Mobile biometrische Datenerfassung im Koffer Stopp! Kontrolle!

Zu sensiblen Unternehmensbereichen, beispielsweise Forschung, Entwicklung oder IT, haben nur legitimierte Personen Zutritt. Die elektronische Freischaltung erfolgt nicht nur in Agentenfilmen, sondern immer öfter auch in der betrieblichen Realität mittels biometrischer Daten. Mit einem entsprechend ausgestatteten Koffer lassen sich diese auch mobil erfassen.

Anspruchsvoll in vielerlei Hinsicht war die Aufgabenstellung an die Konstrukteure eines entsprechenden biometrischen Erfassungsgerätes. Bereits auf den ersten Blick solide und vertrauenserweckend sollte »Biometrix« wirken, dem man seine sensiblen Daten anvertraut. Ergonomie war ebenfalls wichtig, denn die Elektronik sowie alle Sensoren und Schnittstellen zur Aufnahme biometrischer und demografischer Daten sollten leicht bedienbar und gut geschützt untergebracht sein. Und das alles verpackt in einen bequem transportierbaren, kompakten, sicher verschließbaren Koffer. Denn um auch kleinste Zeitfenster im Terminkalender der betreffenden Personen nutzen zu können, muss jederzeit schnell, flexibel und räumlich ungebunden agiert werden können – nicht nur im eigenen (Personal-)Büro, sondern auch vor Ort, direkt am Arbeitsplatz des Mitarbeiters. Ferner ist Biometrix dafür konzipiert, als Handgepäck auf Reisen zu gehen und Daten extern zu erfassen. Beispielsweise, um als Dienstleistungsunternehmen – quasi in Echtzeit – sichere Ausweise oder andere Zugangsberechtigungen zu erstellen.

Um die jeweilige Sicherheitsstufe dem zu schützenden Bereich anpassen zu können, verfügt Biometrix über modular einsetzbare – respektive optional erweiterbare – Fähigkeiten. Im Einzelnen vorhanden sind:

  • Daten-Zwischenspeicherung und -bearbeitung im organisch eingepassten und betriebsbereit mit allen I/Os verbundenen Laptop respektive alternativem Tablet-PC. 
  • Alle erforderlichen Netzteile und Verkabelungen für Rechner, Kameras, Sensoren etc. verbergen sich unsichtbar im Koffer. Das bedeutet, dass vor Ort lediglich ein einziges Netzkabel gesteckt werden muss. 
  • Bilderfassung über Digital- und/oder Videokamera, die sofort nach Aufsetzen der Kamera auf das integrierte Stativ und Stecken des Kabels mit dem Rechner kommunizieren. Optional sind Gesichtserkennung und automatische Formatoptimierung der Bilder bei Personenaufnahmen. 
  • Eingebauter Mehrport-Hub. 
  • Integrierter Fingerabdrucksensor, Signet-Pad mit hintergrundbeleuchtetem LCD-Display zur Unterschriftenerfassung, RFID-Reader für kontaktlose Chipkarten. Eine Erweiterung um andere Sensoren – inklusive Analog/Digital-Wandlung – sind aufgabenspezifisch möglich. 
  • Datenschnittstellen zu einem übergeordneten Hostsystem per WLAN, Ethernet, USB etc. mit den entsprechenden Gerätebuchsen an der seitlichen Außenschale. 
  • Hoher mechanischer Schutz aller Komponenten im verschließbaren Koffer. 

Sollen Ausweiskarten sofort nach der Datenaufnahme – und dies innerhalb von nur wenigen Sekunden – erstellt werden, so wird ein Ausweiskartendrucker angeschlossen und über das eingebaute RFID-Kodiergerät programmiert.

Koffer ist nicht Koffer

Das Erfassungsgerät für Personendaten ist ein spezifisches Beispiel für mobile und komplett ausgebaute, sofort betriebsbereite Koffer- und Gehäuselösungen, die Santox konstruktiv und fertigungstechnisch für seine Kunden bereitstellen kann. Nach einer ersten Kontaktaufnahme breitet dabei der Kunde im folgenden Briefing-Gespräch typischer Weise die ganze Galerie der zu integrierenden Geräte vor den Gehäusespezialisten aus und erläutert das von ihm erdachte Funktionsprinzip.

In einem dreidimensionalen Puzzle ordnen die Spezialisten bei Santox dann alle Komponenten funktional und ergonomisch an und minimieren deren Platzbedarf. Dies schließt – in engem Kundendialog – gegebenenfalls auch die Suche nach einem besser geeigneten Bauteil oder gar dessen Neukonstruktion mit ein. Nach dieser Optimierung wird der Gehäusekoffer bestimmt: So klein wie möglich,aber groß genug, damit es sich leicht bedienen lässt und – falls erforderlich – die Wärme effizient abführen kann.

Dabei kann das Unternehmen auf vier Gehäusefamilien mit unterschiedlichen Anwendungsprofilen zugreifen. Allen ist gemeinsam, dass sie speziell für industrielle Einsätze entwickelt sind und damit in optischer Anmutung, Qualität und Stabilität weit oberhalb der – gelegentlich konkurrierenden – »Flight-Case«-Klasse angesiedelt sind.

Bei Biometrix kam die Vakuum-Tiefziehkofferfamilie »S6000« zum Einsatz. Die kratz- und schlagfest beschichteten und UV-stabilen Koffer 
können in einer Art Baukastensystem in jeder Farbe und unterschiedlichen Abmessungen gefertigt werden. Die Behausungen besitzen einen stabilen Rahmen aus gehärtetem Aluminium (reinraumtauglich) und grundsätzlich verschraubten Beschlagteilen in Industriequalität. Diese können einzeln ausgetauscht werden. Hierzu bietet Santox eine fünfjährige Garantie und einen lebenslangen Reparaturservice. Kundenbran¬ding kann per eingeformter 3-D-Prägung (Bild 1), Sieb- oder Digitaldruck erfolgen.

Das Innengehäuse von Biometrix soll ein solides und harmonisches Ganzes signalisieren. Es ist mit thermogeformten, passgenauen Kunststoff-Tiefzieheinsätzen durchkonstruiert. Im vollständig abnehmbaren Deckel (alternativ 95° und 180° öffnend) sind alle Zubehör¬teile in PE-Schaumformteilen sicher und »klapperfrei« verstaut. Komplett ausgestattet, inklusive Laptop, bringt das Datenerfassungsgerät 12,5 kg auf die Waage.

Über den Autor:

Peter Hauser war Gründer des Unternehmens Santox-Industriekoffer und ist im heutigen Unternehmen verantwortlich für Technik und Entwicklung.