Wachstum ungebremst Quartalszahlen: ARM legt im Embedded-Bereich weiter zu

ARMs CEO Simon Segars kann auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurückblicken.
ARMs CEO Simon Segars kann auf ein erfolgreiches 3. Quartal 2015 zurückblicken.

Der Prozessor-Entwickler ARM konnte sein Wachstum auch im 3. Quartal 2015 fortsetzen. Die Umsatzrendite erreichte dabei einmal mehr schwindelerregende Höhen, zudem konnten 38 neue Lizenznehmer gewonnen werden.

Einige seiner Lizenznehmer dürften mit Neid auf die Prozessorschmiede ARM blicken: Mit 375,5 Mio. Dollar Umsatz im 3. Quartal 2015 wurde der Wert von Q3 2014 um 17 % übertroffen. Gleiches gilt für den Gewinn, der von 165,96 Mio. Dollar auf 197,74 Mio. Dollar angestiegen ist. Damit hat ARM eine Umsatzrendite von 52,7 % vor Steuern erzielt, ein Wert, von dem selbst hochrentable Unternehmen wie Linear Technology nur träumen können und die ohnehin schon hohen 51,8 % aus Q3 2014 nochmals toppen.

Schaut man ins Detail, stellt man fest, dass ARM im 3. Quartal 2015 alleine 38 neue Prozessor-Lizenzen (inklusive 6 für Mali-GPUs) verkaufen konnte. Davon betrafen 19 die Mikrocontroller-Familie Cortex-M, 10 die Applikations-Prozessoren Cortex-A und 2 die echtzeitfähigen Cortex-R-Cores.

Interessant ist dabei, dass von den 38 Lizenzen deren 14 an neue Kunden gingen, die zuvor noch keinen ARM-Core lizensiert hatten - ein deutliches Zeichen, dass sich die Architektur immer weiter ausbreitet. Von den Cortex-A-Lizenzen betrafen 6 die neuen 64-bit-Cores Cortex-A53/A-57. Alleine 12 neue Kunden lizensierten die Mikrocontroller-CPUs Cortex-M.

Die Lizenzeinnahmen stiegen in Q3 2015 allerdings nur um 2 % gegenüber Q3 2014, weil man seinerzeit 43 Lizenzen verkaufen konnte. Allerdings kommt immer stärker der Lawineneffekt von Miliarden verkaufter Chips mit ARM-IP zum Tragen: Die Royalties (also die Einnahmen, die pro verkauftem Chip durch einen von ARMs Lizenznehmern zu entrichten sind) stiegen um 35 % gegenüber Q3 2014 an, seinerzeit betrug das Wachstum gegenüber Q3 2012 nur 9 %.

Die Einnahmen mit Tools sanken dagegen um 15 % auf 11,5 Mio. Dollar, die Service-Leistungen stiegen um 13 % auf 15,9 Mio. Dollar.

Da ARM schon seit Jahren extrem hohe Renditen einfährt, ist es wenig verwunderlich, dass die Bilanz kerngesund ist: Kurzfritig in Geld umwandelbaren Vermögenswerten von 942 Mio. Dollar stehen Verbindlichkeiten von lediglich 346 Mio. Dollar gegenüber. Ingesamt hat ARM sogar Vermögenswerte von 3,03 Mrd. Dollar in der Bilanz stehen, was trotz schlechterem Wechselkurs als vor einem Jahr noch mehr ist als die 2,84 Mrd. Dollar Ende Q3 2014.

Rekordverdächtig sind in Q4 2015 auch ARMs Investitionen in Forschung&Entwicklung gewesen: Mit 29,4 % des Umsatzes wurden die 28 % des Vorjahresquartals nochmals angehoben und jeder einzelne ARM-Lizenznehmer deutlichst übertroffen, die in der Regel zwischen 10 und 20 % des Umsatzes in F&E reinvestieren.

Embedded wächst und wächst

Wenn man sich die Marktanteile von ARM-Chips in den einzelnen Geschäftsbereichen anschaut, ist eine Entwicklung deutlich ablesbar: Der Embedded-Bereich erzielte mit einem Anteil von 40 % (gegenüber 38 % in Q3 2014) getrieben primär durch Cortex-M-Mikrocontroller einen Allzeit-Rekordwert. 2010 lag der Anteil der Embedded-Chips im 3. Quartal noch bei 18 % und 61 % SoCs für Mobilgeräte - jetzt beträgt deren Anteil "nur" noch 42 %. Das heißt, dass sowohl der Gesamtmarkt für ARM-Chips gewachsen ist, also auch der Anteil im Embedded-Markt.

Relativ stabil über einen langen Zeitraum sind die Marktanteile von Chips für Enterprise- und Home-Anwendungen mit 13% bzw. 5 %.

Im Jahr 2015 hat ARM seine Mannschaft um 559 Köpfe auf jetzt 3.853 Mitarbeiter vergrößert, von denen die meisten in Forschung & Entwicklung arbeiten.