LWL-Steckverbinder Glasfasern dicht packen

LC-Duplex-Stecker haben sich am Markt als gängige LWL-Steckverbinder etabliert. Werden sie jedoch in Gehäusen oder Baugruppen verbaut, sehen sich Entwickler mit dem Problem beengter Platzverhältnisse und umständlicher Anbindung konfrontiert. Was tun?

Um Faktor 36 höhere Packungsdichte bei gleichen äußeren Abmessungen – MPO- beziehungsweise MTP-Mehrfaserstecker beherbergen vier, acht, zwölf, 16, 24 oder sogar 72 Glasfasern in einem Stecker (Bild 1). Während »MPO« für »Multipath Push-On« steht und eine freie, nicht herstellergebundene Bezeichnung ist, handelt es sich bei »MTP« um ein eingetragenes Warenzeichen der Firma US Conec, wobei die Steckverbindersysteme trotzdem zueinander jeweils voll kompatibel sind. Die MPO/MTP-Stecker sind als Monomode- oder Multimode-Ausführung erhältlich, und in ihren äußeren Abmessungen entsprechen sie in etwa denen eines gängigen RJ45-Steckers oder auch LC-Duplex-Steckers, wobei die Ferrulen Abmessungen von 2,5 mm x 6,4 mm besitzen.

In Verbindung mit dem Plug-&-play-fähigen Verkabelungssystem »tML« (tde Modular Link; Bild 2) eignen sich MPO-Stecker auch für passive Netzwerkinfrastrukturen. Das modulare System lässt sich jederzeit erweitern oder reduzieren, ohne das komplette System ersetzen zu müssen. Die aus den drei Kernkomponenten Modul, Trunkkabel und Modulträger bestehende Plug-&-play-Installation lässt sich innerhalb recht kurzer Zeit implementieren. Dank seiner kompakten Bauweise spart es einerseits Platz, da es im Vergleich zu herkömmlichen Verkabelungssystemen nur ein Zwölftel des Raumes benötigt. Zum anderen geht die Installation der Verkabelung recht schnell vonstatten. Das geringe Kabelvolumen wirkt sich auch positiv auf das Gewicht der Verkabelung aus, des Weiteren liegen die Brandlasten deutlich niedriger als bei herkömmlichen Kabeln.

MPO-Stecker eignen sich besonders für paralleloptische Übertragungen und finden Anwendungen im Backplane-, Backbone- sowie im Front-End-Bereich. Neben den optischen Übertragungstechniken mit DWDM (Dense Wavelength Division Multiplexing), in ATM, Gigabit-Ethernet sowie 10-, 40- und 100-GBit/s-Ethernet, 10-GBit/s-Fibre-Channel und bei CATV werden MPO-Stecker auch gerne in InfiniBand-Systemen verwendet.

Einfach zu mehr Geschwindigkeit

Seit der im Juni 2010 verabschiedeten Norm IEEE 802.3ba ist bekannt, dass sich zukunftsfähige Hochleistungsdatennetze mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 40 GBit/s und 100 GBit/s im Zusammenhang mit Multimode-Fasern ausschließlich unter Einsatz von MPO-Steckern realisieren lassen. Mit diesen Steckverbindern können Unternehmen einfach und effizient auf den Netzbetrieb mit 40/100-GBit/s-Ethernet skalieren und migrieren.

Herkömmliche Einfaser-Verbindungstechnik lässt sich nicht ohne weiteres verwenden, denn der Platzbedarf pro Link wäre damit viel zu groß. Außerdem könnten durch unterschiedliche Faserlängen Differenzen in der Signallaufzeit (Skew) zu Störungen führen. Laut IEEE 802.3ba wird für 40-GBit/s-Ethernet ein einreihiger MTP-Stecker mit zwölf Fasern eingesetzt. Es sind insgesamt acht Fasern notwendig: Vier Fasern dienen zum Senden, vier mittlere Fasern sind ungenutzt und vier Fasern dienen zum Empfang der Signale. Für 100-GBit/s-Ethernet wird ein MTP-Stecker mit 24 Fasern verwendet, der zwei Reihen mit jeweils zwölf Fasern besitzt, wobei nur 20 Fasern verwendet werden, die äußeren Fasern hingegen nicht. Um eine Migration mit vorhandenen 12-Faser-MPO/MTP-Verbindungen auf 100-GBit/s-Ethernet gewährleisten zu können, ist wahlweise auch der Einsatz von zwei 12-Faser-MTPs nebeneinander möglich. Ein Stecker dient zum Versand, der andere Stecker zum Empfang der Daten.

Entscheiden sich Unternehmen für den Umstieg auf 40/100-GBit/s-Ethernet sollten sie einen erfahrenen Netzwerkexperten ins Boot holen: Dieser kann von der ersten Planung an in umfassenden Beratungsgesprächen gezielt auf Wünsche und Vorgaben hinsichtlich Konfiguration, Längenermittlung oder Belegung von Verkabelungslösungen eingehen. Für das Erstellen kundenspezifischer Applikationen legen Unternehmen wie tde bereits im Vorfeld Wert auf wichtige Aspekte wie Belegung, Male oder Female, Längenrestriktionen und Dämpfungsbudgets.