Marge über 17 Prozent Infineon blickt auf erfolgreiches 2. Quartal zurück

Dr. Reinhard Ploss (Infineon): Dank seiner sachlichen Kommunikation und Fachkompetenz hat sich Ploss nach unserer Einschätzung zum DAX-CEO-Liebling von Bundeskanzlerin und Physikerin Angela Merkel entwickelt und sitzt bei allen deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen mit am Tisch. Infineons Leistungselektronik-Palette passt nach dem Kauf von International Rectifier zudem perfekt zu den Zielen in Chinas neuestem 5-Jahresplan – Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Elektromobilität. Man braucht kein Prophet zu sein, um Infineon weiterhin wachsende Umsätze im Reich der Mitte vorherzusagen.
Infineons CEO Dr. Reinhard Ploss konnte einmal mehr erfreuliche Geschäftszahlen bekanntgeben.

Der Halbleiterhersteller Infineon hat im 2. Quartal seines Geschäftsjahres 2018 Umsatz und Gewinn steigern können. Die Umsatzrendite stieg dank des Verkaufs der HF-Leistungskomponenten auf über 25 % an.

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon erzielte in dem 2. Quartal seines Geschäftsjahres 2018, das Ende März zu Ende ging, mit 1,836 Mrd. Euro einen um 4 % höheren Umsatz als im gleichen Zeitraum des Jahres 2017. Der Gewinn stieg von 199 auf 457 Mio. Euro an, wobei alleine 268 Mio. Euro aus dem Verkauf der HF-Leistungskomponenten an Wolfspeed erlöst wurden.

Das Umsatzwachstum zieht sich im abgelaufenen Quartal durch fast alle Geschäftsbereiche: Automotive, das alleine für 44 % des Gesamtkonzernumsatzes steht, konnte um 4 % auf 811 Mio. Euro Umsatz zulegen. Insbesondere für den chinesischen Markt konnten mehr Mikrocontroller, Leistungskomponenten und Sensoren für ADAS- und Premiumfahrzeuge verkauft werden. In Korea ist Infineon im Bereich Automotive ohnehin schon lange unangefochten die Nr. 1, ebenso in Europa. In China steht der Chip-Hersteller auf Platz 2. Im Jahr 2024 sollen in China 4,3 Mio. Elektrofahrzeuge und Hybrid-Autos verkauft werden.

Industrial Power Control wuchs getrieben durch Antriebe, Züge, Haushaltsgeräte und erneuerbare Energien - speziell in China – um 8 % auf 317 Mio. Euro und Power Management & Multimarket wegen hoher Nachfrage bei Gleichstromversorgungen trotz des Umsatzrückgangs wegen des Verkaufs der HF-Leistungskomponenten um 4 % auf 543 Mio. Euro. Mit 19,9 % lag die Segment-Ergebnis-Marge in diesem Geschäftsbereich besonders hoch.

Lediglich ChipCard & Security musste einmal mehr wegen weniger ausgelieferten SIM-Karten und Bezahlkarten einen Umsatzrückgang verbuchen, diesmal um 3 % auf nur noch 164 Mio. Umsatz.

Die Umsatzrenditen der einzelnen Geschäftsbereiche – von Infineon als “Segementergebnis” bezeichnet, belaufen sich im Schnitt auf 17,1 %, was 0,3 % höhrer ist als im gleichen Vorjahreszeitraum. Vor allen Dingen wurde damit auch erneut die 15-%-Marke, die Ex-CEO Peter Bauer bereits im Jahr 2011 in seinem legendären Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Anlegern über den gesamten Branchenzyklus in Aussicht gestellt hatte, deutlich übertroffen.

In Forschung und Entwicklung investierte Infineon mit 200 Mio. Euo 8 Mio. Euro mehr als im identischen Vorjahreszeitraum, auch die Verwaltungskosten stiegen allerdings sehr moderat von 208 auf 209 Mio. Euro. Mit 38.828 Mitarbeitern ist der Chip-Hersteller in den letzten 12 Monaten weiter (diesmal um mehr als 2.000 Mitarbeiter) gewachsen, die Entwicklungsabteilungen alleine beschäftigen 6756 Mitarbeiter.

Auf regionaler Basis erzielt Infineon alleine in China mit 437 Mio. Euro gegenüber Q2 2016 ein weiteres Wachstum um 33 Mio. Euro, was alleine 24 % des Gesamtumsatzes bedeutet – zum Vergleich: Im “Mutterland” Deutschland, das einst alleine für 50 % Umsatz stand, erzielt Infineon nur noch 17 % oder 306 Mio. Euro. In Asien insgesamt stehen inklusive Japan 990 Mio. Euro Umsatz oder 54 % des Gesamtumsatzes zu Buche, was auch den massiven Personalaufbau in dieser Region erklärt.

Die USA bleiben mit 9 % Umsatz und 167 Mio. Euro fast unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der amerikanische Kontinent als Ganzes kam auf 210 Mio. Euro.

Am Ende des Geschäftsjahres will Infineon 4-7 mehr Umsatz erzielen und eine Rendite von 17 % erzielen. Dieser Ergebnis wäre angesichts des starken US-Dollar-Gegenwinds und steigenden Materialpreisen mehr als aller Ehren wert.

Um die anhaltend hohe Nachfrage überhaupt noch bedienen zu können, wird die 300-mm-Fertigung in Dresden weiter und beschleunigt ausgebaut. Die dafür geplanten Investitionen wurden von 1,1 auf 1,2 Mrd. Euro angehoben.