Anschluss gefunden Verbindungstechnik für Industrie und Infrastruktur

Es gibt eine ganze Menge unterschiedlicher Steckverbinder von verschiedenen Herstellern von der Stange zu kaufen. In vielen Applikationen in Industrie und Infra-struktur sind solche Standardprodukte aber nicht die beste Wahl. Kundenspezfische Varianten und Unterstützung beim Design-in helfen hier weiter.

Steckverbinder und Leiterplattenklemmen übertragen Daten, Signale und Leistung. Als Partner bei zahlreichen Aufgabenstellungen möchte Phoenix Contact seinen Kunden hier ein breites Spektrum an Lösungen und Komponenten für ganz unterschiedliche Applikationen in Industrie und Infrastruktur bieten. Neben einem umfangreichen Standardprogramm gibt es eine Vielzahl von kundenspezifischen Varianten bis hin zu kompletten Neuentwicklungen.

Gerade beim Eindesignen der Produkte in die Geräte können sich die Kunden auf die Unterstützung und das Know-how des Unternehmens stützen. Das sollen einige Beispiele deutlich machen. Zu den Trendthemen der Anschlusstechnik gehören Photovoltaik (PV) und Elektromobilität. Beide Bereiche ergänzen sich gegenseitig, denn eine nachhaltige Mobilität speist sich vornehmlich aus regenerativen Energien.

Der Ausbau von erneuerbaren Energiequellen schreitet als fester Bestandteil der Energiewende weiter voran. Anhaltender Kostendruck und geringere Einspeisevergütungen wirken sich immer stärker auf die Anlagenplanung aus. Wie kann man dem Kostendruck wirkungsvoll begegnen? Vom PV-Modul über den Wechselrichter bis zur Einspeisung schnell vor Ort und ohne Spezialwerkzeug verdrahten - dazu dienen die PV-Steckverbinder aus dem »Sunclix«-Programm (Bild 1). Ein PV-Stecker, der sich werkzeuglos und einfach im Feld konfektionieren lässt, erleichtert Installateuren den Aufbau und verkürzt auch die Installationszeit erheblich.

Dabei legen die Anwender zunehmend Wert auf die Langlebigkeit und Qualität der Steckverbindung. Erhältlich sind die Sunclix-Steckverbinder für Leiterquerschnitte von 2,5 mm² bis 16 mm² und bis 1500 V. Für die in Gebäude integrierte Photovoltaik - ein weiterer Trend - wurde ein kompakteres Anschlusssystem entwickelt: »Sunclix mini«. Mit nur 11 mm Durchmesser verschwindet der Anschluss im Rahmen, und die Fassade wird zur Energiegewinnung genutzt.

Daten und Leistung übertragen

Bei den Diskussionen um die Akzeptanz des Elektromobils spielt neben dem Anschaffungspreis vor allem die Alltagstauglichkeit eine Rolle. Batteriekapazität und Aktionsradius sollten nicht zu knapp bemessen sein, und elektrotechnische Laien sollten das Ladesystem problem- und gefahrlos handhaben können. Ein kombiniertes AC-/DC-Stecksystem unterstützt das Laden von Elektrofahrzeugen mit Gleich- und Wechselstrom.

Durch das universelle Steckgesicht des fahrzeugseitigen Inlets ist nur eine einzige Ladebuchse für das Laden mit AC und DC notwendig. Wird mit Wechselstrom geladen, so kann der AC-Typ-2-Connector in das Inlet gesteckt werden. Für das schnelle Laden in wenigen Minuten unterwegs wird der DC-Typ-2-Connector in das Inlet geführt. Außerdem gibt es Nutzfahrzeuge, bei denen die Akkus nicht im Fahrzeug nachgeladen, sondern ausgetauscht werden, um die Stillstandszeiten zu minimieren. Für diese hat Phoenix Contact einen Hochleistungssteckverbinder zum DC-Laden großer Wechselbatterie-Einheiten bis 400 A im Programm.

Hohe Übertragungsgeschwindigkeit, geringe Dämpfung, keine elektromagnetischen Probleme - LWL-Kabel sind in der Industrie und Infrastruktur etabliert (Bild 2). Das Produktprogramm des Unternehmens mit allen gängigen Faserarten umfasst Meterware sowie konfektionierte Leitungen mit allen marktüblichen Steckverbindern in kundenspezifischen Längen.

Der Anwender wählt in Multimode zwischen POF-Fasern, HCS/PCS-Fasern und GOF-Fasern in den Kerndurchmessern 62,5 µm und 50 µm. Die hochwertigen Kabel gibt es für alle gängigen Netzwerke, und mit professionellen Werkzeugen kann im Feld bequem konfektioniert werden. Auch bei der Kupferverkabelung müssen die Steckverbinder dem Trend der steigenden Übertragungsgeschwindigkeiten und Datenmengen folgen.

