Marge über 15 Prozent Infineon blickt auf erfolgreiches 2. Quartal zurück

Dr. Reinhard Ploss (Infineon): Dank seiner sachlichen Kommunikation und Fachkompetenz hat sich Ploss nach unserer Einschätzung zum DAX-CEO-Liebling von Bundeskanzlerin und Physikerin Angela Merkel entwickelt und sitzt bei allen deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen mit am Tisch. Infineons Leistungselektronik-Palette passt nach dem Kauf von International Rectifier zudem perfekt zu den Zielen in Chinas neuestem 5-Jahresplan – Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Elektromobilität. Man braucht kein Prophet zu sein, um Infineon weiterhin wachsende Umsätze im Reich der Mitte vorherzusagen.
Infineons CEO Dr. Reinhard Ploss konnte einmal mehr erfreuliche Geschäftszahlen bekanntgeben.

Der Halbleiterhersteller Infineon hat im 2. Quartal seines Geschäftsjahres 2017 Umsatz und Gewinn steigern können. Die Umsatzrendite stieg ebenfalls auf fast 17 % an.

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon erzielte in dem 2. Quartal seines Geschäftsjahres 2017, das Ende März zu Ende ging, mit 1,767 Mrd. Euro einen um 10 % höheren Umsatz als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016. Der Gewinn stieg von 180 auf 199 Mio. Euro.

Das Umsatzwachstum zieht sich im abgelaufenen Quartal durch fast alle Geschäftsbereiche: Automotive, das alleine für 44 % des Gesamtkonzernumsatzes steht und in dem Infineon als Nr. 2 nach Renesas Electronics jetzt einen Marktanteil von 10,7 % einnimmt, konnte um 17 % auf 783 Mio. Euro Umsatz zulegen. Insbesondere in China konnten mehr Mikrocontroller, Leistungskomponenten und Sensoren verkauft werden. In Korea ist Infineon im Bereich Automotive unangefochten Nr. 1.

Industrial Power Control wuchs getrieben durch Haushaltsgeräte und erneuerbare Energien - speziell in China – um 11 % auf 293 Mio. Euro und Power Management & Multimarket wegen hoher Nachfrage bei AC/DC- und DC/DC-Wandlern um 5 % auf 520 Mio. Euro. Vorstandschef Dr. Ploss betonte, daß sich die Markteinführung von SiC-Halbleitern sehr gut darstellt z.B. für Solarumrichter.

Lediglich ChipCard & Security musste trotz höherer Nachfrage nach TPMs wegen weniger ausgelieferten SIM-Karten einmal mehr einen Umsatzrückgang verbuchen, nach minus 1 % im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2017 nunmehr sogar minus 7 % auf nur noch 169 Mio. Umsatz.

Die Umsatzrenditen der einzelnen Geschäftsbereiche – von Infineon als “Segementergebnis” bezeichnet, belaufen sich im Schnitt auf 16,8 %, was 2,6 % höhrer ist als im gleichen Vorjahreszeitraum. Vor allen Dingen wurde damit auch die 15-%-Marke, die Ex-CEO Peter Bauer bereits im Jahr 2011 in seinem legendären Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Anlegern über den gesamten Branchenzyklus in Aussicht gestellt hatte, deutlich übertroffen.

In Forschung und Entwicklung investierte Infineon mit 192 Mio. Euo 3 Mio. Euro weniger als im identischen Vorjahreszeitraum, dafür stiegen die Verwaltungskosten von 195 auf 208 Mio. Euro. Mit nahezu 37.000 Mitarbeitern ist der Chip-Hersteller in den letzten 12 Monaten weiter gewachsen, die Entwicklungsabteilungen alleine beschäftigen alleine 6151 Mitarbeiter.

Auf regionaler Basis ist Infineon in China nunmehr der zweitgrößte Halbleiterhersteller mit einem Marktanteil von 10,9 % (gemessen Ende 2016), was sich natürlich auch in der Umsatzverteilung nierderschlägt. Mit 404 Mio. Euro wurde gegenüber Q2 2016 um weitere 27 Mio. Euro zugelegt, was alleine 23 % des Gesamtumsatzes bedeutet – zum Vergleich: Im “Mutterland” Deutschland, das einst alleine für 50 % Umsatz stand, erzielt Infineon nur noch 16 % oder 291 Mio. Euro. In Asien insgesamt stehen inklusive Japan 958 Mio. Euro Umsatz oder 55 % des Gesamtumsatzes zu Buche, was auch den massiven Personalaufbau in dieser Region erklärt.

Die USA bleiben mit 10 % Umsatz und 177 Mio. Euro fast unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum, der amerikanische Kontinent als Ganzes kam auf 218 Mio. Euro.

Am Ende des Geschäftsjahres will Infineon 8-11 mehr Umsatz erzielen und eine Rendite von sogar 17 % erzielen – dies wäre die höchste Profitabilität seit 2011 und sicherlich mehr als nur Balsam auf die in der Vergangenheit oft auf harte Proben gestellte Geduld der Aktionäre.