen sich sogar mittels Sprache steuern.
Ob der Mensch dies wirklich benötigt, erinnert an die Diskussion des automatischen Autofensterhebers vor vielen Jahren: Eine geeignete Fensterhandkurbel erledigte denselben Dienst in kürzerer Zeit. Warum also sollte sie durch eine elektrische Fensterheber ersetzt werden, der zudem noch teurer ist? Ganz einfach: Dieser bietet erheblich mehr Komfort,und darum gibt es in neuen Kraftfahrzeugen überhaupt keine Handkurbeln mehr. Ähnlich wird es sich mit der Gebäudeautomatisierung verhalten.
Noch sind die in der Minderheit, die beim Hauskauf an die Vorteile der Vernetzung denken, dennoch wird in einigen Jahren das Smart-Home zur Grundausstattung im Wohnungsbau gehören. Auch Bestandsbesitzer werden diese Funktion nachrüsten wollen.    
Am interessantesten sind Use-Cases mit einer umfassenden oder gar prediktiven Auswertung der vielen erfassten Daten im Internet der Dinge, da sie einen entscheidenden Mehrwert für den Nutzer bringen. Die Anzahl der vorstellbaren Anwendungen scheint unendlich, jedoch lassen sich einige grundsätzliche Anwendungsfelder erkennen.


Asset-Management bis zum Campus

In Büros, Entwicklungslabors und Kreativzonen kann über Präsenzmelder die Platzbelegung und über Stromzähler die Gerätenutzung erfasst werden. Im Zusammenhang mit Raumklimadaten, Temperatur, Helligkeit, CO2, Feuchtigkeit, könnten damit Raumnutzungsprofile und sogar ein Zusammenhang mit der Effektivität am jeweiligen Arbeitsplatz bestimmt werden, damit die Raumnutzung, der Geräteeinsatz und eventuell sogar die Arbeitsergebnisse optimiert werden.
Für Versicherungen ist das frühzeitige Erkennen und Einschreiten bei Feuer und Wasserleckage ein gutes Verkaufsargument und damit entscheidend zur Kundenbindung. Das Betreiben von Sanitäranlagen wird wesentlich erleichtert, wenn Sensoren den Füllzustand von Papier und Seife melden und der Benutzungsgrad der Toiletten mittels Türkontakt übermittelt wird. In Hotels und anderen Wohn- und Nutzräumen ist die Kombination von Fensterkontakten und Bewegungsmeldern ideal zur Erhöhung von Schutz, Sicherheit und Energieeffizienz geeignet, denn ein geschlossenes Fenster schützt den Raum vor schlechter Witterung, vermeidet unnötiges Heizen und verhindert Fehlalarme des durch Wind ausgelösten Bewegungsmelders. Nutzbringend ist auch die Kombination mit vorhandenen Wetterdaten aus dem Internet.
Um komfortables und sicheres Wohnen in den eigenen vier Wänden auch im Alter zu ermöglichen, liefern Bewegungssensoren in Matratzen sowie Sturz- und Präsenzmelder und flexibel positionierte Notruf- und Bedienknöpfe die dringend notwenigen Informationen.
In Markthallen können solche Detektoren zur Bestimmung von Bewegungsprofilen und zum nächtlichen Schutz eingesetzt werden. Klimasensoren in Gebäuden regeln orts- und nutzungsabhängig die Lüftung; Sensoren an Aufzügen, Lüftungsmotoren und Schädlingsfallen melden Wartungsbedarf.