M12-Steckverbinder / Phoenix Contact Wann eignet sich welches Anschlusssystem?

Mithilfe konfektionierbarer M12-Steckverbinder lassen sich Anwendungen in immer mehr Bereichen individuell verkabeln. Zudem stehen verschiedene Anschlusssysteme zur Auswahl. Daher gibt es bei der Auswahl des Anschlusssystems einiges zu beachten.

von Jörg Hohmeier, Produkt-Marketing Industrial Field Connectivity bei Phoenix Contact.

Mit konfektionierbaren M12-Steckverbindern lassen sich Systeme im Feld flexibel verkabeln. Weiterentwickelte Anschlusstechniken und Schirmkontaktierungen vereinfachen den Anschluss auch von geschirmten Leitungen und sorgen so für zuverlässige Verbindungen. Mit ihren zahlreichen technischen Vorteilen schöpfen konfektionierbare M12-Steckverbinder – richtig eingesetzt – hohe wirtschaftliche Potentiale aus. 

Vor der Auswahl eines Steckverbindertyps sollten Anlagenplaner und Installateure wichtige Punkte klären:

  • Elektrische Anforderungen,
  • mechanische und thermische Einflüsse,
  • Art der angeschlossenen Leitung,
  • Position und verfügbarer Bauraum des Steckverbinders und
  • Qualifizierung des Personals. 

Nach einer gründlichen Vorklärung dieser Aspekte gestaltet sich die Auswahl des Steckverbinders einfacher. Auch wenn sich zahlreiche Steckverbinder auf den ersten Blick ähnlich sehen und kaum Unterschiede im Inneren erahnen lassen, lohnt es sich genauer hinzuschauen. Nur dann kann eine auf lange Sicht technisch und wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung getroffen werden (Bild 1). 

Diverse Annschlusstechniken verfügbar 

Beim M12 sind schon seit Jahren unterschiedliche Anschlusstechniken verfügbar. Schneidklemmanschluss und Federkraftanschluss wurden in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt – und haben sich als Standard bei den konfektionierbaren M12-Steckverbindern etabliert. Auch die Märkte spiegeln diese Entwicklung wider. 

Die Anschlusstechnik Piercecon von Phoenix Contact sowie die konventionelle Schraubanschlusstechnik verzeichnen ebenfalls Zuwächse am Markt. Auch der Crimp-Anschluss hat sich etabliert und begünstigt den häufigen Einsatz von konfektionierbaren Steckverbindern bei der M12-Verkabelung.

Mit dem Federkraftanschluss lassen sich Reihenklemmen, Rundsteckverbinder und Leiterplatten-Steckverbinder recht bequem anschließen. Musste die Klemmkammer früher noch mit einem Hilfswerkzeug geöffnet werden, gibt es inzwischen einfache Lösungen mit Pusher oder Hebel.

Während bei der Leiterplatten- oder Hutschienenmontage der Steckverbinder fixiert ist, muss der konfektionierbare M12-Steckverbinder beim Anschluss von Hand gehalten werden. Seit kurzem gibt es auch hier eine Lösung mit einem Hebel. Dieser bietet den Vorteil, dass die Klemmkammer geöffnet bleibt und der Anwender beide Hände für die Zuführung des Leiters frei hat. Dies kann das Anschließen erheblich erleichtern (Bild 2).

Der Federkraftanschluss ist vielfältig einsetzbar und wird im Bereich der M12-Verkabelung gern für Signal- und Datenleitungen verwendet. Geschirmte Steckverbinder bieten die Möglichkeit, das Schirmgeflecht der Leitungen großflächig zu kontaktieren und eine sichere Schirmanbindung herzustellen. Somit lassen sich neben einfachen Signal- auch anspruchsvolle Profinet-Anwendungen umsetzen.

Im Bereich der industriellen Verkabelung wird auch gerne der Schneidklemm- oder IDC-Anschluss (Insulation Displacement Connection) verwendet. Diese Anschlusstechnik funktioniert ohne zu löten, zu schrauben oder abzuisolieren: Der isolierte Leiter wird direkt zwischen zwei Schneiden geführt. Die Schneiden durchtrennen die Isolierung und ein gasdichter Kontakt zum Leiter entsteht. Bei den konfektionierbaren M12-Steckverbindern sind die Schneiden weitestgehend federnd ausgelegt und üben eine gleichmäßige Kontaktkraft auf den Leiter aus. Dies macht die Verbindung auf lange Sicht zuverlässig.

Wichtiges Kriterium ist dabei die Isolierung der Leiter sowie ein symmetrischer Aufbau von flexiblen Leitern. Ein Großteil der eingesetzten Leitungen im industriellen Umfeld erfüllt diese Anforderungen. Die entsprechenden Angaben sollten sich im Datenblatt des Steckverbinders finden, sonst müssen sie beim Hersteller angefordert werden. Durch die ständige Weiterentwicklung des Schneidklemmanschlusses lassen sich mit dieser Technik neben einfachen Sensorleitungen auch Leitungen mit hohen Strömen oder schnellen Netzwerken anschließen.

Gerade im Bereich der Netzwerkverkabelung kann der Installateur dadurch das Netzwerk schnell und flexibel vor Ort verdrahten. So lässt sich beispielsweise eine geschirmte achtadrige Netzwerkleitung in nur zwei Minuten mit einem Steckverbinder konfektionieren. Viel Zeit spart auch die einfache Leitungsvorbereitung.

Der Außenmantel der Leitung wird auf ein ungefähres Maß abisoliert. Der Leitungsschirm wird auf Maß abgesetzt und die Verbindung steht. Auch die einzelnen Leiter werden beim Konfektionieren nur bündig am Spleißkörper abgeschnitten, sodass kein genaues Maß erforderlich ist (Bild 3).