2. Anwenderforum »Passive für Profis!« Vom geheimen Leben passiver Bauelemente

Knapp 140 Teilnehmer, Referenten und Aussteller nutzten Ende Juni dieses Jahres die Gelegenheit, sich auf dem 2. Anwenderforum »Passive für Profis!« über die ganz speziellen Eigenschaften passiver Bauelemente zu informieren, und sich schulen zu lassen.
Knapp 140 Teilnehmer, Referenten und Aussteller nutzten Ende Juni dieses Jahres die Gelegenheit, sich auf dem 2. Anwenderforum »Passive für Profis!« über die ganz speziellen Eigenschaften passiver Bauelemente zu informieren, und sich schulen zu lassen.

Selten verhalten sich passive Bauelemente in der Applikation so, wie es in den idealisierten Verhältnissen der Lehrbücher dargestellt wird. Im Rahmen des 2. Anwenderforums »Passive für Profis!« gaben darum Produktspezialisten ihr Expertenwissen praxisbezogen an Entwickler weiter.

Theorie und Realität sind nicht unbedingt immer deckungsgleich. Entwickler, die sich in ihren Schaltungen mit passiven Bauelementen beschäftigen, machen diese Erfahrung regelmäßig. Passive Bauelemente ändern ihre Eigenschaften bei fast allen Parametern nicht linear und noch dazu abhängig von der jeweiligen Beschaltung. Kein Wunder also, dass bei Entwicklern ein großes Interesse an wirklich praxisrelevanten Informationen über passive Bauelemente besteht, die deutlich über die jeweiligen Datenblätter der einzelnen Hersteller hinausgehen.

Vor diesem Hintergrund nutzen Ende Juni knapp 140 Teilnehmer, Referenten und Aussteller die Möglichkeit, sich auf dem 2. Anwenderforum »Passive für Profis!« im Novotel Messe München, über die ganz speziellen Eigenschaften und Besonderheiten passiver Bauelemente zu informieren, und sich schulen zu lassen.

Gemeinsam von der Markt&Technik und der DESIGN&ELEKTRONIK ins Leben gerufen, wurde die Veranstaltung von insgesamt sechs namhaften Industriepartnern unterstützt: Kemet, Jianghai, Murata, TDK, Vishay und Würth Elektronik eiSos. Entsprechend hochranging waren die Keynotes dieser Veranstaltung besetzt. Alexander Gerfer, einer der CEOs und CTO der Würth Elektronik eiSos, widmete seine Eröffnungs-Keynote den »Magnetics in the Digital World – the untold or forgotten facts«. Johan Vandoorn, CTO von Vishay, ging nach der Mittagspause des ersten Tages in seiner Keynote auf das Thema »Passive Bauelemente – Zusammenspiel mit aktiven Komponenten und ICs« ein. Den zweiten Veranstaltungstag schließlich eröffnete Kemet-CEO Per-Olof Loof mit der Keynote »Conflict Free Tantalum«.

Da capo: »Welcome to the Jungle«

Wie schon im Vorjahr wurde bei den Keynotes deutlich, dass es eines gerüttelt Maß an materialwissenschaftlichen Verständnisses bedarf, wenn man wirklich verstehen will, warum sich ein passives Bauelement gerade so, und nicht anders verhält. »Welcome to the Jungle« dieses Zitat aus seiner Keynote des Vorjahres, blieb Gerfer auch dieses Mal treu. Dass die enge Zusammenarbeit zwischen IC-Herstellern und den Spezialisten für Induktivitäten ein gutes Vorbild für den weiteren Ausbau der intensiven Zusammenarbeit zwischen den Herstellern passiver Bauelemente und IC-Spezialisten sein könne, erläuterte Johan Vandoorn. Per-Olof Loof machte deutlich, wie sich durch das Engagement für »Conflict Free Tantalum« gesellschaftliche Probleme beim Einsatz dieser Bauelemente, mit ihren ganz besonderen Eigenschaften, verhindern lassen.

