Chiphersteller steigert dank IRF Umsatz Infineon blickt auf solides 1. Quartal zurück

Dr. Reinhard Ploss (Infineon): Dank seiner sachlichen Kommunikation und Fachkompetenz hat sich Ploss nach unserer Einschätzung zum DAX-CEO-Liebling von Bundeskanzlerin und Physikerin Angela Merkel entwickelt und sitzt bei allen deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen mit am Tisch. Infineons Leistungselektronik-Palette passt nach dem Kauf von International Rectifier zudem perfekt zu den Zielen in Chinas neuestem 5-Jahresplan – Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Elektromobilität. Man braucht kein Prophet zu sein, um Infineon weiterhin wachsende Umsätze im Reich der Mitte vorherzusagen.
Infineons CEO Dr. Reinhard Ploss konnte auf ein solides Quartal zurückblicken - die Profitabilität ging allerdings zurück.

Der Halbleiterhersteller Infineon hat im 1. Quartal seines Geschäftsjahres 2016 dank des Kaufes von International Rectifier gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Wachstum beim Umsatz erzielt. Im Vergleich zum Vorquartal musste man allerdings leichte Einbußen hinnehmen.

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon erzielte in dem 1. Quartal seines Geschäftsjahres 2016, das Ende Dezember 2015  zu Ende ging, mit 1,556 Mrd. Euro einen um 38 % höheren Umsatz als im gleichen Zeitraum des Jahres 2014. Der Gewinn stieg dabei lediglich um 12 % von 136 auf 152 Mio. Euro. Im Vergleich zum vorhergehenden Quartal (Q4 2015) ging der Umsatz allerdings ausgehend von 1,598 Mrd. Euro um 3 % zurück. Dieses Phämomen erlebt der Chiphersteller in einem 1. Quartal allerdings jedes Jahr, in Q1 2015 betrug der Umsatzrückgang gegenüber Q4 2014 vier Prozent. 

Der Bereich Automotive, der alleine für 40 % des Gesamtkonzernumsatzes stand, bleib dabei mit 614 Mio. Euro seitens des Umsatzes gegenüber dem Vorquartal fast unverändert, die Marge brach allerdings von 16,6 auf 13,2 % ein. Der Umsätze bei Industrial Power Control sank um 8 % auf 249 Mio. Euro, auch hier brach die Marge von 14,4 % auf 9,2 % ein. Power Management & Multimarket verlor 5 % Umsatz, die Marge ging von 20,6 auf 15,5 % zurück. Im Vergleich hervorragend hielt sich dagegen der Bereich ChipCard & Security: Der Umsatz ging zwar ebenfalls um allerdings moderate 4 % zurück, dafür konnte die Marge fast stabil gehalten werden: 20,2 % bedeuten einen Rückgang von nur 0,8 % und die mit Abstand höchste Marge aller Geschäftsbereiche.

In Forschung und Entwicklung investierte Infineon 198 Mio. Euo, trotz sinkender Umsätze ist das 1 Mio. Euro mehr als im Vorquartal. Mit  35.565 Mitarbeitern ist der Chip-Hersteller in den letzten 12 Monaten natürlich auch wegen der IRF-Akquisition um weitere 5.000 Mitarbeiter gewachsen.

Die regionale Verteilung der Umsätze zeigt vor allen Dingen, dass Infineon glücklich sein darf, dass die Nachfrage in China im Bereich Automotive sprunghaft angestiegen war und sich das Land zudem zum größten Markt für Elektromobilität entwickelt.

Mit nur noch 32 % Umsatz in Europa (davon 15 % in Deutschland) wird ein Allzeit-Low erzielt, dagegen kratzt Asien/Pazifik mit 49 % Umsatzanteil an der 50-%-Marke - es dürfte keine Frage mehr sein, dass diese überschritten wird, sondern nur noch wann. China alleine steht mittlerweile für 25 % des Gesamtumsatzes, während Jajan mit 7 % ebenso stagniert wie Amerika mit 10 %.

Anders formuliert: Zum Glück aus Sicht von Infineon kompensierte das wachsende Geschäft in Asien die Rückgänge in Europa.