Kunde und Dienstleister profitieren Erfolg mit Outsourcen

Ob Dienstleistung oder Outsourcing im Bereich der Elektronikfertigung sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die auch die Wahl des richtigen Dienstleistungspartners bestimmen. Richtiges Verständnis und Vertrauen auf beiden Seiten sind für den Erfolg beider Parteien wichtig, wie ein Beispiel aus der Medizintechnik zeigt.

Outsourcing im Bereich Elektronik-Entwicklung und -Fertigung ist prinzipiell dann sinnvoll, wenn Elektronik nicht die Kernkompetenz eines Unternehmens darstellt. Aber auch fehlende Ressourcen in der Entwicklung oder fehlende Kenntnisse für den nötigen nächsten Technologieschritt können für Outsourcing sprechen. Selbst eine nur teilweise Auslagerung kann vorteilhaft sein, wenn zwar Kenntnisse und Ressourcen in der Elektronik-Entwicklung vorhanden sind, die Umsetzung in ein fertigungstechnisch optimales Layout aber fraglich ist. In diesem Fall kann das Outsourcing mit dem Layout beginnen.

Zu fragen ist auch, ob die relevanten Produktionsmittel vorhanden sind, ob die geforderten Technologien effizient mit hoher Auslastung und guter Produktivität, also zu guten Preisen gefertigt werden können, oder ob die Fertigung nur unter geringer Auslastung läuft. Spätestens dann lässt sich aus kaufmännischer Sicht die Entscheidung begründen, die Fertigung auszulagern. Selbst wenn die Fertigung im Unternehmen bisher sinnvoll war, geht die Rechnung mit der Anschaffung von neuem Fertigungs-Equipment für den Umstieg auf den nächsten Technologieschritt unter Umständen nicht mehr auf.

Auf jeden Fall muss der Kunde das Vertrauen und die Sicherheit haben, dass er bei der Inanspruchnahme von Dienstleistung im Vergleich zur Eigenleistung gewinnt. Der passende Elektronik-Entwicklungsdienstleister kann also entsprechende Kenntnisse in den geforderten Technologien vorweisen und hat entsprechende Ressourcen zur Verfügung, am besten auch ausreichende Reserven für zukünftige Anforderungen (Bild 1).

Sehr gut ist ein Entwicklungsdienstleister mit enger Anbindung an eine Elektronikfertigung, dessen Design sollte später auch optimal und damit in guter Qualität zu fertigen sein.

Der richtige Fertigungsdienstleister verfügt über die notwendigen Fertigungskenntnisse und -einrichtungen, hat ein gutes Teilemanagement, ausreichend Kapazitäten und gegebenenfalls Redundanz, um bei Ausfall einer Maschine weiterfertigen zu können. Und er ist flexibel genug, um geänderten Anforderungen und Mengen gerecht zu werden. Kunden sollten alle Fragen sehr genau prüfen, um sicherzustellen, dass der Dienstleister auch langfristig ein optimaler Partner sein kann. Denn ein Wechsel des Dienstleisters zieht auch immer zusätzliche Kosten nach sich.

Die Komplettdienstleistungen der TQ-Gruppe reichen von der Entwicklung über Layout, Fertigung, Montage bis zum After-Sales-Service, decken also das gesamte »V-Modell« des Proktentstehungszyklus ab (Bild 2).

Eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen wie Traceability, Obsolescence- und Lifecycle-Management bieten dem Kunden langfristige Sicherheit und Service. Sowohl im Entwicklungs- als auch Fertigungsbereich kann das Unternehmen in einer Reihe von Branchen Erfahrungen und Kunden vorweisen. Wie Dienstleistung für beide Seiten gut funktioniert, zeigt ein Beispiel aus dem Bereich Medizintechnik, einem Schwerpunkt der TQ-Gruppe.

Ein Hersteller aus dem Bereich Dentalmedizintechnik will die nächste Generation eines Polymerisationsgerätes zur Aushärtung von Zahnfüllungen herausbringen. Er kennt den Markt und hat über entsprechende Untersuchungen den Bedarf und die Anforderungen an die neue Generation ermittelt. Sie soll leichter sein als die Mitbewerberprodukte und sich durch einfache Handhabung auszeichnen. Während bei vielen Geräten am Markt noch das Kabel der Stromversorgung die Mobilität einschränkt, soll das neue Gerät akkubetrieben sein, mit möglichst langer Laufzeit. Gleichzeitig soll hohe Lichtleistung die Behandlungsdauer verkürzen.

Das Design muss im Hinblick auf optimale hygienische Voraussetzungen besondere Anforderungen erfüllen, um eine einfache Reinigung zu ermöglichen. Aus den Untersuchungen und Kenntnissen kann der Industriedesigner ein ansprechendes Design erstellen. Eine Herausforderung ist die notwendige Elektronik, muss sie doch in das nicht gerade große und vorgegebene Gehäuse passen und dennoch alle Anforderungen und Spezifikationen einhalten und erfüllen. Und das Ganze zu einem Zielpreis, mit dem sich das Produkt erfolgreich im Markt positionieren lässt. Hier kommt der Dienstleister TQ ins Spiel.

Eine wesentliche erste Voraussetzung, um diese Aufgabe zu erfüllen, ist die Zulassung und Zertifizierung nach der Medizinnorm »EN ISO 13485«. Als Dienstleister kennt TQ den spezifischen Markt, dessen Anforderungen und Eigenarten nicht; die entsprechenden Informationen und Vorgaben kommen vom Kunden, der seinerseits nicht im Detail weiß, wie sich die Anforderungen an die Elektronik lösen lassen. Als Eingangsinformation ist neben dem vorliegenden Gehäuse bekannt, welche Wellenlänge und welche Stärke das Licht haben muss. Außerdem ist die Handhabung des Gerätes vorgegeben, hier kennt der Kunde die Anforderungen der Zahnärzte genau.

TQ hat aus einer Vielzahl von Entwicklungen umfangreiche Kenntnisse, welche Art von Akku relevant ist und wie eine optimale Ladeschaltung aufgebaut sein muss. Die Größe des Gehäuses und die Vorgabe für eine lange Standzeit erfordern den Einsatz eines sehr kleinen und sehr Strom sparenden Controllers. Auch hier kann TQ auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen und aus der Vielzahl der bisher eingesetzten Mikrocontroller den bestmöglichen einsetzen.

Ganz entscheidend sind die Kenntnisse in der Programmierung, um eine kostengünstige Lösung zu erstellen und eine hohe Betriebssicherheit zu garantieren. Um die vorgegebene, sehr kleine Leiterplatte zu realisieren, müssen die TQ-Entwickler bei den Komponenten meist auf sehr kleine Bauformen zurückgreifen. Die Umsetzung in ein fertigungsoptimiertes Layout ist für TQ selbstverständlich, liegt hier doch die Basis für eine reibungslose und zuverlässige Fertigung.

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