Drei Intensiv-Seminare zu den Themen, »Induktivitäten«, »Widerstände« und »Kondensatoren«, verschafften den Teilnehmern in 45 Minuten einen in etwa vergleichbaren Wissenstand zu den Besonderheiten und besonderen Details der jeweiligen Produktgruppen. Die Referenten der Intensiv-Seminare, Alexander Gerfer , Würth Elektronik eiSos (Induktivitäten), Ove Hach, Vishay, (Widerstände) und Dr. Sebastian Schöll, TDK, (Kondensatoren), arbeiteten die besonderen Eigenheiten der einzelnen Bauelementegruppen heraus, und betonten ein ums andere Mal den enormen Einfluss der Werkstofftechnik auf die jeweiligen Eigenschaften der einzelnen Produkte.

Bilder: 8

2. Anwenderforum »Passive für Profis!«

Bilderstrecke zur Veranstaltung am 27.-28. Juni 2017

Das Spektrum der insgesamt 18 Fachvorträge an den beiden Veranstaltungstagen reichte dann vom »Design-in von induktiven Bauelementen unter Berücksichtigung des Sättigungsverhaltens«, von Dr. Stefan Weber (TDK), über die »Einführung in Leistungsspulen aus Metallpulver« von Rüdiger Scheel (Murata), den »Technologievergleich Keramik-, Aluminium- und Tantalkondensatoren für Schaltnetzteile« von Michael Freitag (Kemet), bis zu »Elko-Lebensdauerabschätzung« von Rainer Halcour (Jianghai Europe). Mit dem Thema »Keramische Kondensatoren: Praktische Grundlagen und Anwendungen«, beschäftigte sich Winfried Schirp von Avnet, und Jürgen Geier von Rutronik setzte sich mit den zu beachtenden Parametern auseinander, die nötig sind, um  den »Kapazitätswert von MLCCs korrekt zu messen«. Verschiedene weitere Vorträge vertiefte das Wissen der Teilnehmer zu den Themen Widerstände, Kondensatoren und Induktivitäten.

Positive Reaktionen von Teilnehmern

Das Veranstaltungskonzept kam bei den Teilnehmern gut an. »Es hat mir sehr gut gefallen, und ich werde für nächstes Jahr die Messe einem Kollegen empfehlen, und vermutlich in einigen Jahren selbst meinen Wissenstand noch mal auffrischen«, stellt Sergej Lehrke fest, Hardware Entwickler im Bereich Forschung & Entwicklung bei Bender. »Optimal wäre es, wenn man in Zukunft bei dieser Veranstaltung einen 5-Punkte-Guide an die Hand bekommt, der mir dann sagt, du musst in deiner Schaltung diese Informationen über die verschiedenen Technologien bei Widerständen und Kondensatoren bekommen, um dann entscheiden zu können, welche Technologie ich benötige«

»Bisher habe ich schon einige Seminare zu ähnlichen Themen besucht und auch viele Vorträge der Hersteller selbst angehört«, meint Nadine Klein, zuständig für Materials Engineering bei Advantest Europe in der Niederlassung Böblingen. »Aber selten habe ich einen so guten Überblick in kurzer Zeit erhalten!« Für die Zukunft wünscht sie sich noch »mehr Vorträge über Neuheiten und Entwicklungen, die noch nicht, oder noch nicht lange auf dem Markt verfügbar sind«. »Insgesamt war die Veranstaltung eine runde Sache, und wir konnten uns einen Überblick über die aktuelle Lage verschaffen«, stellt auch Simon Schreiber, tätig im Bereich Research & Development bei Auma Riester fest, »das Thema der Kondensatoren war für uns das informativste«. »Die Gespräche mit den Ausstellern haben für uns das Event im Gesamten betrachtet gut abgerundet«, zieht er sein Fazit.

Insgesamt 14 Aussteller nutzten denn auch die zweitägige Veranstaltung zur Präsentation ihres Leistungsspektrums: Arthur Behrens, electronic sensor+resistor, Feuerherdt, Frizlen, Jianghai Europe, Kemet, Murata, pk components, KOA, TDK/Epcos, Vishay, D+D+M, WDI und Würth Elektronik eiSos.

Das 3. Anwenderforum »Passive für Profis!«. findet im nächsten Jahr am 27.und 28. Juni 2018 wieder im Novotel Messe München statt.