Data Modul Kaby Lake Strategie zur embedded world 2017

Markus Mahl, Head of Produkt Marketing auf der embedded world 2017.
Markus Mahl, Head of Product Marketing Embedded am Data Modul Messestand.

DESIGN&ELEKTRONIK sprach mit Markus Mahl über Data Moduls Kaby Lake Strategie, insbesondere Kühllösungen und weitere Besonderheiten des Portfolios.

Das neue COM Express Type 6 Modul mit Kaby Lake ist Standard und so auch bei Mitbewerbern verfügbar. Welche Vorteile bietet die Data Modul Lösung den Industriekunden?

Um spezifikationskonforme Module anbieten zu können, ist ein Zusatzcontroller notwendig. Data Modul setzt hier auf den FPGA-basierten DMEC-Board-Controller. Da die Anbindung über LPC-BUS zum Mainprozessor bei künftigen Prozessorgenerationen verschwinden wird, hat Data Modul frühzeitig den eSPI-BUS auf dem FPGA vorbereitet. Dadurch können auch künftige Module spezifikationskonform geliefert werden.

Weiterhin bieten wir einen Window-Watchdog. Dieser erlaubt das Triggern innerhalb eines definierten Zeitfensters und deckt dann sogar den Sonderfall ab, sollte sich auch die Watchdog Trigger Routine aufhängen. Der Runtime-Logger beinhaltet neben dem Boot-Counter auch die Möglichkeit, die Zeit zu protokollieren, in der das Modul mit einer zu hohen Temperatur gelaufen ist. Welche Temperatur als zu hoch bewertet werden soll, kann über den thermal trip point eingestellt werden. Zusätzlich wird im DMEC eine eigene device-clock domain generiert, die für alle Module dann gleich ist.

Im Board Controller sind neben dem I2C-Controller auch zwei UARTs und die COM Express GPIOs herausgeführt. Mit dem Multiplexer kann der Entwickler festlegen, was tatsächlich und wie auf die freien Pins gelegt wird. Damit ist z. B. auch ein UART als vollständige RS232/422/485-Schnittstelle konfigurierbar. Unser Softwareinterface für Windows und Linux ist einheitlich.

Die Architektur bei Kaby Lake und Skylake sieht absolut identisch aus, beide nutzen die gleiche Leiterplatte, mit BIOS-Anpassung und anderen Treibern bietet Kaby Lake allerdings eine bis zu 12% höhere Performanz. Kaby Lake unterstützt die neuen Intel Optane Speicher, die -laut Intel- mit einer ca. 100-fach geringeren Latenz-Zeit einen neuen Level an SSD-Performance einleiten sollen. In der Kombination mit SSD werden deutlich geringere Bootzeiten möglich.

Welche Strategie fährt Data Modul hinsichtlich customized Design mit Kaby Lake bzw. auf dem COM Express Standard?

Da wir uns als Visual-Solution-Provider verstehen, agieren wir nicht über die Variation von Formfaktoren oder Ähnlichem. Von der Low-Power- (Single-Chip) bis zur High-Performance-Referenz (Multi-Core) können unsere Lösungen bis runter auf die BIOS-Ebene angepasst werden. Die Low-Power-Plattformen realisieren wir im Com Express Compact Type 6 Format, die High-Performance-Plattformen auf COM Express Basic Type 6.

Darauf basierend, realisieren wir kundenspezifische Designanfragen.

Ein wesentlicher Vorteil des Modul-Standards ist das mögliche Customdesign mit zusätzlichem Baseboard: Unsere Kunden können dann ihre Kompetenz und das applikationsspezifische Know-how in ihrem Baseboard umsetzen und die Computerfunktionalität auf unser Modul auslagern. Unser Referenz - Mini-ITX-Baseboard (eDM-CB-COMeT6) kann auch in Serienprodukten eingesetzt werden.