Automotive World und Smart Factory Expo Rekorde, wohin man schaut

Im Kongresszentrum Tokio Big Sight fand bereits zum 9. Mal die weltgrößte Messe für Automobiltechnologie statt, daneben gab es eine Smart Factory Expo mit dem Schwerpunkt Industrie 4.0. und Ausstellungen zu den Themen Elektronikfertigung, Robotik und Wearables.

Mit insgesamt über 110.000 Besuchern konnte Veranstalter Reed Exhibitions einen neuen Rekord von Messebesuchern vermelden – gleich um 41 % ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dazu wurde der begleitende Kongress von mehr als 34.500 Teilnehmern besucht, ebenfalls ein Rekord. Für manche Vorträge hätten 2.000 Plätze verkauft werden können, tatsächlich gab es maximal für die Keynotes „nur“ rund 1.000 Sitze.

Mit 2.270 Ausstellern wurde ist die Hallenkapazität  im Tokioer Messezentrum „Big Sight“ vollständig ausgeschöpft, um dem weiteren Wachstum Herr zu werden, will der Veranstalter ab 2018 eine zweite Veranstaltung in Nagoya auf die Beine stellen, die komplementär zu der in Tokio laufen soll.

Dringender Handlungsbedarf  bei Security in der Industrie

Erschreckende Zahlen präsentierte im Rahmen des Smart-Factory-Kongresses die Sicherheits-Firma TrendMicro zum Thema Sicherheit in der vernetzten Fabrik aus Japan, die in Deutschland jedoch auch nicht viel besser aussehen dürften. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 295 Angriffe vermeldet (2010 waren es noch 39), betroffen waren 97 Fabriken (2010: 38). In 38,5 % der Fälle gab es schwerwiegende Folgen wie Produktionsausfall oder Absaugen von kritischen Daten. In 23,5 % der Fälle wurden physikalische Schäden an den Anlagen generiert. Ursache waren in 31,5 % der Fälle eingeschleuste Viren.

Betroffen waren 2015 insgesamt 486 Produktionssteuerungen (2010: 20), laut TrendMicro sind die bekannten Zahlen jedoch nur die Spitze des Eisbergs – viele Firmen würden die Öffentlichkeit scheuen und Cyber-Attacken lieber unter den Teppich kehren.

Bei den Analysen von Industrie-Kunden hat TrendMicro festgestellt, daß nur 18,4 % aller Unternehmen umfassende Sicherheitslösungen installiert haben, 21,5 % dagegen gar nichts.

Künstliche Intelligenz für Roboter

Der Roboterhersteller FANUC hat in seinem Vortrag eine mit Cisco und Rockwell entwickelte Lösung vorgestellt, um Robotern künstliche Intelligenz einzuhauchen. Dazu wird auf FANUCs sogenanntem  Intelligent Edge Link and Drive (FIELD) System selbstlernende Software auf NVIDIA-GPUs laufen, im März 2017 wird das SDK verfügbar sein, die FIELD selbst ab September 2017. Die künstliche Intelligenz soll neben in embdedded Geräten auch in Cloud-Anwendungen verfügbar sein.

Durch die NVIDIA-Plattform werden Roboter in die Lage versetzt, sich selbst quasi zu unterrichten, was dazu führt, daß die Arbeit, für die bislang ein Roboter 8 Stunden benötigte, nunmehr 8 Roboter in 1 Stunde ausführen können. Auch eine Zusammenarbeit mit Menschen wird vereinfacht, indem die Roboter ihre Umgebung wahrnehmen und verstehen. Ein weiterer Vorteil: Die zeitraubende Aufgabe, das Verhalten von Robotern zu programmieren, wird drastisch verkürzt.

Laut FANUC sollen statt 1 Mio. Roboter im Jahr 2015 schon 2019 2,5 Mio. Roboter im Einsatz sein, die alles vom Smartphone bis zum Auto bauen werden.

Halbleiterhersteller präsentieren Lösungen für Smart-Cars

In der Smart-Factory-Ausstellung fanden sich zahlreiche bekannte deutsche Hersteller wieder, sei es Rittal, Pepperl+Fuchs, Balluf, Wago oder Phoenix Contact, das auch gleich das Technologie-Netzwerk Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe - kurz it's OWL – mit seinen über 180 Unternehmen, Hochschulen und weiteren Partner promotet hat.

Im Bereich Automobil-Elektronik hat Qualcomm (nun endlich möchte man sagen) den „ewigen Tesla“ gegen einem BMW i8 ausgetauscht (konkret handelt es sich um das Safety-Car der Formel-E-Serie), um das drahtlose Laden über sein System „Halo“ zu demonstrieren.  Weitere Impressionen von den Ständen von Xilinx, ST Microelectronics, Linear Technology und Infineon zeigt die Bilderstrecke.

Insgesamt ist die Bedeutung  dieser Veranstaltung, auf der sich zahlreiche internationale Besucher nicht nur mehr aus Asien einfanden (auch wenn der Großteil nach wie vor aus Korea, China und Taiwan kommt) offenbar auch für die deutsche Industrie gestiegen: Neben den schon erwähnten Ausstellern traten im Konferenzprogramm Sprecher u.a.von  Daimler, Continental, Bosch, Siemens und Beckhoff auf.

Bilder: 33

Das waren Automotive World und Smart Factory Expo 2017

Mit über 2.700 Ausstellern, über 110.000 Besuchern und über 34.500 Kongressteilnehmern platzte das Tokio Big Sight aus allen Nähten. Sehen Sie einige Impressionen in unserer Bilderstrecke.