Kostensenkungsprogramm wird umgesetzt Qualcomm beginnt mit Entlassungen

Qualcomm Headquarter im kalifornischen San Diego.
Qualcomm Headquarter im kalifornischen San Diego.

Qualcomm hat im Rahmen eines im Januar angekündigten Kostensenkungsprogramms begonnen, eine unbestimmte Anzahl von Vollzeit- und Zeitarbeitskräften zu entlassen. Der Boykott des chinesischen Handy- und Telko-Herstellers ZTE durch US-Behörden tut sein übriges.

Laut Qualcomm wurde zunächst nur eine Reduzierung der Personalkosten ohne Entlassungen evaluiert, man sei jedoch zu dem Schluß gekommen, dass ein Personalabbau notwendig ist, um langfristiges Wachstum und Erfolg zu unterstützen, was letztlich allen Aktionären zugute komme.    
Qualcomm teilte den Investoren im Januar mit, dass es ein Kostensenkungsprogramm in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar durchführen werde. Das Versprechen wurde in einem Brief an die Investoren gegeben, als der Vorstand des Unternehmens einen feindlichen Übernahmeversuch von Broadcom bekämpfte. Den betroffenen Mitarbeitern sollen Abfindungspakete angeboten werden. 

Die Entlassungen wurden nur wenige Tage nach Verhängung eines 7jährigen Chip-Boykotts seitens des US-Handelsministeriums gegen den chinesischen Handy- und Telekommunikations-Hersteller ZTE Corp. verkündet. Der Boykott gegen ZTE seitens der amerikanischen Regierung für alle emerikanischen Chip-Hersteller wurde beschlossen, nachdem ZTE verbotenerweise Telekommunikationsausrüstungs-Komponenten in den Iran und nach Nordkorea verkauft haben soll.

ZTE war 2017 als Nr. 6 der weltgrößten Smartphone-Hersteller mit 4 % Marktanteil und 60,8 Mio. verkauften Geräten ein wichtiger Kunde von Qualcomm, zumal die Top-3-Hersteller Apple, Samsung und Huawei mittlerweile in großem Umfang ihre eigenen SoCs in ihre Geräte verbauen, statt auf Qualcomms Snapdragon-Familie zu setzen.

Laut Branchenkennern soll der bisherige Umsatz von Qualcomm mit ZTE bei 500 Millionen Dollar pro Jahr gelegen haben.