Bis zu 10 GBit/s sind mit industrietauglichen Komponenten der Kategorie CAT6A heute im Industrieumfeld möglich. Die neuen M12- und RJ-45-Steckverbinder von Phoenix Contact beispielsweise übertragen so hohe Datenraten, dass sich selbst in einem großen Unternehmensnetzwerk Daten reibungslos austauschen lassen. Auch in der Antriebstechnik ermöglichen optimierte Steckverbinder neue Anschlusskonzepte.

Neuartige M12- und M17-Leistungssteckverbinder im Miniaturformat sparen durch ihre reduzierte Baugröße viel Platz bei gleicher Leistung. Mechanische Kodierungen für M12-Steckverbinder sowie Farbkodierungen bei M17-Steckverbindern sollen für einen fehlerfreien Anschluss sorgen. Mit nur einer halben Drehung lassen sie sich - dank der »Speedcon«-Schnellverrieglung - bequem und sicher verriegeln.

Klemmen für die Leiterplatte

Neben Steckverbindern spielen Leiterplattenklemmen eine Hauptrolle in der Anschlusstechnik für Geräte (Bild 3). Hier sind die Trends ähnlich: werkzeuglose Bedienung, immer mehr Leistung, Miniaturisierung ohne Kompromiss bei der Bedienung. So werden elektronische Baugruppen - etwa in der Steuerungs- oder Gebäudetechnik, aber auch in der Leuchten-industrie - zunehmend kompakter. Dazu werden immer mehr Bauteile und Funktionen auf der Leiterplatte konzentriert.

ür diese Anwendungsbereiche bietet Phoenix Contact zahlreiche Komponenten für den Leiteranschluss. Sie sind durch die Bauform flexibel einsetzbar, lassen sich ohne Werkzeug anschließen und sind in einer automatengerechten Verpackung im Gurt verfügbar. Mit neuartigen Anschluss- und Verriegelungstechniken haben Gerätebauer auch bei wenig Platz weniger Probleme bei der Gestaltung ihrer Geräte.

Platzsparende Verrieglungsmöglichkeiten in Verbindung mit kompakten Grund-gehäusen geben neue Möglichkeiten beim Design und der Entwicklung. So verriegelt beispiels-weise das »Lock&Release«-Hebelsystem beim Aufschieben automatisch den Steckverbinder mit dem Grundgehäuse und dient als Auswurfs-vorrichtung. Durch den Push-in-Anschluss lassen sich starre und flexible Leiter bis 16 mm² anschließen.

In Kombination mit den flachen Grundgehäusen eignen sich die Steckverbinder besonders für den Einbau in Gehäusen und Frontplatten. Auch für Hochstrom-Applikationen bietet Phoenix Contact ein entsprechend breites Produktprogramm an Steckverbindern sowie Leiterplatten- und Durchführungsklemmen. Die Querschnitte gehen von 0,2 mm² bis 150 mm², die Stromstärken von 16 A bis 309 A und die Spannungen bis 600 V nach UL und 1000 V nach IEC. So bringt der Steckverbinder »PC35« etwa 125 A steckbar auf die Leiterplatte.

Durch die geringen Steck- und Ziehkräfte des Steckers beim Leiteranschluss soll sich der Geräteanschluss auch in der hohen Leistungsklasse komfortabel realisieren lassen. Hybrid-Steckverbinder - ein weiteres Trendthema - übertragen gleichzeitig Daten und Leistung, etwa bei Industrial-Ethernet-Installationen oder schweren Motoranschlüssen. Die Kombination von Signalen und Leistung in einem Stecker kann viel Zeit und Platz sparen. Das vollständige Installationskonzept umfasst neben M12-Hybridsteckern auch die passenden Wanddurchführungen. Beim modularen Anschlusssystem »Pluscon device« lässt sich sogar der Kontakteinsatz für Leistung, Signale und Daten bestücken.

Über den Autor:

Berni Lörwald ist in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Phoenix Contact tätig.

 

Gehäusesystem für elektrische Geräte   
Wenn neben der Anschlusstechnik auch die Elektronikgehäuse vom gleichen Hersteller kommen, ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte. Gerätehersteller können bei Phoenix Contact ein vielfältiges Angebot an Elektronikgehäusen mit passender Anschlusstechnik finden. Unterschieden werden die Gehäuse nach Form, Farbe und Funktion. So gibt es schmale und breite Gehäuse von lichtgrau bis himmelblau zur Montage an der Wand, auf der Tragschiene oder auch als Handheld-Gehäuse. Gehäuse für Industrieelektronik werden meistens zur Tragschienenmontage konzipiert. Der Praxiseinsatz erfolgt dann in einem Schaltschrank oder Klemmenkasten. Bei Gehäusesystemen für Handheld-Anwendungen in der Schutzart IP65/67 kann auf diese äußere Hülle verzichtet werden.
Bei den Elektronikgehäusen sorgt bei Bedarf ein integrierter Busverbinder für eine schnelle und einfache Installation. Durch die kundenspezifische Bedruckung und Bearbeitung sind auch neue Varianten in kleinen Losgrößen in kurzer Zeit erhältlich. Selbst individuelle Neuentwicklungen für ausgefallene Geräteideen stellt Phoenix Contact vor wenige Probleme.